Weg von den Turnhallen und Großunterkünften

Im Kreis Neu-Ulm kommen derzeit wenig Asylsuchende an. Landrat Thorsten Freudenberger überarbeitet deshalb die Unterbringungs-Konzeption.

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Nach vielen Monaten der Ausnahmesituation können die Asylbeauftragten des Landratsamts erstmals etwas durchschnaufen. Diese Zeit nutzte man in der Behörde um die Unterbringungspolitik des Landkreises zu überarbeiten und die bestehenden Flüchtlings-Unterkünfte und Mietverhältnisse auf den Prüfstand zu stellen.

"Wir stehen vor einer veränderten Situation. Wir haben derzeit Zugangszahlen von Null oder müssen pro Woche nur einige Flüchtlinge unterbringen", erklärte Landrat Thorsten Freudenberger am Mittwoch bei einem Pressegespräch. Die Erstaufnahme-Kapazitäten sähen nun plötzlich völlig überdimensioniert aus. Jedenfalls solange es bei der geringen Zuwanderung in den Landkreis bleibt. Freudenberger will die aktuelle Situation nun aber dazu nutzen, die 1820 Flüchtlinge im Landkreis sinnvoller zu verteilen. Bis zum Jahresende sollen die drei belegten Turnhallen (Muthenhölzle und Ringstraße in Neu-Ulm sowie Berufsschule Illertissen) bis zum Jahresende geräumt sein. Neue Großunterkünfte will der Kreis vorläufig nicht mehr anmieten und den für die Flüchtlingsunterbringung ausgebauten ehemaligen Praktiker-Baumarkt in der Neu-Ulmer Von-Liebig-Straße als "Notfallpuffer" vorhalten.

"Wir brauchen trotzdem noch Wohnraum. Der Fokus liegt nun aber auf kleineren Unterkünften", sagte Freudenberger. Mit solchen kleineren Einheiten will der Landrat den Städten und Gemeinden in seinem Kreis auch bei der Anschlussunterbringung helfen. Sind Flüchtlinge als Asylbewerber anerkannt, geht die Zuständigkeit an die Kommunen über. "Das und die kommenden Integrationsaufgaben sind eine riesige Herausforderung für die Kommunen", sagte Freudenberger. Und da sei es logisch, dass der Kreis dann auch bei der Unterbringung behilflich ist, seinen Wohnraum den Kommunen auch zur Dauernutzung anbietet. Freudenberger: "Ich werde Flüchtlinge nach ihrer Anerkennung jedenfalls nicht einfach vor die Tür stellen."

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