Vortrag: Wenn guter Schlaf fehlt

Über Schlafstörungen und ihre modernen Behandlungsformen referierte Dr. Markus Miller von der Stiftungsklinik Weißenhorn vor mehr als 40 Interessierten in der Balzheimer Stiftungshalle.

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Dr. Markus Miller zeigt eine Schlafmaske. Foto: Kurt Högerle

Mittlerweile kennen die Mediziner eine Reihe von Krankheitsbildern, die mit Schlafstörungen zu tun haben. Weil das so ist, und weil sehr viele Probleme mit dem Schlaf haben, hatte die vhs Balzheim für Dienstagabend den Schlafmediziner Dr. Markus Miller eingeladen, der in der Stiftungsklinik Weißenhorn als Facharzt für Somnologie und Schlafmedizin arbeitet und das dortige Schlaflabor leitet.

Der Saal in der Stiftungshalle war mit mehr als 40 Zuhörern gut gefüllt: Dieses Thema bewegt offenbar die Menschen. Dr. Markus Miller begann seinen Vortrag damit, erst einmal das Normale zu definieren: Was ist die normale Einschlafzeit? Wie lange schläft man normaler Weise? Wobei für manche 4 Stunden, für andere 12 Stunden normal seien; im Schnitt sind es aber siebeneinhalb. Und: Welche Schlafphasen sind denn normal? Sehr aufschlussreich waren hier die Grafiken aus dem Schlaflabor von Dr. Markus Miller.

Schlafstörungen lassen sich in viele unterschiedliche Krankheitsbilder aufschlüsseln: Da gebe es zum einen die "klassische" Insomnie oder Schlaflosigkeit, die meist auf einen akuten psychischen Auslöser zurückzuführen sei und die heute mit einer Verhaltenstherapie behandelt werde. Unter dem "Restless-Legs-Syndrom" leiden 10 Prozent der älteren Frauen, Männer sind sehr viel seltener betroffen. Das Syndrom, erläuterte der Schlafmediziner, werde heute auf einen Dopamin-Mangel im Gehirn zurückgeführt und äußere sich in einem unerträglichen Kribbeln in den Beinen, das besonders dann unangenehm und stark werde, wenn man abends im Bett eigentlich einschlafen wolle. Auch diese Krankheit konnte Dr. Markus Miller mit Bildern von Diagrammen aus seinem Schlaflabor veranschaulichen.

"Schlafapnoe erhöht das Risiko für Schlaganfälle und Herzinfakte erheblich." Mit diesen Worten griff der Weißenhorner Mediziner die bekannteste und gefährlichste Schlafstörung auf. Bei der Apnoe setzt die Atmung während des Schlafes aus. Dr. Markus Miller demonstrierte an einem Diagramm aus seinem Schlaflabor die zerstörerischen Auswirkungen: Die Sauerstoffsättigung des Blutes, die normalerweise nahe an 100 Prozent ist, sinkt im Extremfall ins Bodenlose, der Blutdruck steigt, das Herz schlägt schneller und der Körper steht unter Dauerstress, was über kurz oder lang zu einer schweren Schädigung des Kreislaufsystems führen muss. Der häufigste Grund für Schlafapnoe sei das Erschlaffen der Gewebe in den oberen Atemwegen, also zwischen Nase und Luftröhre. Begünstigt werde sie durch Übergewicht und Alkohol. Es gebe keine medikamentöse Behandlung.

Mittel der Wahl seien daher moderne Schlafmasken, erläuterte Miller und demonstrierte die Geräte, die in der Tat kaum noch Geräusche von sich geben. Am Schlafdiagramm des besonders schweren Falles aus seiner Klinik konnte man sehen, dass die Atemaussetzer bis zu zweieinhalb Minuten betragen hatten. Dann folgten einige schnelle Atemzüge, aber zu wenige, um das Blut ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. "Erholsame Schlafphasen konnte der Patient gar nie erreichen. Kein Wunder, dass er tagsüber müde und schlapp war", berichtete der Arzt. "Als wir ihm eine Schlafmaske gaben, holte sein Körper den lange nicht mehr erreichten erholsamen Tiefschlaf und vor allem den Traumschlaf nach." Der Patient sei am nächsten Morgen zum ersten Mal seit langen wieder ausgeschlafen aufgewacht.

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