Vorsicht, das Haus schrumpft

Ein in vielerlei Hinsicht besonderes Haus wird derzeit in Machtolsheim vollendet. Eine Besonderheit: Das Blockhaus aus ganzen Stämmen schrumpft in den kommenden Jahren.

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Stephan Brosch und seine Söhne bauen das Vollstammhaus in Machtolsheim. Das obere Geschoss wurde vor Ort draufgesattelt.  Foto: 

Das Haus am Ortsende von Machtolsheim an der Straße nach Suppingen sticht schon von weitem heraus: Die dicken Baumstämme heben sich deutlich von den sonst üblichen gemauerten Häuser des Wohngebiets ab. Das komplette Untergeschoss besteht aus dicken Baumstämmen, die von Weißtannen aus dem Schwarzwald stammen. „Die harzen unter der Rinde und sie harzen nicht lange nach“, sagt Stephan Brosch, der zusammen mit seinen Söhnen Marc und Nicolai das Haus gebaut hat. Für den künftigen Hausbesitzer hat dies den Vorteil, dass er sich nach dem Einzug nicht sorgen muss, mit seinem Sessel am Harz kleben zu bleiben.

Bewegliche Teile

Doch auch sonst ist das Wohnhaus mit rund 200 Quadratmetern Wohnfläche außergewöhnlich. Eine Besonderheit: Das Holz und somit auch das Haus schrumpft um etwa sechs Prozent in den nächsten fünf, sechs Jahren, sagt Stephan Brosch. Bei drei Metern Höhe sind das immerhin 18 Zentimeter. Das hat zur Folge, dass er und seine Söhne ganz genau überlegen, wo sie bewegliche Teile anbringen, die den Schrumpfprozess mitmachen. Denn ohne diese Konstruktionen würde der Druck auf Fenster, Türen und Treppen gewaltig sein. So bringen die Hausbauer, die in Machtolsheim zum ersten Mal so ein Blockhaus gebaut haben, etwa an den Fenstern bewegliche Wandteile an, die sich ein paar Zentimeter über den Fensterrahmen schieben können, so dass kein Druck auf das Fenster selbst entsteht. Im Erdgeschoss bestehen die Wasserleitungen, die aus dem Kessel zu den einzelnen Waschbecken führen, teilweise aus flexiblen Leitungen, die nachgeben können, wenn sich das Haus absenkt.

Unter- und Obergeschoss unterscheiden sich gewaltig. Der untere Teil ist aus Baumstämmen gefertigt, der obere Teil, der verschraubt wird, ist in Holzständerbauweise errichtet. Mit glatten, etwa 32 Zentimeter starken Außenwänden. Hier wie auch im unteren Gebäudeteil verlaufen die elektrischen Kabel in Leerrohren.

Bis Ende Oktober wird es dauern, bis die Bewohner einziehen können. Das Haus ist zwar 10 bis 15 Prozent teurer als herkömmliche, dafür bietet es laut Brosch aber auch Außergewöhnliches: „Wer drin sitzt, genießt ein völliges Gefühl der Entspanntheit“, sagt er.

Und was sagt er über die ganz andere Art, ein Haus zu bauen? Würde er es nochmals machen? „Na klar“, so die prompte und überzeugende Antwort.

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