Von den Philippinen zurück nach Laichingen

Nadja Gruhler ist nach einjährigem Aufenthalt auf den Philippinen wieder in Laichingen. Sie unterstützte auch mit Spenden aus der Region Menschen, die in einem tropischen Wirbelsturm alles verloren haben.

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Nadja Gruhler ist nach einem Jahr auf den Philippinen zurück in Laichingen.

"62 Häuser sind fertig und offiziell an die Familien übergeben worden", beginnt Nadja Gruhler mit strahlendem Lachen den Rückblick auf ihren Aufenthalt auf den Philippinen. Nach einem Jahr ist die Laichinger Pfarrerstochter zurückgekehrt. Natürlich seien die Bewohner glücklich. Dankbar und liebevoll hätten sie sich vor der Übergabefeier um die Dekoration und das Ausschmücken ihrer neuen Unterkünfte bemüht. "Durchgeschnittene Plastikflaschen haben sie für Blumentöpfe genutzt. Eine Familie besaß nur ein einziges Sofa, das gerettet werden konnte. Das haben sie stolz mitten im Haus platziert", erzählt Nadja Gruhler. Zudem hätten sich die Organisatoren des Projekts "Care and Share" der West Negros Universität, für die Nadja Gruhler tätig war, weiterer 40 halb zerstörter Häuser angenommen, für die Baumaterial geliefert wurde. "So können auch diese Familien eigenständig ihr Haus wieder aufbauen", sagt sie. 31 weitere Familien lebten noch in vorrübergehenden Unterkünften. Für sie war bis zu ihrem Heimflug noch nicht geklärt, wo sie in Zukunft bleiben könnten.

"Die waren so nahe am Meer, dort dürfen sie aber nichts mehr aufbauen. Es wäre unverantwortlich gewesen." Über die Projekthilfe habe man ein Grundstück für die Umsiedlung kaufen wollen. Der ursprüngliche Preis habe sich aber am Schluss verzehnfacht. "Es war dann zu teuer und die Menschen blieben in der Nähe des Wassers, bis wieder ein leichter Taifun kam. Also mussten sie noch einmal evakuiert werden", erklärt Nadja Gruhler. Im Stadtteil Kantamayon, in dem das Wiederaufbauprojekt stattfindet, leben etwa 250 Familien. Dort wollte man keine neuen Siedler mehr. Es sollten erst einmal die Häuser wieder aufgebaut werden, die es bereits gab. Nun aber kam die erfreuliche Nachricht, dass die 31 Siedler willkommen seien. 31 mündliche Zusagen seien ausgesprochen, die schriftliche Bestätigung treffe bei allen nach und nach ein. "Das ist nur toll und eine wunderbare Nachricht zum Abschied", sagt Nadja.

Die Universität in Negros hat sich auf der Insel Bantayan dem Stadtteil Bantayan in der gleichnamigen Stadt angenommen und diesen gewissermaßen adoptiert. Mit Blick auf die besondere Situation dort wird zukünftig mindestens zwei Kindern aus diesem Gebiet jährlich ein Studienplatz mit Stipendium gewährt.

Derzeit plane man auch schon ein Programm für Weihnachten. Faszinierend und äußerst Erfolg versprechend ist ein weiteres Projekt, dass die zukünftige Einkommensmöglichkeit der Menschen derzeit untersucht. Dabei wird auf Eigenständigkeit und Nachhaltigkeit gesetzt. Muscheln, Fische, Pflanzen, Rohstoffvorkommen, alles werde untersucht, von allem seien Proben genommen worden. Zudem Behörden und Einwohner befragt. "Alles was wächst und sich bewegt, vom Baum über Kräuter bis zu den Tieren, wird von der Uni bestimmt und zugeordnet. Dann wird berechnet und überlegt, was die Menschen brauchen und was vermarktet werden kann", erklärt Nadja Gruhler.

Die private Universität Negros sei im biologischen Bereich fantastisch ausgestattet. Früher habe es sogar einen kleinen Zoo gegeben. Heute existiere nur noch ein botanischer Garten. "Hier ist hohes Fachwissen vorhanden und ein großes Engagement. Die beste Kombination für ein solches Projekt."

Wie wichtig dieser Einsatz war, weit entfernt von den internationalen Hilfsgüterlieferungen, bekräftigt Nadja Gruhler noch einmal. Von den internationalen Lieferungen seien nach Aussagen von Menschen vor Ort zum Teil die Aufkleber entfernt und durch Regierungszeichen ersetzt worden. Anderen Ortes habe man sie in Geschäften zum Verkauf angeboten gesehen.

"Nicht alle Menschen sind korrupt oder schlecht. Der Bürgermeister von Bantayan hat sich unglaublich engagiert und agiert sehr gerecht. Aber bis heute ist dort noch kein einziges Hilfspaket aus der internationalen Unterstützung eingetroffen. Alles ging nach Tacloban", berichtet die Laichingerin.

Der Abschied ging ihr zu Herzen: "Es ist komisch zu gehen und nicht zu wissen, wann ich wieder komme. Das war anders, als ich von Laichingen auf die Philippinen ging." Dankbar denkt sie an die Herzlichkeit und große Zuneigung der Menschen und die vielen Wertschätzungen bei ihrem Abschied. "Wenn die Menschen so könnten wie sie wollen, würden sie jedem von hier eine Dankeskarte schreiben. Sie wissen sehr wohl, wie gut sie aus der Region unterstützt wurden."

Nadja Gruhler beginnt jetzt, nach ihrem freiwilligen sozialen Jahr, ein Theologiestudium in Tübingen. Dazu fällt ihr noch ein: "Auf den Philippinen leben die Menschen ihren Glauben unglaublich frei und offen. Wenn um 6 Uhr ein Gong im Supermarkt ertönt, alle bleiben wie eingefroren stehen und sprechen ein Gebet. Wir sprechen von Katholiken." Auch auf der Fähre bete man laut, damit die Reise gut gelinge, ebenso wie an der Uni. "Das Vertrauen auf Gott ist völlig selbstverständlich."

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