Laichinger Volksbank trotzt stürmischen Finanzzeiten

Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank hat dramatische Folgen für kleinere Institute. Doch die Laichinger Bank zahlt ihren Mitgliedern eine Dividende von fünf Prozent.

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Trotz schwieriger Zeiten hat Vorstandsvorsitzender Ralf Schiffbauer bei der 145. Generalversammlung der Volksbank  Laichingen auf ein zufriedenstellendes Geschäftsjahr 2016 zurückgeblickt. Die Mitglieder erhalten eine Dividende von fünf Prozent. „Die Folgen der Niedrigzinspolitik der EZB sind für gesunde Banken wie die unsere dramatisch“, beklagte Schiffbauer aber. Der Einlagezins der EZB sei mittlerweile unter null, Sparer erhielten faktisch keine Verzinsung mehr auf ihre Einlagen. Außer den Niedrigzinsen zählte er als Herausforderungen die zunehmende Digitalisierung auf, den demografischen Wandel und die überbordende Regulatorik, die keinen Unterschied zwischen regional agierenden Genossenschaftsbanken und den globalen Geschäftsbanken macht.

Vorstandsmitglied Edwin Widmann stellte das Zahlenwerk vor. Mit 10.346 Mitgliedern gibt es einen neuen Höchststand, 348 sind im vergangenen Jahr hinzugekommen. Die Bilanzsumme ist um rund ein Prozent auf knapp 500 Millionen Euro gestiegen. Das betreute Kundengesamtvolumen betrug 1037 Millionen Euro, ein Zuwachs von 3,8 Prozent. Der Anteil der Bestände auf Girokonten gegenüber Sparkonten stieg, da die Kunden auf steigende Zinsen hoffen, um ihr Geld längerfristig anzulegen. Das Kreditvolumen betrug 378 Millionen Euro.

Wegen des niedrigen Zinsniveaus haben Geschäfts- und Privatkunden  kräftig investiert. Das Eigenkapital beläuft sich auf rund 50 Millionen Euro. Der Bilanzgewinn beträgt rund 736.000 Euro. Nach Zuführungen an die Rücklagen wird an die Mitglieder eine Dividende von fünf Prozent, in Summe rund 174.000 Euro, ausgeschüttet. Widmann berichtete auch von der „Sozialbilanz“: Nachwuchsförderung, Bewerberseminare an Schulen, Zuwendungen an Vereine, Schulen und Kindergärten gehören dazu. Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Stäudle lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Vorstand. Turnusgemäß schieden Wolfgang Stäudle, Johannes Beckert, Kurt Eckert, Irmgard Allgöwer, Inge Weissinger, Hans-Werner Groß und Hans  Heilig aus dem Aufsichtsrat aus. Die drei ersteren haben die satzungsgemäße Altersgrenze erreicht. Die anderen wurden wiedergewählt, neu ins Gremium gewählt wurde Wolfram Schaupp.

Anforderungen an Aufsichtsrat

In den vergangenen Jahren haben sich die Aufgaben des Aufsichtrates verändert, von der beratenden Funktion zu fast ausschließlich Kontrollaufgaben. Auch die Anforderungen an die Mitglieder sind gestiegen. Eignungen müssen nachgewiesen, die Geschäftsbeziehungen der ganzen Familie aufgelistet werden. Die Teilnahme an Fortbildungen ist obligatorisch. Daher soll die Zahl der Aufsichtsratsmitglieder von fünfzehn auf neun sinken.

Stäudle war 30 Jahre lang im Aufsichtsrat, 22 Jahre davon Aufsichtsratsvorsitzender. Kurt Eckert war 27 Jahre  und Johannes Beckert 26 Jahre  im Aufsichtsrat. Mathias Juhl vom baden-württembergischen Genossenschaftsverband ehrte alle bei der Versammlung für ihr langjähriges Engagement. Für Auflockerung sorgte das Acapella -Ensemble Comedia Vocale mit Liedern wie „Ich brech die Herzen der stolzesten Fraun“.

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