Viola Schulz betreibt Bodybuilding - Top bei Landesmeisterschaften

Im November ist Viola Schulz aus Justingen Mutter einer Tochter geworden. An sich noch keine außergewöhnliche Leistung, das besondere aber ist, dass sie im Frühjahr schon wieder bei verschiedene Bodybuilding-Wettbewerben gestartet ist und erste Plätze abgeräumt hat.

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Klar, dass bei einem Body-Building-Wettbewerb vor allem Muskeln zählen. Aber Viola Schulz startet bei diesen Wettbewerben in der so genannten Bikini-Klasse: „Da kommt es außer auf Muckis auch auf ein weibliches Erscheinungsbild, die Frisur und das Make-Up an“, erklärt die 38-Jährige aus dem Schelklinger Teilort Justingen. Die Jury achtet auf symmetrische Körperformen,  darauf, dass die Proportionen stimmen, auf weibliche Ästhetik. Wie der Name „Bikini-Klasse“ schon nahelegt, treten die Frauen in knappen Zweiteilern und mit hohen Absätzen auf. Drei Ländertitel hat Viola Schulz  in der Saison 2016 schon errungen, sie ist fränkische, baden-württembergische  und bayerische Meisterin geworden. Gewonnen hat sie auch die deutsche Meisterschaft und sich für die Europameisterschaft in Spanien qualifiziert, konnte dort aber keinen der vorderen Plätze belegen.

Diese Erfolge  sind insofern bemerkenswert, als die Justingerin erst im November vergangenen Jahres ihre Tochter geboren hat. Und wie schafft man es so schnell nach der Schwangerschaft, wieder eine solche Figur zu haben?  Mit eiserner Disziplin, Willenskraft, Ehrgeiz. Dazu gehöre auch die Unterstützung durch ihren Mann Sven, der sie managt, erzählt Viola Schulz. „Als ich nach der Geburt und sechswöchiger Stillzeit strenge Diät gemacht habe, ist er einkaufen gegangen, damit ich nicht in Versuchung komme. Und er hat mich auch immer in meinem Ziel bestärkt“, erzählt Viola Schulz.

Verloren gehen sollte bei der Diät natürlich das Körperfett, nicht die Muskelmasse. Vielmehr musste die wieder aufgebaut werden. Neben hartem Training, sechs bis sieben Tage die Woche, einige Stunden am Tag, sei die richtige Ernährung immens wichtig. Je nach Trainingsstand gehört etwa bei ihr viel Eiweiß auf den Speiseplan. Bis zu einem Kilo Puten- oder Hühnerfleisch hat Viola Schulz täglich gegessen, dazu gab’s Broccoli und Blumenkohl.

Zur Ernährung gehören auch so genannten Supplements,  also Nahrungsergänzungsmittel,  damit der Körper alle Nährstoffe erhält, die er in der harten Trainingsphase brauche. Viola Schulz, 1,65 Meter groß, gibt auf ihrer Internetseite Einblicke in ihren Alltag, schildert in ihrem Blog, wie sie trainiert, was sie isst. Und auch,  was sie sich nun nach Abschluss der Wettkampf-Saison wieder gönnt: zum Beispiel  einen Löffel Keksbrei ihrer kleinen Tochter.

Der Lohn der Mühe  nach der strengen  Diät und dem diziplinierten Trainig im Frühjahr kann sich sehen lassen: Die Pfunde purzelten – zehn Kilo Gewicht verlor die 38-Jährige innerhalb von vier Monaten. Die Muskeln  wurden nach Schwangerschaft und Stillzeit wieder aufgebaut,  und Schulz hatte bei den Wettbewerben die Nase vorn. „Für so einen knackigen Po wie die Jüngeren muss ich inzwischen allerdings mehr tun“ sagt sie.  Aber wenn sie was mache, dann  eben richtig, sagt die Athletin. Früher war Viola Schulz passionierte Reiterin, dann kam sie durch Zufall zum Laufen. Bereits nach sechs Monaten  Lauf-Training lief sie ihren ersten Marathon, fünf Wochen später den ersten Ultramarathon über 100 Kilometer.

Mit dem Kraftsport begann sie Ende 2013 wegen einer Verletzung am Fuß: Weil sie nicht mehr laufen gehen konnte,  ging sie eben an die Kraftmaschinen. Und auch hier, bereits bei den ersten Wettbewerben als Biniki-Athletin,  konnte sie Erfolge  verbuchen.

Beruflich hat Viola Schulz bereits einige Stationen hinter sich. Sie schloss eine Ausbildung zur Arzthelferin ab, war als Sanitätssoldatin unter anderem in Bosnien-Herzegowina,  absolvierte eine Ausbildung zur Ergotherapeutin  und arbeitete als OP-Schwester. Inzwischen hat sie sich als Fitnesstrainerin  und Ernährungsberaterin  unter dem Namen „Viola aktiv“ selbstständig gemacht. „Ich habe viele Anfragen, muss mich aber  ja auch noch um meine süße kleine Maus kümmern“, sagt die sportliche Frau.

Jetzt aber freut sie sich erst einmal auf einen entspannenden Urlaub in Schweden, wo sie und ihr Mann ein Haus haben. Dass dort  das Training nicht ganz ausgesetzt wird, versteht sich von selbst.

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