Viele Milane kreisen um Windräder

Über den Feldern zwischen Bermaringen und Tomerdingen drehen sich Wind-Rotoren, nebenan kreisen Milane. Vogelschützer zählten jetzt 36 Greife.

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Hier wird's eng in der Luft: Bei Blaustein-Bermaringen kommen sich Rote Milane und die drehenden Rotoren von Windkraftanlagen ganz nah.  Foto: 

Für Andreas Buck, den Vorsitzenden des Naturschutzbunds (Nabu) in Blaubeuren, war es ein eindrucksvolles Bild: Nicht weniger als 26 Rote Milane kreisten um drei Windräder bei Blaustein-Bermaringen. Er hielt die Szene mit der Kamera fest. Andere Vogelfreunde zählten an einem anderen Tag noch mehr der Greifvögel: 36 an der Zahl. Dabei gibt es in der Nähe, im westlich gelegenen Katharinenholz, nur einen einzigen bekannten Horst.

Buck sieht sich in seiner Einschätzung bestätigt, dass die Hochfläche zwischen Bermaringen und den Dornstadter Teilorten Temmenhausen und Tomerdingen auf einer Hauptdurchzugsroute liegt und wegen des Vorkommens von Mäusen als Rastplatz genutzt wird. Viele Milane überwintern in Spanien. Buck hat das im Oktober geschossene Foto ans Landratsamt Alb-Donau und ans Landes-Umweltministerium geschickt. Er fordert die Behörden erneut auf, bei der Genehmigung von Windrädern zu verlangen, dass der Bereich um den Turmfuß geschottert wird - um Mäuse fernzuhalten. Denn es bestehe die Gefahr, dass die Vögel auf der Jagd von einem Rotor erschlagen werden.

Auch die Biologin und Milan-Expertin Dr. Marion Gschweng hat das Phänomen der Ansammlung von Milanen beobachtet. Es könnte sich um Durchzügler handeln und um Vögel der Schwäbischen Alb, die sich vor dem Abflug sammeln. Aus wissenschaftlicher Sicht könne noch nicht von einem bedeutenden Durchzugs- und Rastgebiet gesprochen werden, dazu seien jetzt noch systematische Kartierungen über einen längeren Zeitraum erforderlich - diese wären dann für weitere Genehmigungen von Bedeutung.

Gschweng ist im Gespräch mit Planet Energy, dem Betreiber der seit wenigen Tagen in Betrieb stehenden drei neuen Anlagen. Das Unternehmen sei "sehr kooperativ". Gemeinsames Ziel sei, die Umgebung am Turmfuß so zu gestalten, dass kein Milan angelockt wird. Das Landratsamt als Genehmigungsbehörde hält Gebüschpflanzungen für richtig, wie Sprecher Bernd Weltin sagt. Zur Frage, warum sich so viele Milane im Windkraft-Vorranggebiet aufhalten, hat ein Naturschutz-Mitarbeiter des Landratsamts eine Antwort: Weil nebenan Boden für Autobahnbau und Bahntrasse abgeschoben wird, finden die Greifvögel dort viele Mäuse.

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Kommentare

19.11.2013 20:26 Uhr

Greenpeace

Das Greenpeace-Unternehmen Planet Energy hat doch sicherlich die Windräder angehalten, damit den Greifvögeln nichts passiert !
Noch bin ein Förderer von Greenpeace. Aber in Kürze werde ich kündigen.

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05.11.2013 08:44 Uhr

Wie bei den alten Inkas

Der neuen Windkraft-Gottheit müssen Tieropfer gebracht werden...

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