Gemeinderat genehmigt Ausbau von Steinbruch Vohenbronnen

Der Blaubeurer Gemeinderat hat grünes Licht für den großflächigen Ausbau des Steinbruchs Vohenbronnen der Firma Heidelberg cement gegeben. Für den Betrieb, der gegenwärtig rund 100 Millionen Euro investiert, ist die Erweiterung existentiell wichtig. Stadträte fordern Erdwall zum besseren Schutz der Sotzenhauser Einwohner.

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Der Steinbruch Vohenbronnen soll großflächig erweitert werden. Damit rückt das Abbaugebiet noch näher an den zu Blaubeuren gehörenden Weiler Sotzenhausen heran.  Foto: 

Um knapp 46 Hektar größer wird der Steinbruch südlich von Blaubeuren-Sotzenhausen. Mit der einmütigen Zustimmung des Gemeinderats Blaubeuren hat die Firma Heidelberg Cement eine weitere Hürde auf dem Weg zur Vergrößerung ihres Steinbruchs genommen. Die Firma könne den Schelklinger Betrieb mit rund 200 Beschäftigten in den kommenden Jahrzehnten bis über 2050 hinaus nur aufrechterhalten, wenn sie die nötigen Rohstoffe weiterhin am Standort gewinne, machte Stephan Wehning, Werksleiter in Schelklingen, auf Nachfrage klar: „Das ist ein ganz fundamentaler Baustein für unser Unternehmen.“ Die neue Ofenanlage im Zementwerk, die gerade für mehr als 100 Millionen Euro gebaut wird, mache nur Sinn, wenn man das benötigte Kalk-Mergel-Gestein in dem neuen Gebiet vor Ort abbauen kann.

Weil ein Großteil der neuen Steinbruch-Flächen auf Blau­beurer Gemarkung liegt, und die Abbruchkante des Steinbruchs auf bis zu 300 Meter an den Blaubeurer Weiler Sotzenhausen heran­rückt, war die Zustimmung des Gemeinderats besonders wichtig. Schon 2016 hatte es eine Informationsveranstaltung über das Projekt gegeben. Übereinstimmend stellten jetzt alle Ratsfraktionen heraus, wie wichtig die Erweiterung für die Region sei: „Die Firma braucht das zur Existenzsicherung“, hob Erich Straub (Freie Wähler) hervor.

Um die Erweiterung für die am stärksten betroffenen Einwohner von Sotzenhausen erträglicher zu machen, appellierte der Gemeinderat an Heidelberg Cement, einen bepflanzten Erdwall als Sicht-, Lärm- und Windschutz an der Abbruchkante des Steinbruchs zu errichten. Außerdem fordern die Räte, die großen Flächen des Steinbruchs nach ihrer Rekultivierung wieder öffentlich zugänglich zu machen: „Die umzäunte Fläche darf nicht immer noch größer werden“, sagte Beiningens Ortsvorsteher Klaus Gerster.

Ob diese Vorschläge umgesetzt werden können, hänge auch vom Landratsamt als maßgeblicher Genehmigungsbehörde ab, sagte Werksleiter Wehning auf Nachfrage. Die Behörde entscheidet über die umfangreichen ökologischen Ausgleichsmaßnahmen für das Projekt, etwa über neue Pflanzungen. In den vielfältigen Voruntersuchungen habe sich gezeigt, dass beispielsweise die Lärmbelastung der Anwohnern weit unterhalb der vorgegebenen Grenzwerte liege, ergänzte Wehning.

Klar ist: Die Erweiterung des Steinbruchs wird die Umgebung völlig verändern. Betroffen sind große Wald- und Wiesenflächen nördlich des derzeitigen Abbruchgebiets. Gutachten, die sich mit den Auswirkungen des Kalk- und Mergel-Abbaus beschäftigten, stufen das Vorhaben aber als „umweltverträglich“ ein.

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Kommentare

21.09.2017 19:56 Uhr

Schwachsinn!

Nichts gegen die SWP – hier ist zu lesen: „Die neue Ofenanlage im Zementwerk, die gerade für mehr als 100 Millionen Euro gebaut wird, mache nur Sinn, wenn man das benötigte Kalk-Mergel-Gestein in dem neuen Gebiet vor Ort abbauen kann.“

Das ist Schwachsinn! Wer investiert 100 Millionen für eine Anlage mit Blick auf eine mindestens 30jährige Nutzung wenn die Rahmenbedinungen nicht stimmen? Die Erweiterung war doch vorher schon, wahrscheinlich unter der Hand, vereinbart.

Im Schelklinger Stadtboten ist im Protokoll der öffentlichen Sitzung zu lesen „Bekanntgaben der Verwaltung Eilentscheidung des Bürgermeisters
Der Vorsitzende gibt bekannt, dass bezüglich des Antrags auf Abbaugenehmigung und Flächenerweiterung des Steinbruchs Vohenbronnen der HeidelbergCement AG der Bürgermeister im Wege einer EILENTSCHEIDUNG, vom 30.08.2017 die Versagung der Erteilung des Einvernehmens nach §36 Abs.2 BauBG der Stadt Schelklingen beschlossen hat um etwaige Nachteile für die Stadt Schelklingen auszuschließen.“

Hat die Heidelberger Cement AG die Sommerpause genutzt um ihr Vorhaben im Schnellverfahren durchzuziehen? Ist es Strategie der Heidelberger Cement AG scheibchenweise die ganze Gegend umzukrempeln? Erst werden die Bürger auf lächerlichen Bürgerinformationsveranstaltungen überrumpelt und der Bau der Ofenanlage, die den Abfall verbrennt den sonst keiner haben will, durchgezogen und nun werden die Hügel dahinter abgetragen? Bei der Veranstaltung in Schelklingen konnte man sehen, dass die Verwaltung sich abseits Witze erzählte.

Die Stadt Schelklingen hat keine Steuereinnahmen durch das Zementwerk! Für die Entwicklung des Orts ist das Zementwerk das pure Gift. In Blaubeuren wurden durch den Abriss des dortigen Zementwerks große Flächen frei, in Schelklingen verbaut man sich die Zukunft für Ewigkeiten. Die Heidelberger Cement AG versucht sich dann noch durch allerlei Projekte ein positives Image zuzulegen. Projekte wie: Quarry life -> The Herbal Tea Mix collected in the quarry by pupils of Heinrich-Kaim-School Schelklingen – bescheuerter geht es wirklich nicht mehr! In Schelklingen tut man aber so als ob das Zementwerk der Heilsbringer wäre: Ohne das Zementwerk kein Hohle Fels???

„Ob diese Vorschläge umgesetzt werden können, hänge auch vom Landratsamt als maßgeblicher Genehmigungsbehörde ab, sagte Werksleiter Wehning auf Nachfrage.“ Auch das ist doch im Hinblick auf das oben Gesagte hinfällig!

„Übereinstimmend stellten jetzt alle Ratsfraktionen heraus, wie wichtig die Erweiterung für die Region sei.“ Wieso? Bekommt Blaubeuren etwas ab? Steuereinnahmen gibt es nicht. Anderes Gewerbe an der Stelle des Zementwerks in Schelklingen würde die Gegend nicht versauen und generierte überdies Steuereinnahmen für Schelklingen. Durch weitere Automatisierung im Werk werden die Arbeitsplätze sicher reduziert. Durch andere Ansiedlung hätte man auch dies kompensieren können.

Andernorts setzen sich die Bürger gegen derartige Veränderungen zu Wehr, hier sagt man Danke!

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