Verwirrung um ein Kamelbaby

Im Zirkus Kaiser, der in Laichingen gastierte, soll ein Kamelbaby geboren worden sein. Deshalb hat die Tierschutzorganisation Peta Anzeige erstattet.

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Der Zirkus Andre Kaiser hat seine Zelte in Laichingen am Montag abgebrochen, doch der Aufenthalt verursachte Aufregung: Weil laut eines Zeitungsberichts in der Zeit vom 26. bis 29. September ein "kleines schneeweißes Babykamel" auf die Welt gekommen sein soll, hat die Tierschutzorganisation Peta gestern beim Landratsamt per E-Mail Anzeige erstattet: Weil Muttertiere zwei Wochen vor der Geburt und die Tage danach nicht auf Reisen mitgenommen werden dürfen. Den Eingang der Anzeige bestätigte Bernd Weltin. Pressesprecher des Kreises. "Allerdings ist der Zirkus schon weiter gereist, er ist deshalb nicht mehr in unserem Zuständigkeitsbereich." Im Internet habe die Behörde den Weg des Zirkusses nachverfolgt: "Wir haben die Kollegen im Landratsamt Göppingen informiert, weil der Zirkus im dortigen Heiningen nächste Station macht", sagte Weltin.

So weit, so gut. Doch Zirkusdirektor Andre Kaiser weiß nichts von einem neugeborenen Kamelbaby: "Wir haben ein Jungtier dabei, aber das ist knapp ein Jahr alt." Er kennt die Tierschutzrichtlinie, auf die sich Peta in seiner Anzeige bezieht.Diese wurde vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) erlassen. Demnach dürfen hochschwangere oder säugende Tiere keinen Reisestrapazen ausgesetzt werden. "Peta hat das Veterinäramt dazu aufgefordert, ein Bußgeldverfahren gegen den Zirkus einzuleiten und, den Richtlinien des Ministeriums folgend, für die Kamelmutter sowie das Fohlen umgehend ein Reiseverbot zu verhängen," erklärte der Diplom-Zoologe Peter Höffken von Peta, auf eine Anfrage unserer Zeitung.

Dass beim Zirkus Andre Kaiser möglicherweise gar kein Kamelbaby mitgeführt wird, kann er nicht beurteilen: "Ich halte mich da an die Aussagen in der Presse, habe auch bei der Anzeige auf den Artikel Bezug genommen. Ob dieser der Wahrheit entspricht, muss jetzt die Behörde prüfen." Höffken ist skeptisch, was die Aussage des Zirkusbesitzers angeht. Denn in Deutschland seien mehrere Zirkusse namens Kaiser registriert, die sehr wohl schon wegen Verstößen gegen Tierschutzrichtlinien aufgefallen seien. So sei bei einem Zirkus Arthur Kaiser im April 2012 in Mengen ein schneeweißes Kamelbaby zur Welt gekommen, worauf seine Organisation Anzeige beim Landratsamt in Sigmaringen erstattet habe. Die vielen Zirkusse mit dem Namen Kaiser sorgten für Verwirrung, "vielleicht steckt da System dahinter", sagt Höffken.

"Wir distanzieren uns von Zirkussen unter dem Namen Kaiser, welche in der Öffentlichkeit und Presse negativ aufgefallen sind. Damit haben wir nichts zu tun!" So steht es auf der Homepage von Andre Kaiser.

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