Versicherungsschutz für Mountainbikestrecke fehlt noch

Die Mountainbikestrecke in Laichingen ist fertig. Für die offizielle Freigabe sind noch bürokratische Hürden zu stemmen. Die jungen Mountainbiker der Skiabteilung fahren aber schon über Stock und Stein.

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Kinder der Mountainbikegruppe können dank der Vereinsversicherung auf der neuen Strecke fahren. Foto: Sabine Graser-Kühnle

Die Mountainbikestrecke im Laichinger Stadtwald Westerlau ist 5,41 Kilometer lang und die Fahrer haben 130 Höhenmeter zu bewältigen. Und sie bietet den Bikern manch anspruchsvolle Stelle, wenn es eng um Felsen oder Bäume herumgeht und auch knackige Steigungen, an denen fahrerisches Geschick zu beweisen ist. Noch ist die Hinweistafel mit der Streckenführung, den Wegekreuzungspunkten sowie Benutzungs- und Verhaltensregeln am Eingang zu Westerlau nicht angebracht. Der Grund: Es fehlt der Versicherungsnachweis. Deshalb ist die Strecke offiziell von der Stadt noch nicht freigegeben. Lediglich die etwa 45 Mountainbikekids und Jugendlichen sowie Aktiven der Mountainbikegruppe der Skiabteilung, die über ihren Verein versichert sind, testen die Strecke und fahren sie schon ein.

Angelegt haben die Strecke die Bike-Mitglieder der Skiabteilung des TSV Laichingen und Förster Alfred Daiber mit seinem Team. Das Forstteam hat das Unterholz aus der Strecke herausgeschnitten und in rund 400 Arbeitsstunden haben Freiwillige der Bikeabteilung die Strecke zum Befahren freigeräumt. Zusammen mit dem Förster haben sie außerdem die Streckenführung erarbeitet. Und die führt mitten durch den Wald, tangiert entgegen einer im Ort verbreiteten Meinung allerdings keineswegs die vielfach noch begehbaren Reste des einstigen Trimmpfades. Auf den 5,41 Kilometern kreuzt die Bikerstrecke an sieben Stellen das ausgedehnte Feldwegenetz, das sich vom Waldstadion an durch Westerlau windet. Biker und Fußgänger können sich also durchaus begegnen. Damit diese Kontaktstellen nicht zu Konfliktpunkten werden, wie es einige Gemeinderäte befürchteten, haben die Mountainbiker die Strecke für jeden eindeutig erkennbar beschildert. Der Radfahrer wird dadurch rechtzeitig auf die Wegekreuzung hingewiesen und gezwungen, sein Tempo anzupassen und die Fußgänger werden in Kenntnis gesetzt, dass in einigen Metern Biker ihren Weg kreuzen können. So ist mit der entsprechenden Toleranz ein friedliches Miteinander zweier den Aufenthalt in der Natur liebenden Gruppen möglich. Denn wie den Spaziergängern liegt auch den Mountainbikern die Natur am Herzen. "Wir wollen den Kindern die Freude vermitteln, sich in der Natur mit dem Rad zu bewegen", erklärt Joachim Buck, Sportwart des Mountainbiketeams (MTB) der Skiabteilung. Er und seine Mitstreiter, Mike Gerber und Sonj Benz, haben Kinder aus benachbarten Gemeinden unter sich, und konnten einige dazu begeistern, während der warmen Jahreszeit mit dem Rad zur Schule fahren.

Freilich geht es neben dem Freizeitvergnügen auf der MTB-Strecke auch um die sportliche Herausforderung mit dem Bike. Um beiden Gruppen, dem Freizeitradler und dem sportlichen Biker, gerecht zu werden, können die vier schwierigsten Punkte der Strecke einfach umfahren werden. Rote und blaue Farbmarkierungen an Bäumen weisen, wie beim alpinen Skisport, auf den Schwierigkeitsgrad hin: blau ist leicht, rot bedeutet anspruchsvoll. Auf der Streckenkarte, die ausgegeben werden wird, sind zudem Kilometer- und Rettungspunktangaben für den Notfall eingezeichnet. Auf der Strecke selbst herrscht Helmpflicht und die Bikeabteilung ist künftig für die Sicherung zuständig. Doch die Strecke würde nicht in Deutschland liegen, müsste sich der Betreiber, die Skiabteilung, nicht zusätzlich zu den Benutzungsregeln absichern. Eine Versicherung muss abgeschlossen werden, denn der Betreiber haftet außerdem. Dies ist die bürokratische Hürde, die eine offizielle Freigabe und Einweihung bis jetzt verhindert hat. "Aber das ist nur eine Frage der Zeit", sagt Joachim Buck. Die Haftung will die Stadt nicht übernehmen, aber an den Kosten der Versicherung will sie sich beteiligen, erklärt Heinz Köpf von der Stadtverwaltung: "Wir werden den Verein damit nicht alleine lassen." Deshalb wird das Forstteam die Ski- und Bikeabteilung auch weiterhin beim Freihalten der Wegstrecke unterstützen. Denn schließlich möchte die Stadt die MTB-Strecke touristisch nutzen. "Wir werden die Strecke bei der CMT im nächsten Jahr bewerben", sagt Köpf. Sobald die Vertragsunterlagen perfekt sind, wird die Stadt die MTB-Strecke freigeben, nach dem Winter wird sie mit einer Feier öffentlich eingeweiht.

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