Nordkap: Ulmer Wanderer nach 209 Tagen am Ziel

Über ein halbes Jahr waren Philip Kapitzke und Philipp Weigel unterwegs zum Nordkap. Nun sind sie am Ziel ihrer Reise angekommen.

|
Vorherige Inhalte
  • Die beiden Ulmer Philips haben ihr Ziel erreicht. Sie sind am Nordkap angekommen. 01/65
    Die beiden Ulmer Philips haben ihr Ziel erreicht. Sie sind am Nordkap angekommen. Foto: 
  • Mehrmalige Flussdurchquerungen sind an der Tagesordnung, Pässe auf über 900 Metern noch immer fast vollständig schneebedeckt und als wäre das nicht genug, sind wir die letzten drei Tage durch Regen und Nebel gelaufen, so dass wir uns einfach nur von Wegzeichen zu Wegzeichen gearbeitet haben. 02/65
    Mehrmalige Flussdurchquerungen sind an der Tagesordnung, Pässe auf über 900 Metern noch immer fast vollständig schneebedeckt und als wäre das nicht genug, sind wir die letzten drei Tage durch Regen und Nebel gelaufen, so dass wir uns einfach nur von Wegzeichen zu Wegzeichen gearbeitet haben. Foto: 
  • Selbstversorgerhütten des norwegischen Tourismus-Verbands, die in regelmäßigen Abständen am Weg zu finden sind und einen trockenen Schlafplatz, eine kleine gasbetriebene Küche und einen gemütlichen Holzofen bieten. 03/65
    Selbstversorgerhütten des norwegischen Tourismus-Verbands, die in regelmäßigen Abständen am Weg zu finden sind und einen trockenen Schlafplatz, eine kleine gasbetriebene Küche und einen gemütlichen Holzofen bieten. Foto: 
  • Die beiden Philipps einen kleinen Abstecher vom Plan erlaubt und sind auf den Kebnekaise gestiegen. 04/65
    Die beiden Philipps einen kleinen Abstecher vom Plan erlaubt und sind auf den Kebnekaise gestiegen. Foto: 
  • Der Kebnekaise ist mit 2104 Meter der höchste Berg von Norwegen. 05/65
    Der Kebnekaise ist mit 2104 Meter der höchste Berg von Norwegen. Foto: 
  • Auf Grund der Lage nördlich des Polarkreises sind es hier gänzlich andere Bedingungen. 06/65
    Auf Grund der Lage nördlich des Polarkreises sind es hier gänzlich andere Bedingungen. Foto: 
  • 1179 Meter ist der Skierffe hoch. Nicht viel, aber... 07/65
    1179 Meter ist der Skierffe hoch. Nicht viel, aber... Foto: 
  • ... die Aussicht ist dennoch grandios. 08/65
    ... die Aussicht ist dennoch grandios. Foto: 
  • Die Brücke sieht immerhin stabil aus. 09/65
    Die Brücke sieht immerhin stabil aus. Foto: 
  • Der Laitaure See 10/65
    Der Laitaure See Foto: 
  • Trotz Sommer wird der Schnee Philipp und Philip auf ihrer Reise noch eine Weile begleiten. 11/65
    Trotz Sommer wird der Schnee Philipp und Philip auf ihrer Reise noch eine Weile begleiten. Foto: 
  • Über Stock und Stein... und durch Wasser geht’s auch manchmal. 12/65
    Über Stock und Stein... und durch Wasser geht’s auch manchmal. Foto: 
  • Mit Pascal und Philipp tranken die beiden neben deren VW-Bus gemütlich einen Kaffee. 13/65
    Mit Pascal und Philipp tranken die beiden neben deren VW-Bus gemütlich einen Kaffee. Foto: 
  • Motorradfahrer Jochen, der mit seiner Maschine unterwegs zum Nordkap ist, hat Philipp und Philip aus der Zeitung erkannt und machten mit ihnen eine gemeinsame Käsebrotpause. 14/65
    Motorradfahrer Jochen, der mit seiner Maschine unterwegs zum Nordkap ist, hat Philipp und Philip aus der Zeitung erkannt und machten mit ihnen eine gemeinsame Käsebrotpause. Foto: 
  • Ein Teil ihrer Kleidung haben sie nach Hause geschickt – anderes wird gespendet. 15/65
    Ein Teil ihrer Kleidung haben sie nach Hause geschickt – anderes wird gespendet. Foto: 
  • Käseeee!!! 16/65
    Käseeee!!! Foto: 
  • An wen dieser noch leere Postkarte wohl geht? 17/65
    An wen dieser noch leere Postkarte wohl geht? Foto: 
  • Philip Kapitzke und Philipp Weigel sind auf dem Weg zum Nordkap. 18/65
    Philip Kapitzke und Philipp Weigel sind auf dem Weg zum Nordkap. Foto: 
  • Ab jetzt wird es nur noch ländlich. 19/65
    Ab jetzt wird es nur noch ländlich. Foto: 
  • Die beiden Philip(p)s haben Trondheim hinter sich gelassen. 20/65
    Die beiden Philip(p)s haben Trondheim hinter sich gelassen. Foto: 
  • Was für ein Ausblick! 21/65
    Was für ein Ausblick! Foto: 
  • Die zurückgelegten Kilometer müssen auch mal gefeiert werden. 22/65
    Die zurückgelegten Kilometer müssen auch mal gefeiert werden. Foto: 
  • Frühling in Norwegen. 23/65
    Frühling in Norwegen. Foto: 
  • Frühling in Norwegen. 24/65
    Frühling in Norwegen. Foto: 
  • Noch 376 Kilometer bis nach Trondheim. 25/65
    Noch 376 Kilometer bis nach Trondheim. Foto: 
  • Zelten unter Extrem-Bedingungen. 26/65
    Zelten unter Extrem-Bedingungen. Foto: 
  • Die beiden freuen sich doch tatsächlich über den Winter in Norwegen. Na, zumindest einer der beiden. 27/65
    Die beiden freuen sich doch tatsächlich über den Winter in Norwegen. Na, zumindest einer der beiden. Foto: 
  • Aber die Sonne ist doch dann auch schön. 28/65
    Aber die Sonne ist doch dann auch schön. Foto: 
  • Endlich in Oslo. 29/65
    Endlich in Oslo. Foto: 
  • Coole Hütte. 30/65
    Coole Hütte. Foto: 
  • Halbzeit auf dem Weg ans Nordkap. 31/65
    Halbzeit auf dem Weg ans Nordkap. Foto: 
  • Es ist soweit – nach über 2000 Kilometern und etwas mehr als drei Monaten Wandern haben die beiden ihre letzte Landesgrenze überquert. 32/65
    Es ist soweit – nach über 2000 Kilometern und etwas mehr als drei Monaten Wandern haben die beiden ihre letzte Landesgrenze überquert. Foto: 
  • Leckeres Essen auf einer Schiffsfahrt. 33/65
    Leckeres Essen auf einer Schiffsfahrt. Foto: 
  • Hütten auf dem Wander-Weg sind extrem praktisch. 34/65
    Hütten auf dem Wander-Weg sind extrem praktisch. Foto: 
  • Die Weite der schwedischen Landschaft. 35/65
    Die Weite der schwedischen Landschaft. Foto: 
  • Hin und wieder findet man auch eine kleine Unterkunft. 36/65
    Hin und wieder findet man auch eine kleine Unterkunft. Foto: 
  • Was Süßes zwischendurch darf bei so viel Wanderei ja sein. 37/65
    Was Süßes zwischendurch darf bei so viel Wanderei ja sein. Foto: 
  • Auf sich allein gestellt in Schwedens Wäldern. 38/65
    Auf sich allein gestellt in Schwedens Wäldern. Foto: 
  • So langsam kündigt sich der Frühling an. 39/65
    So langsam kündigt sich der Frühling an. Foto: 
  • Am Ende des Hallandsleden. 40/65
    Am Ende des Hallandsleden. Foto: 
  • Eine typische schwedische Landschaft. 41/65
    Eine typische schwedische Landschaft. Foto: 
  • Nahrung für Unterwegs: Tubenkäse. 42/65
    Nahrung für Unterwegs: Tubenkäse. Foto: 
  • Wandern durch die schwedische Landschaft. 43/65
    Wandern durch die schwedische Landschaft. Foto: 
  • Schweden hat zwar nicht ganz so viele Seen wie Finnland, aber definitiv ein paar schöne. 44/65
    Schweden hat zwar nicht ganz so viele Seen wie Finnland, aber definitiv ein paar schöne. Foto: 
  • So eine Feuerstelle im schwedischen Nirgendwo ist Gold wert. 45/65
    So eine Feuerstelle im schwedischen Nirgendwo ist Gold wert. Foto: 
  • Kopenhagen hat es den beiden angetan. Hier haben sie sich vor dem Parlament ablichten lassen. 46/65
    Kopenhagen hat es den beiden angetan. Hier haben sie sich vor dem Parlament ablichten lassen. Foto: 
  • Solche wetterfesten Hütten gibt es überall in Dänemark - ideal für unsere Nordkap-Wanderer! 47/65
    Solche wetterfesten Hütten gibt es überall in Dänemark - ideal für unsere Nordkap-Wanderer! Foto: 
  • „Hej Danmark!“ 48/65
    „Hej Danmark!“ Foto: 
  • Mit der Fähre geht es von Deutschland nach Dänemark rüber. 49/65
    Mit der Fähre geht es von Deutschland nach Dänemark rüber. Foto: 
  • An der Küste entlang wandert es sich doch am schönsten. 50/65
    An der Küste entlang wandert es sich doch am schönsten. Foto: 
  • Besonders gefällt ihnen die Altstadt von Lübeck und das Hansemuseum. 51/65
    Besonders gefällt ihnen die Altstadt von Lübeck und das Hansemuseum. Foto: 
  • Nach sieben Wochen Wandern sind die beiden Jungs in Lübeck angekommen. 52/65
    Nach sieben Wochen Wandern sind die beiden Jungs in Lübeck angekommen. Foto: 
  • Echte Fanliebe und ein kleiner Auftritt obendrein: Die beiden Philip(p)s bei einem Auswärtsspiel von Ratiopharm Ulm in Braunschweig. 53/65
    Echte Fanliebe und ein kleiner Auftritt obendrein: Die beiden Philip(p)s bei einem Auswärtsspiel von Ratiopharm Ulm in Braunschweig. Foto: 
  • Uuulmer! 54/65
    Uuulmer! Foto: 
  • Wenig Abwechslung entlang des Elbe Seitenkanals zwischen Hankensbüttel und Bad Bodenteich. 55/65
    Wenig Abwechslung entlang des Elbe Seitenkanals zwischen Hankensbüttel und Bad Bodenteich. Foto: 
  • Unterwegs in Goslar. 56/65
    Unterwegs in Goslar. Foto: 
  • Auf dem Achtermann. 57/65
    Auf dem Achtermann. Foto: 
  • Vor Goethes Haus in Weimar. 58/65
    Vor Goethes Haus in Weimar. Foto: 
  • Bietet bei Kälte zumindest etwas Schutz: eine Holzhütte zur Übernachtung. 59/65
    Bietet bei Kälte zumindest etwas Schutz: eine Holzhütte zur Übernachtung. Foto: 
  • Zur Abwechslung mal nicht im Zelt: Übernachtung in der Jugendherberge Burg Wernfels. 60/65
    Zur Abwechslung mal nicht im Zelt: Übernachtung in der Jugendherberge Burg Wernfels. Foto: 
  • Man(n) trägt auch auf einer Reise Bart (wenn auch keinen echten). 61/65
    Man(n) trägt auch auf einer Reise Bart (wenn auch keinen echten). Foto: 
  • In Bamberg wird Farbe bekannt! #uuulmer 62/65
    In Bamberg wird Farbe bekannt! #uuulmer Foto: 
  • Die ersten Kilometer auf der Reise sind geschafft. 63/65
    Die ersten Kilometer auf der Reise sind geschafft. Foto: 
  • Winterstimmung auf der Wanderung und über Ulm. 64/65
    Winterstimmung auf der Wanderung und über Ulm. Foto: 
  • Auch in den kalten Monaten wird gezeltet. 65/65
    Auch in den kalten Monaten wird gezeltet. Foto: 
Nächste Inhalte

Abschlussbericht: Sieben Millionen Schritte bis zum Nordkap
Philipp Weigel und Philip Kapitzke waren mehr als ein halbes Jahr unterwegs und erlebten auf ihrer Reise einzigartige Momente. Was genau den beiden in Erinnerung bleiben wird, lesen Sie hier.

Woche 30: Wir sind da!
Am Mittwochmittag, am zweiten August haben wir fast sieben Monate nach unserem Aufbruch in Blaustein das Nordkap erreicht. Es ist ein überwältigendes Gefühl hier anzukommen und wir sind beide noch dabei, das Erlebte, aber auch den aktuellen Augenblick einzuordnen und zu verarbeiten und versuchen zu fassen, was diese Ankunft, diese Reise für uns bedeutet.

Fest steht auf jeden Fall Eines: Den Moment, in welchen man zum ersten Mal über die 300 Meter hohe Klippe in die schier unendliche Weite des Polarmeers blickt, werden wir definitiv nicht mehr vergessen.

Am Donnerstag laufen wir noch zum Knivskjellodden, dem ganz offiziell nördlichsten Punkt Europas, welcher zu Fuß erreichbar ist, ehe dann am Freitag schon die Rückreise beginnt, welche uns über Honningsvåg und Alta nach München und schließlich Ulm bringen wird, wo wir Sonntagabend ankommen werden.

Unser großes Abenteuer nähert sich also mit ganz großen Schritten dem Ende. Und so bleibt uns also an dieser Stelle nichts anderes mehr außer nochmals allen zu danken, die uns direkt oder auch indirekt diese Reise ermöglicht haben. Selbstverständlich unseren Familien und Freunden, aber natürlich auch alle, die uns unterstützt haben, auf jede erdenkliche Art und Weise und alle, die mit uns mitgefiebert und das ein oder andere Mal an uns gedacht haben.

DANKE!!!

Die nördlichsten aller Grüße
Eure
Philip/ps

Die geplante Route

Woche 29: Das Nordkap ist nicht mehr fern
Haha – ihr armen Daheimgebliebenen! In den letzten beiden Tagen haben wir auf Grund des Wetters ein ehrliches Lächeln aufs Gesicht gezaubert bekommen. Zum ersten Mal war die Temperaturanzeige bei uns im hohen Norden höher als die im schönen Schwabenländle.

Am Montag, den 24. Juli, stand es um 12.01 Uhr mittags 19:17 (in Grad Celsius) für Alta, Norwegen. Nimm das, Ulm!

Alta als Stadt ist unspektakulär, was jedoch sehr interessant und beeindruckend ist, sind die Sami-Felsritzungen, die man dort direkt am Meer entdeckt hat und an Ort und Stelle besichtigt werden können. Sie geben einen sehr tiefen und weitreichenden Eindruck vom Leben der Samen vor einigen tausend Jahren.

Von Alta aus stehen uns jetzt noch neun Wandertage bevor, zwei davon haben wir schon wieder hinter uns gebracht. Also kommen wir voraussichtlich in genau einer Woche an – noch wirkt es absurd und man kann es selbst noch gar nicht richtig fassen.

Noch viel verrückter ist der Gedanke daran, dass wir uns in nicht einmal zwei Wochen im Flieger nach Hause befinden werden.

Dennoch, trotz all der Schönheit hier, freuen wir uns beide ordentlich auf die Heimat, mit allem was dieser Begriff für einen selbst beinhaltet.

Eure
Philip/ps

Woche 28: Verdammte Mosquitos!
So geht es also langsam aber sicher auf das Ende zu und eine weitere Woche unserer langen Wanderung liegt hinter uns, welche wir getrost unter dem Motto „Angriff der Mosquitos“ zusammenfassen können. Diese scheinen nun endgültig aus ihrem Winterschlaf erwacht und verderben uns das ein oder andere Mal die Esspausen. Erstens macht es einfach keinen Spaß sich im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit von einer vierstelligen Anzahl Stechmücken zu befinden und zweitens muss man für jeden Bissen sein Netz vom Gesicht wegheben. Denn so eine Mütze mit Mückennetz haben wir uns in Kilpisjärvi zugelegt und sie hat sich schnell zu einem unserer Lieblingsausrüstungsgegenstände entwickelt – unseres bescheuerten Aussehens sind wir uns durchaus bewusst.

Außerdem sind wir in der letzten Woche auch erstmals richtig abseits der Wege gelaufen und haben uns von der Nedrefosshytta bis hin nach Alta, wo wir morgen ankommen werden, unsere eigene Route querfeldein erarbeitet. Auf der dazwischen liegenden Nábar-Ebene haben wir auch erstmals (!) einen ganzen Tag lang wirklich keine Menschenseele getroffen. Sie hat doch etwas faszinierend Schönes, diese erlebte Einsamkeit.

Auch das Wetter macht nun seit einigen Tagen richtig mit, was so viel bedeutet wie „es regnet nicht“. Aber ab morgen soll es nun tatsächlich besser werden und wir knacken – laut Voraussage – seit langem mal wieder die 20 Grad Celsius. Luxus pur!

In Alta machen wir am Montag unseren letzten Pausentag und dann steht uns unsere letzte Etappe bevor. Nach einer Plankorrektur bereiten wir unsere Ankunft nun für den 2. August vor.

Bis bald
Eure Philip/ps

Woche 27: Regen und Nebel

Was für eine Woche!!! Hinter uns liegt das mit Sicherheit anspruchsvollste und kräftezehrendste Stück unserer Reise, der Nordkalottleden in Norwegen zwischen Absiko, Schweden und Kilpisjärvi, Finnland (jaja, die Länderbezeichnungen sind richtig!). Nicht nur der Weg an sich, sondern vor allem die äußeren Umstände haben uns doch immer wieder zu schaffen gemacht. Mehrmalige Flussdurchquerungen sind an der Tagesordnung, Pässe auf mehr als 900 Metern noch immer fast vollständig schneebedeckt und als wäre das nicht genug, sind wir die letzten drei Tage durch Regen und Nebel gelaufen, so dass wir uns einfach nur von Wegzeichen zu Wegzeichen gearbeitet haben. Von der angeblich wunderschönen norwegischen Natur hier oben haben wir wenig bis nichts gesehen, leider.

Da kommen dann die DNT-Hütten hier am Weg gerade recht. Selbstversorgerhütten des norwegischen Tourismus-Verbands, die in regelmäßigen Abständen am Weg zu finden sind und einen trockenen Schlafplatz, eine kleine gasbetriebene Küche und einen gemütlichen Holzofen bieten. Purer Luxus für uns also und gerade bei solchem Wetter pures Gold wert.

Wir befinden uns jetzt in Finnland und legen hier unseren vorletzten Pausentag ein, ehe wir in acht Tagen bis Alta laufen wollen. Und dann, ja dann ist es wirklich so weit, dann kommen wir weitere acht Tage später an unserem Ziel an. Gefühlt sind wir also schon fast da.

Parhain terveisin

Eure

Philip/ps

Woche 26: Seit genau sechs Monaten unterwegs

Es ist immer wieder verrückt zu sehen, beziehungsweise zu spüren, wie die Zeit vergeht. Heute sind wir in Absiko angekommen, dem nördlichen Endpunkt des Kungsleden und verlassen diesen somit wieder. Außerdem sind wir heute auf den Tag genau seit einem halben Jahr unterwegs und planen unsere Ankunft am Nordkap in einem weiteren Monat am 6. August. Das Ende ist absehbar.

Ein abschließendes Fazit zum Kungsleden: Er ist traumhaft schön. Auch wenn im nördlichen Abschnitt durchaus nicht mehr von Einsamkeit die Rede sein kann, so trifft man auf einer Sonntagswanderung in den Alpen definitiv mehr Menschen an.

Die letzten fünf Tage sind wir ausschließlich durch baumlose Täler gelaufen und hatten auch das Privileg, von Schneefall im Juli begrüßt zu werden.

Außerdem haben wir uns in der vergangenen Woche einen kleinen Abstecher vom Plan erlaubt und sind auf den Kebnekaise gestiegen, der überragende 2104 Meter in den derzeit immer hellen Nachthimmel Norwegens wächst und damit der höchste Berg des Landes ist. Bitte auch nicht den Fehler machen und den Kebnekaise mit einen 2000er der Alpen verwechseln. Auf Grund der Lage nördlich des Polarkreises sind es hier gänzlich andere Bedingungen.

Die Spitze des Bergs ist dauerhaft mit Schnee bedeckt, weshalb die Höhe variiert und gar in einigen Jahrzehnten wird der Nordgipfel des gleichen Berges sogar höher sein. Globale Erwärmung und so...

Es ist ein überwältigender Ausblick, der sich vom Gipfel aus bietet. Man sagt, es lässt sich eine Fläche so groß wie die Schweiz überblicken.

Ausnahmsweise gefällt uns auch der Schnee, der sich in drei Himmelsrichtungen vor uns erstreckt.

Gipfelgrüße

Eure Philip/ps

Woche 25: Menschenmassen und eine mühsame Flussüberquerung

Die zweite Woche auf dem Kungsleden. Neben einer gigantischen Rentierherde und einer noch immer grandiosen Landschaft hält der Kungsleden in seinen nördlicheren Abschnitten vor allem eines bereit: Menschenmassen. In den letzten beiden Tagen haben wir jeweils so viele Menschen gesehen, wie gefühlt auf unserer ganzen Wanderung zuvor – und die richtig gut besuchten Teile liegen den Erzählungen nach erst noch vor uns. Wir fühlen uns ab und an nach fast sechs Monaten Einsamkeit wie auf einer Wandererautobahn.

Der denkwürdigste Moment letzte Woche war sicherlich die Besteigung des Skierffe, einem lediglich 1179 Meter hohen Gipfel, der auf seiner Südseite rund 700 Meter steil abfällt, gut die Hälfte davon im freien Fall. Von oben bietet sich ein atemberaubender Blick in den Sarek Nationalpark und in das Rapadalen direkt unter uns. Nicht umsonst wird der Skierffe auch als Tor zum Sarek bezeichnet.

Direkt unterhalb des besagten Berges liegt der Laitaure, ein See, den es zuvor noch zu queren galt.

Simples IQ-Spiel: Es gibt insgesamt drei Boote, beschließt man zu rudern, müssen nach Ende der Überfahrt auf jeder Uferseite wieder mindestens ein Boot stehen. Heißt, wenn nur ein Boot auf unserer Seite liegt, gilt es insgesamt drei Mal zu rudern. Hin, mit einem zweiten Boot im Schlepptau zurück, ein Boot fest machen und wieder übersetzen. Bei drei Kilometern einfacher Ruderstrecke ein ziemlich zähes Unterfangen.

Die ersten beiden Male lief auch alles rund, ehe wir auf unserer dritten Überfahrt von einem starken Wind überrascht wurden, der unser kleines Boot immer weiter abtrieb, so dass wir es nur mit allergrößter Mühe auf die andere Seite schafften. Zwar knapp einen Kilometer von der eigentlichen Anlagestelle entfernt, aber am Ufer entlang, wo der Wind nicht mehr so stark war, ging es dann doch deutlich einfacher stromaufwärts zu rudern.

Was man nicht alles mit sich machen lässt...

Eure
Philip/ps

Woche 24: Unterwegs auf dem König aller Wege

Der Kungsleden also.... wie beginnt man am Besten, diesen Weg zu beschreiben?

Vielleicht mit einem kleinen Ausflug zur Namensgebung. Übersetzt bedeutet Kungsleden „Königsweg“. Nun jedoch nicht, weil hier vor mehreren Jahrhunderten ein Staatsoberhaupt einen langen Spaziergang gemacht hat, nein, sondern weil der Kungsleden sich anmaßt der „König aller Wege“ zu sein. Ob er es wirklich ist oder nicht, darf jeder dann selbst entscheiden, aber eines ist sicher: Er spielt in der allerhöchsten Liga der Fernwanderwege!

Die Weitläufigkeit der schwedischen Natur, die man tagtäglich erleben darf ist schlichtweg atemberaubend. Weite Täler mit Flüssen und Seen, eingerahmt von teils noch schneebedeckten Gipfeln. Riesige Waldflächen, die in der Höhe in karges, tristes Moor übergehen, das dennoch seinen ganz eigenen Charme hat. Auch von den Wegbedingungen her ist es deutlich besser als erwartet und nur an den ersten beiden Tagen hatten wir richtig schön nasse Schuhe und einige Schneefelder zu durchqueren. Und das alles in fast absoluter Einsamkeit. Getroffen haben wir in auf dem Wanderweg während der ersten Woche ganze 12 Menschen.

Ein paar andere nette Begegnungen hatten wir dennoch – und zwar mit Stechmücken, die wohl endlich geschlüpft sind und es kaum noch erwarten können, sich blutrünstig auf uns zu stürzen. Mit etwas Mygga (schwedisches Autan) und einem Netz am Innenzelt sind wir davor jedoch einigermaßen sicher.

Pünktlich zum Mittsommerfest knacken wir dann den Polarkreis.

Schneebefreite Grüße
Eure Philip/ps

Woche 23: Zurück nach Schweden

Vorgestern haben wir wieder die Grenze zu Schweden überschritten und damit Norwegen nach etwas über zwei Monaten wieder verlassen. Aber keine Sorge, wir kommen zurück.

In Schweden geht es nun morgen auf den Kungsleden, endlich! Nach rund 240 Kilometern entlang der Straße ist dieser nun Balsam für die etwas zermürbte Wanderseele.

Auch wenn wir hier noch immer von vielen lokalen Anwohnern hören, dass wir vermutlich viel von unserem weißen Freund noch zu sehen bekommen werden – wir kennen uns ja mittlerweile zu gut, als dass unsere Beziehung zueinander noch irgendwie überraschend sein könnte. Hoffen wir zumindest.

Nachdem die Schneeschmelze jetzt aber in vollem Gange ist und wir letzte Woche schon von Flüssen berichten konnten, die ihr Flussbett nicht mehr länger als ausreichend empfinden, können wir dem ganzen diese Woche die Krone aufsetzen.

Kurz vor Hemavan, wo wir jetzt gerade einen Pausentag einlegen, hieß es noch, den Fluss Ume älv zu überqueren. Eine Brücke gab es, allerdings nur dort, wo er sich zu Normalzeit befindet. Kurz darauf hatte der Fluss dann auch unseren Weg komplett geflutet und eh wir wussten, wie uns geschah, wateten wir auch schon hüfthoch durch das kalte Wasser.

Was soll uns eigentlich noch schocken? Mal abwarten, bestimmt doch noch so einiges...

Wanderslustige Grüße
Eure Philip/ps

Woche 22: Im Sommer durch den Schnee und deutsche Urlauber in Wohnmobilen

Jaja, wer sich gedacht hat, dass der Monat Juni auch automatisch den Sommer ankündigt, dem sei der Norden Norwegens empfohlen. Hier ticken die Jahreszeiten noch etwas anders und gefühlt laufen wir eigentlich seit Beginn unserer Reise durch den Winter. In den Bergen um uns herum liegt ab rund 500 Höhenmetern eine dichte, weiße Schicht. Da trifft es sich gut, dass wir nächste Woche auf über 1000 Meter hinaus wollen.

Derzeit laufen wir, um eben diesem nassen, kalten, weißen Zeug aus dem Weg zu gehen, rund 300 Kilometer direkt auf der Straße nebst LKWs und vorrangig deutschen Wohnmobilen, die mit älteren Damen und Herrschaften besetzt sind (nichts für ungut, sollte sich jemand wiedererkennen).

Witzigerweise haben wir auch schon zwei Fahrzeuge aus mit den wohlbekannten Kennzeichen „UL“ und „NU“ gesehen und beides Mal kamen wir ins Gespräch.

Jochen, mit seinem Motorrad auf den Weg ans Nordkap, erkannte uns aus der Zeitung und hielt kurzerhand an einer Bushaltestelle an und wir machten eine gemeinsame Käsebrotpause – klassisch.

Pascal und Philipp waren mit ihrem alten, neu hergerichteten, – wir müssen es nochmal sagen – ultra-hammergeilen VW-Bus unterwegs. Mit den beiden tranken wir eine Tasse Kaffee direkt neben der Autobahn – gemütlich.

Ach ja – und ein letztes Erlebnis dieser Woche: Beim Zelten wurden wir ein wenig vom Hochwasser überrascht. Wir sind uns einig, dass wir unser Quartier am Abend nicht auf einer vom Wasser umgebenen Insel aufschlugen. Das muss wohl über Nacht gekommen sein...

Grüße nochmals an unsere beiden Begegnungen...

Eure
Philip/ps

Woche 21: Weniger Gepäck und ein Angebot, dass sie nicht ablehnen konnten

Seit gestern sind wir nun wieder zu zweit auf unserem letzten großen Teilstück unterwegs. Hanna ist am Dienstag wieder abgereist und hat uns nochmal einen Teil unserer nicht mehr benötigten Ausrüstung abgenommen:
- Handschuhe. Diese Zeiten liegen nun hoffentlich wirklich hinter uns.
- Stirnlampe. Es ist ohnehin nicht mehr dunkel.
- Klamotten. Es wird einfach weniger gewechselt. Außerdem sind wir beide auf unser zweites Paar Wanderschuhe umgestiegen – nach insgesamt 3000 Kilometern.

Und dann ist noch etwas passiert. 5 Monate haben wir darauf gewartet, vor allem in den bitterkalten Monaten des Jahres darauf gehofft, doch nun ist es Realität geworden. Wir wurden gestern privat zum Übernachten eingeladen und konnten in einem warmen Bett schlafen. Genial!

Und weil es dann so schön war, gleich nochmal – auch heute wurden wir hereingebeten. Draußen regnet es jetzt gerade, weshalb wir natürlich doppelt froh sind, kein Zelt aufbauen zu müssen. Wir nehmen das natürlich gerne mit.

Außerdem haben wir heute unsere ersten Rentiere gesehen, die ja sogenannte Fluchttiere sind. Die Tiere, die wir gesehen haben, haben das wohl völlig vergessen und ließen sich von uns gemütlich ablichten. Schienen doch ganz entspannte Tierchen zu sein. Naja, wir werden bestimmt noch mehr davon sehen- oder eben auch nicht, wenn sie sich an ihren Fluchtinstinkt erinnern.

Tierische Grüße
Eure Philip/ps

Woche 20: Jetzt wird’s endgültig ländlich

Ende, aus, Basta, Finito, das war es – die Zivilisation liegt hinter uns. Am Donnerstag haben wir Trondheim verlassen und damit auch die letzte, größere Stadt, die wir auf unserer Reise passieren. Ab jetzt kommt eigentlich nichts mehr, was man nicht getrost als "Kaff" bezeichnen könnte, wie wir im Schwäbischen sagen würden.

Da die Schneeverhältnisse in Nord-Norwegen uns mal wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht haben, mussten wir unsere Route nochmals ein wenig ändern. Wir wollen nun so schnell als möglich zurück nach Schweden und dort auf den Kungsleden, ein Fernwanderweg im hohen Norden. Erst danach geht es auf unseren ursprünglich geplanten Weg in Richtung Nordkap.

Trondheim ist eine wunderschöne Stadt, bisher wohl die schönste, die wir seit Kopenhagen besichtigt haben. Viele nette Cafés und Einzelhändler, viel Grün und es wirkt alles sehr viel familiärer als in anderen Großstädten.

Auch der Nidarosdom, der das Ziel unseres Pilgerwegs markiert, ist allemal einen Besuch wert. Er ist definitiv ein emotionaler Moment, wenn man erstmals davor steht und sich bewusst wird, was man bisher geleistet hat.

Jetzt "genießen" wir seit zwei Tagen durchgängig den Regen, die letzten Tage mit Besuch und die letzten Vorteile einer Metropolregion: Filterkaffee und Steckdosen.

Nordische Grüße
Eure Philip/ps

Woche 19: Besuch aus der Heimat

Wir haben das Dovrefjell überquert – zwar nicht vollständig auf dem vorgesehenen Weg, aber dennoch haben wir die Strecke auf unseren eigenen Füßen zurückgelegt.

Auf dem Fjell haben wir dann auch endlich die magische Marke von 1000 Höhenmetern geknackt und sind sogar auf über 1200 Meter hochgekraxelt.

Die Landschaft dort oben ist atemberaubend, weite, karge Hochebenen, lang und seicht abfallende Hänge, zugefrorene Seen und im Hintergrund ein Bergpanorama, das es mit jedem Hochgebirge dieser Welt aufnehmen kann. Dass wir die Baumgrenze bereits frühzeitig während des Aufstiegs passiert haben, passt nur noch mehr ins Bild.

Jetzt befinden wir uns schon auf dem letzten großen Teilstück des Olavswegs nach Trondheim, ehe wir danach endgültig die Zivilisation verlassen.

Am Montag ist noch Hanna, Philips Freundin, zu uns gestoßen, die uns die nächsten zwei Wochen durch Norwegen begleiten wird. Es läuft also alles hier bei uns...

In diesem Sinne
Eure Philip/ps

Woche 18: Vier Tage auf über 1000 Meter

Das Dovrefjell liegt vor unserer Tür und wartet darauf, von uns passiert zu werden. Dort werden wir auf unseren bisher höchsten Punkt der Reise steigen – theoretisch. Denn praktisch hat es heute morgen nochmals geschneit und uns wurde mehrmals gesagt, eine normale Überquerung des Fjells sei auf Grund der Schneeverhältnisse unmöglich.

Was nun? Die viel befahrene Passstraße zu laufen kam für uns beide eigentlich nicht in Frage und die Strecke mit dem Zug zu überwinden erst Recht nicht. Die Lösung lautet: Schneeschuhe! Gott sein Dank können wir diese hier im Hotel, wo wir einen Pausentag eingelegt haben, ausleihen.

Wir sind tierisch gespannt, wie die nächsten vier Tage auf über 1000 Meter werden.

Ende letzter Woche haben wir noch in Ringebu unsere neue Rekordtemperatur erlebt. 21 Grad Celsius – Plus, wohlgemerkt.

Dann allerdings hat sich das Wetter leider wieder etwas verschlechtert, wobei sich das Landschaftsbild, das sich uns geboten hat, dadurch aber nicht getrübt wurde. Es ist schlichtweg wunderschön hier.

Auch die Tage werden immer länger, so dass es vor allem im Zelt schwer fällt, sich zeitlich zu orientieren, denn hell heißt nicht unbedingt „Aufstehen!“. Die Sonne geht heute um 22 Uhr unter und morgen wieder um halb 5 auf. Wir nähern uns mit großen Schritten dem Polartag.

Jetzt warten wir auf die Ulmer Play-Off Spiele und fiebern fleißig mit – selbstverständlich im Trikot.

Liebe Grüße aus Dovre
Eure Philip/ps

Auf dem Weg zum Nordkap: Eine Zwischenbilanz der Wanderer

Woche 17: Hurra, Frühling!

Nach dem Wintereinbruch ist vor dem Sommeranfang! Seit einer Woche haben wir tagsüber konsequent strahlenden Sonnenschein und Temperaturen von fast zwanzig Grad. Wir gewöhnen uns viel zu schnell daran, denn die Wettervorhersage für nächste Woche zeigt schon wieder eine Schneeflocke an.

Nichts desto Trotz macht das Wandern so nochmals mehr Spaß und hat uns in den letzten zwei Tagen bilderbuchhafte Ausblicke in und über das Gudbrandsdal beschert. Ein Tal, welches wir nun für fast zwei Wochen durchqueren- mal unten drin, mal oben am Hang.

An den Nordhängen liegt noch immer einiges an Schnee und in der Ferne sehen wir des Öfteren weiße Berggipfel. Besonders ermutigend ist das nicht, da wir in rund einer Woche über das Dovrefjell wollen. Eine Gebirgskette, wo der Pilgerweg uns auf über 1300 Meter hinauf führt- und von Schnee haben wir wahrlich genug.

In Lillehammer hatten wir wie angekündigt unseren nächsten Pausentag. Dafür, dass dort olympische Spiele waren, ist die Stadt doch recht klein und übersichtlich. Sie hat auch nur rund 27.000 Einwohner, was uns direkt dazu verführt hat, uns ein paar Gedanken bezüglich einer Blausteiner Bewerbung zu machen. Unser einziges großes, wohl leider unlösbares Problem: Ski Alpin...

Grüße aus Norwegen

Eure Philip/ps

Woche 16: Hurra, Winter!
Es ist wieder soweit! Lange haben wir darauf gewartet, erbittert gefleht und uns ehrfürchtig danach gesehnt. Er ist zurück, hat uns nochmals mit seiner Anwesenheit erfreut und alle Dinge in seiner Farbe gekleidet. Ladies and Gentlemen, wir präsentieren: Den Winter!!!

Innerhalb eines Tages hat er uns mal eben knapp einen halben Meter Neuschnee in den Weg gelegt und uns somit das Gehen darauf teilweise nahezu unmöglich gestaltet. Hier in Norwegen gibt es dann leider auch keine Alternativrouten, die man wählen kann, sondern man ist ihm auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.

So nächtigten wir beispielsweise in einer Pilgerherberge, die wir völlig durchnässt und nervlich am Ende erreichten und uns schon auf ein warmes Feuer freuten, nur um dann zu bemerken, dass es kein Feuerholz gab. Es ist ein unvergessliches Gefühl morgens sowieso nicht richtig aufgewärmt in nasse, feuchte Klamotten und Schuhe zu steigen.

Da war es dann doch gerade gut, dass wir uns beide an einem Pausentag zuvor ein wenig mental und körperlich stärken konnten. Philipp empfing sogar seine Familie für einen Tag zu Besuch.

Die oben schon angesprochenen Pilgerherbergen am Weg sind -trotz teils nicht vorhandenen Holzscheiten- umso schöner. Alle auf ihre eigene Art und Weise sind sie besinnlich, ruhig und einladend. Zumeist natürlich aus Holz und sehr urig, wie man bei uns ja gerne sagt. Das Pilgern macht bisher auf jeden Fall Spaß.

Nun steht uns als Nächstes ein Stopp in Lillehammer bevor, wo 1994 olympische Spiele ausgetragen wurden. Wir freuen uns darauf.

Winterliche Grüße
Eure Philip/ps

P.s. Jaja, wir wissen, ihr habt auch einen Wintereinbruch in Ulm gehabt, wir hören ja schon auf zu meckern... blablabala :)

Grüße aus Norwegen

Eure Philip/ps

Woche 15: Bergfest in Oslo
Oslo...! Wir sind tatsächlich bis Oslo gekommen und haben damit die Hälfte unserer anvisierten Reise hinter uns. Richtig realisieren, was das bedeutet, werden wir wohl erst, wenn wir rückblickend auf unser Abenteuer schauen. Aktuell heißt es für uns einfach nur: 2350 Kilometer geschafft- jetzt nur noch 2350 Kilometer.

Oslo als Stadt ist schön, wenn es auch besonders am Hafen wirkt, als sei sie im Umbruch. Viele Baustellen vermitteln den Eindruck, sie sei unfertig. 2019 sollen die vielen Kräne und Gerüste wohl wieder abgerückt, bzw. abgebaut und das Areal mit hochmodernen Gebäuden bestückt sein. Also, wer sich für Oslo interessiert, sollte eventuell noch zwei Jährchen warten.

Wir haben uns nun auf dem Olavsweg auf den Weg nach Trondheim gemacht. Ein Pilgerweg, dem zum Nidaros-Dom führt, wo einst der heilige Olav bestattet wurde. Kleiner Geschichtsunterricht: Olav trieb die Christianisierung des Landes stark voran. 643 Kilometer stehen uns dort nun bevor, ehe wir die Zivilisation endgültig hinter uns lassen.

Bis dahin genießen wir noch deren Vorzüge. Gelegentlich ein frisches Stück Obst aus dem Supermarkt oder ein Heißgetränk im örtlichen Café.

Grüße aus Norwegen
Eure Philip/ps

Woche 14: 2000 Kilometer hinter sich und die Grenze zu Norwegen überschritten

Wir haben es geschafft! Vor zwei Tagen haben wir unsere letzte Landesgrenze passiert und sind in Norwegen „einmarschiert“. Zwar werden wir, wenn alles nach Plan läuft nochmals nach Schweden zurückkehren, dennoch werden wir einen Großteil der weiteren Reise hier erleben. In der letzten Woche haben wir außerdem die 2000 Kilometer-Marke geknackt.

Schweden hat sich uns zum Abschluss nochmals von seiner besten Seite gezeigt, auch was das Wetter angeht. Kurzzeitig hatten wir tatsächlich sommerliche Temperaturen von 17 Grad- wenn man bedenkt, dass wir bei -17 Grad losgelaufen sind, ist das doch ein gehöriger Unterschied. Der Bohusleden ist schlichtweg wunderschön und war bisher definitiv eines schönste Stücke unsere Strecke. Das schnelle Stakatto von Auf und Abs, die Landschaft, die Natur, die an Seen gelegenen Hütten... wir sind fast froh, dass wir uns am nördlichen Ende des Wanderweges noch ein Stück offen gehalten haben, denn so haben wir einen guten Grund, nochmals zurückzukommen.

Nun haben wir in Halden einen Pausentag eingelegt und unseren nächsten Besuch empfangen. Robin wird uns nun bis Oslo begleiten, wo wir in rund einer Woche ankommen möchten.

Nur so ganz nebenbei: Oslo ist dann auch – ganz grob – die Hälfte.

Liebe Grüße aus Norwegen
Philipp und Philip

Woche 13: Göteborg und Maschtlöcher
Göteborg... in unseren zwei Pausentagen dort ist uns doch das ein oder andere Erlebnis widerfahren, welches es zu erzählen lohnt. Die Stadt an sich ist im klassischen Sinne nett, nicht mehr, nicht weniger. Ein paar schöne Ecken hat es definitiv, wie zum Beispiel Haga, ein Viertel mit vielen Cafés und typisch skandinavischen Einzelhändlern.

Dann war da noch Philipps Geburtstag, den wir in einer Bar gefeiert haben, in welcher wir unser teuerstes Bier bisher serviert bekamen: 12 Euro für einen halben Liter- und Norwegen soll wohl noch teurer sein, also Halleluja! Da wir beide Besuch hatten, war es dann auch mal schön, andere Gesichter um uns herum zu haben- bei Philipp plus beste Freundin und deren Freund wurden dann sogar noch gute, heimatliche Kässpätzle zubereitet.

Nun sind wir wieder auf dem Bohusleden unterwegs, wo wir aktuell täglich zu spüren bekommen, dass wir vielleicht doch noch ein paar Wochen zu früh dran sind. Teilweise arbeiten wir uns von einen Matschloch zum nächsten vor, was das Unterfangen „Trockene Schuhe und Socken“ praktisch unmöglich macht. Dafür ist es mittlerweile deutlich wärmer und wir sind doch froh, dass wir die kalten Wetterverhältnisse aus dem Januar in Deutschland wohl endgültig hinter uns gelassen haben.

Nächste Woche schreiben wir dann schon aus Norwegen – wenn natürlich alles nach Plan läuft.

Liebe Grüße
Eure Philip/ps

Woche 12: Hoffnung auf Wärme

Es gibt Hoffnung, Hoffnung auf Besserung! Wir hatten letzte Woche zum ersten Mal zweistellige Plusgrade und sehen immer wieder erste Knospen, die uns verheißungsvoll den Frühling ankündigen. Wir nehmen das als gutes Omen.

Den Hallandsleden haben wir ebenfalls in dieser Woche verlassen, beziehungsweise, er uns, da er kurz vor Göteborg endet und in den Bohusleden übergeht, welchen wir nun entlang wandern.

Insgesamt wird er uns der Hallandsleden sehr positiv in Erinnerung bleiben. Zwar bietet er keine weiten Ausblicke, keine Gipfelkreuze und keine Halbpension auf Hütten, wie man es vielleicht eher aus dem Alpenraum kennt, es ist ein Erlebnis der anderen Art. Man schleppt Verpflegung für vier Tage mit sich, man fragt bei privaten Haushalten nach Trinkwasser und man hat Zeit für sich, da man wenige Menschen trifft- um genau zu sein zu dieser Jahreszeit keine. Man ist doch eher auf sich allein gestellt und hat die Möglichkeit in Schwedens Wäldern ein wenig mehr zu sich zu finden.

Eine weitere wichtige Erkenntnis, die wir erlangt haben: Wenn man auf der Karte einen Weg am See entlang sieht, heißt das nicht wie bei uns, es steht ein gemütlicher Spaziergang bevor, nein, nein. Es heißt rauf und runter, entlang riesiger, ehemaliger Gletschermoränen, die die Landschaft hier so einmalig machen.

Jetzt erholen wir uns zwei Tage in Göteborg und erwarten beide Besuch, was uns, gerade nach zwei Wochen einsamer Zweisamkeit gerade Recht kommt.

Eure Philip/ps

Woche 11: Von verlorenen orangen Crocs und Sitzmatten
Wir möchten diesen Bericht mit einer eher traurigen Botschaft beginnen, denn wir haben einen Verlust zu beklagen. Bestimmt habt ihr sie schon auf den unzähligen Bildern lieb gewonnen und in euer Herz geschlossen, doch damit ist jetzt Schluss. Die orangen Crocs des Philip (mit einem „p“) haben sich leider in Schwedens Wildnis verselbstständigt. Wir wissen nicht wo, wir wissen nicht wie, aber wir wünschen alles Gute!

Und da wir jetzt schon verlorenen Ausrüstungsgegenstände hinterher trauern, möchten wir an dieser Stelle auch kurz einer verlorenen Sitzmatte gedenken, die sich bereits in Dänemark verflüchtigt hat.

So, und jetzt, bevor das hier Überhand nimmt, wieder zum eigentlichen Geschehen. Der Hallandsleden hat sich uns zwischendurch leider auch als Weg präsentiert, der auf vielen asphaltierten Straßen entlang geht, was uns im nicht gerade dicht besiedelten Schweden oftmals nicht besonders wandererfreundlich erscheint. Heute war dafür wieder mal eine der schönsten Etappen, wo wir zusätzlich zu traumhaften Waldwegen an Seen entlang auch noch einige Höhenmeter zurücklegen durften.

Jetzt fiebern wir gespannt zweistelligen Plusgraden entgegen und hoffen, dass die langfristige Wettervorhersage ausnahmsweise mal hält, was sie verspricht.

Nächster großer Stopp ist nächste Woche dann Göteborg.

Bis dahin

Eure Philip/ps

Woche 10: Fernwanderwege und deutsche Auswanderer in Schweden
Schon einmal etwas von dem schönen, Schwedischen Dorf Simlångsdalen gehört? Nein? Macht auch gar nichts, lohnt sich auch nicht. Nichts desto Trotz war für uns dieses Dorf im kaum besiedelten Landesinneren Schwedens Gold wert. Nach 6 Tagen, in denen wir durchgehend draußen übernachtet haben, fühlt sich eine ausgiebige, warme Dusche an, wie... naja, denkt euch selber was aus!

In Mästocka, der nächsten größeren „Stadt“ (*räusper*) hatten wir eine sehr verrückte Begegnung. Gefühlt im Nirgendwo sind wir, als wir bei einem Privathaushalt nach Wasser gefragt haben, auf einen deutschen Auswanderer getroffen und haben uns bei einem Kaffee blendend unterhalten. Sehr schön.

Seit vier Tagen befinden wir uns jetzt auf dem Fernwanderweg Hallandsleden, der die gleichnamige Region durchquert und es ist einfach traumhaft. Moosige, leicht nachgebende Waldwege, die anschließend auf Holzdielen über Moore hinweg führen, nur um dann entlang stiller, weiter Seen zu führen, die in die grüne Landschaft eingebettet sind.

Auch die Tradition der Schutzhütten, die wir ja in Dänemark schon ordentlich gefeiert haben, setzt sich hier fort- nur noch besser. Die Schutzhütten hier sind dann bisher meist noch mit WC, Feuerstelle inklusive Holz und im Sommer mit fließend Wasser ausgestattet. Purer Luxus für uns also. Da kann sich Deutschland wirklich mal eine ordentliche Scheibe abschneiden!

Außerdem haben wir, nachdem wir Dänemark ebenfalls mit der Fähre in Helsinggør verlassen haben rein ländertechnisch schon die Hälfte geschafft. Klingt gut- ist es aber nicht. Von den Kilometern her haben nach rund 1600 wir noch rund 3100 vor uns. Es kann also weitergehen...

Eure
Philip/ps

P.S: Jaja, liebe Uuuuulmer, wir verfolgen euch natürlich immer noch. Auch aus dem Höhen Norden: Herzlichen Glückwunsch zur Rekordserie.

Woche 9: Über tolle Hütten und weniger tolle Meerjungfrauen
Sooooo... Nachdem wir letzte Woche unsere Laudatio auf Deutschland gehalten haben, müssten wir diese Woche das gleiche mit Dänemark machen. Zwar muss man direkt sagen, dass es hier landschaftlich nicht ganz so beeindruckend und vielseitig ist, aber da wir ja wirklich nur am äußersten östlichen Rand entlang laufen, war das in dieser Form auch zu erwarten.
Was hier tatsächlich sehr angenehm ist, sind hölzerne Schutzhütten, die speziell für Verrückte wie uns errichtet sind und wind- und wetterdichten Unterschlupf für eine Nacht bieten. Und das Beste daran: Sie sind wirklich übers ganze Land verstreut zu finden.

Auf unserem Weg nach Kopenhagen haben wir dann auch die längste Brücke unseres Fußmarsches überquert. Und selbstverständlich sind wir genau in der Mitte von einem ordentlichen Graupelsturm überrascht worden. Es gibt definitiv angenehmeres.

Kopenhagen an sich hat es uns bisher auch angetan. Bei einer rund dreistündigen Stadttour haben wir bereits die Stadt erkundet und uns dabei auch die enttäuschendste Touri-Attraktion angeschaut: Die Statue der Meerjungfrau im Hafen. Naja...

Morgen geht es wieder weiter und am Sonntag steht die nächste Fährfahrt an. Dann geht es von Dänemark nach Schweden.

Herzliche Grüße
Eure Philip/ps

Woche 8: Tschüss Deutschland, hej Danmark!
Es ist soweit! Nach über 1.200 Kilometern haben wir Deutschland vor zwei Tagen mit der Fähre in Puttgarden verlassen. Nun stehen uns rund 250 Kilometer durch Dänemark bevor, die es zu bewältigen gilt.

Und Deutschland? Was bleibt uns von Deutschland nachhaltig in Erinnerung?

Vor allem werden es die vielen, netten und offenen Menschen sein, denen wir begegnen dürften und die Gespräche, die wir geführt haben.

Natürlich auch die Landschaft, die- man mag es kaum glauben - unglaublich vielseitig ist. Angefangen mit der schwäbischen Alb, über die fränkische Schweiz, den Thüringer Wald und den Harz bis hin zur norddeutschen Tiefebene und der Ostsee. Man entdeckt in allen Teilen des Landes Orte, die allemal einen Besuch wert sind.

Aber auch die Geschichte, die dieses Land prägt und die uns immer wieder begegnet, ist unglaublich interessant und spannend. Sei es im Reichsparteitagsgelände in Nürnberg, im Goethehaus in Weimar oder im Hansemuseum in Lübeck.

Fazit bis hierhin also: Deutschland ist ein Land, dass alles, wirklich alles zu bieten hat.

An dieser Stelle auch ein herzliches Dankeschön, an all diejenigen, die uns diese Reise bis hierhin ermöglicht haben. Egal ob Daheimgebliebene, Besucher, Unterschlupfgewährer oder Bierausgeber. Danke!!!

Eure
Philip/ps

Woche 7: Oh, du schönes Lübeck!
Als wir nach acht Tagen Wandern vorgestern in Lübeck angekommen sind, wurde uns beiden wohl erst so richtig bewusst, wie weit wir mittlerweile gekommen sind. Über 1000 Kilometer haben wir in den Füßen und somit also fast ganz Deutschland einmal von Süd nach Nord durchquert. Nächste Woche um diese Zeit haben wir dann bereits die Grenze nach Dänemark passiert.

Lübeck ist einfach eine traumhaft schöne Stadt, die definitiv eine Reise wert ist. Vor allem das Hansemuseum hat es uns angetan! Wer der historischen Altstadtinsel einen Besuch abstattet, sollte sich diese hoch moderne und spannende Aufbereitung der Geschichte der Hanse nicht entgehen lassen.

Auch die letzten Wandertage waren besonders schön. In Erinnerung bleiben wird uns vor allem die Strecke durch das Hellbachtal an drei Seen entlang nach Mölln hinein oder der Tag darauf nach Ratzeburg, wo sich die Altstadt ebenfalls auf einer Insel mitten im gleichnamigen See befindet.

Nächste Woche sind wir dann in der Lage ein endgültiges Fazit zu ziehen.

Wir wollen ja nicht voreilig sein und Fehmarn und der Ostsee, die in in den nächsten Tagen auf dem Programm stehen, gar keine Chance geben, sich da noch dauerhaft zu verewigen.

Grüße aus dem Norden
Eure Philip/ps

Woche 6: Live-Auftritt bei einem Spiel der Ulmer Basketballer
Schon einmal sieben Kilometer schnurstracks gerade aus gelaufen, ohne Kurve, ohne sichtbaren Höhenmeter, ohne ein sich veränderndes Landschaftsbild? Nicht? Dann können wir euch den Weg entlang des Elbe Seitenkanals zwischen Hankensbüttel und Bad Bodenteich empfehlen – wer es unaufgeregt mag, wird es hier lieben.

In Bad Bodenteich haben wir unseren nächsten Pausentag eingelegt und uns dort ein ganzes Ferienhaus gemietet, was tatsächlich die billigste Unterkunft im ganzen Ort war. Von dort aus haben wir dann an besagtem Pausentag nochmals den Rückwärtsgang (per Bahn) eingelegt und sind nach Braunschweig zum Auswärtsspiel der Ulmer Basketballer gefahren. Dort duften wir sogar ein Halbzeitinterview für den Live Stream geben, auch wenn wir möglicherweise peinlich waren- uns hat es Spaß gemacht.

Außerdem haben wir gestern den „Hohen Mechtin“ bestiegen! Jaja, es ist nämlich doch nicht mehr so flach hier und es gibt richtige Erhebungen. Der Hohe Mechtin ragt gar 142 Meter über dem Meeresspiegel in den Wendlandkreiser Nachthimmel hinein und jagt uns alpenverwöhnten Südländern eine gehörige Portion Respekt ein- oder eben auch nicht.

Bis zum nächsten Mal.
Eure Philip/ps

Woche 5: Über Berge und durch Schnee
Den Harz überqueren: check! Zwar hat uns das Mittelgebirge doch das ein oder andere Mal an den Rand der Verzweiflung getrieben - etwa wenn wir mehrere Kilometer durch einen halben Meter hohen Schnee laufen oder über vollständig gefrorene Wege mussten, wo wir über Schlittschuhe froh gewesen wären - aber wir haben es geschafft. Dort haben wir auch den bisher höchsten Punkt unserer Reise erreicht: Der Achtermann auf 925 Metern Höhe. Den Brocken mussten wir auf Grund der Schnee- und Sichtverhältnisse leider auslassen.

In Goslar haben wir dann unseren nächsten Pausentag eingelegt, wo Philip sich dann auch über Besuch aus der Heimat freuen durfte. Doch auch so ist Goslar allenfalls eine Reise wert.

Mittlerweile befinden wir uns in Niedersachsen in der norddeutschen Tiefebene, wo uns jetzt die Kilometer nur so unter dem Füßen durchfliegen.

Am Sonntag kehren wir übrigens nochmal nach Braunschweig zurück, um das Auswärtsspiel der Ulmer dort anzuschauen. Was man nicht alles für sein Team auf sich nimmt...

Bis dahin
Eure Philip/ps

Woche 4: Endlich wieder Plusgrade

In dieser Woche war es soweit: Wir kamen in den Genuss erstmals bei Plusgraden zu zelten – was für ein Gefühl! Nur um dann am nächsten Tag mit der logischen Folge konfrontiert zu werden: Regen, na toll.

Nach rund 500 Kilometern sind wir letzten Freitag in Weimar angekommen und haben unseren nächsten Pausentag eingelegt. Dort sind wir als alte Kulturbanausen auf den Spuren der beiden berühmtesten Söhne der Stadt, Goethe und Schiller, gewandert. Bei unserem Aufbruch haben wir noch einen Umweg in Kauf genommen, um kurz einen Blick in die KZ-Gedenkstätte Buchenwald zu werfen. Dort hatten wir leider viel zu wenig Zeit und müssen wohl irgendwann nochmal herkommen.

Ansonsten haben wir diese Woche laut Handy unseren Schrittrekord geknackt (46.264 – wenn jemand mehr zu bieten hat, gerne melden) und auch die 600 Kilometermarke ist erreicht. Ab morgen steht dann die Überquerung des Harzgebirges an.

Herzlichste Grüße
Eure Philip/ps

Woche 3: Langsam aber sicher setzt uns die Kälte zu

Nach beinahe drei Wochen, in denen wir uns nicht daran erinnern können, dass das Thermometer tatsächlich mal über die magische Grenze von 0 Grad gestiegen ist, stellen wir fest: So langsam macht uns die Kälte doch etwas zu schaffen. Sei es, morgens aus dem warmen Schlafsack in die kalten Klamotten zu steigen, ständig darauf zu achten, sein Wasser schnell genug zu trinken, weil es sonst gefriert oder auch einen Handyakku zu besitzen, der innerhalb eines Augenblicks von 33 Prozent auf 1 Prozent sinkt. Also alles alltäglich Probleme.

Nichtsdestotrotz haben wir wieder eine ereignisreiche Woche hinter uns. Wir haben Bamberg besichtigt, in einem Kloster übernachtet, den Staffelberg bestiegen und sind im Thüringer Wald durch mindestens einen halben Meter Schnee gestapft.

Ach ja, und jetzt schreiben wir übrigens von einer Schutzhütte aus, von der man einen traumhaften Blick ins Tal hat - und auf ein Hotel, das leider ausgebucht war. Voraussichtliche Temperatur selbstverständlich im Minusbereich: 8.

Eure Philip/ps

Woche 2: Von Gunzenhausen ins Frankenland

Und schon ist die zweite Woche unserer Tour ans Nordkap vorbei. Nachdem wir letzten Sonntag unseren ersten Pausentag in Nürnberg eingelegt und dort unter anderem die Kaiserburg und das Reichsparteitagsgelände besichtigt haben, sind wir in Bamberg angekommen. Als eingefleischte Ulmer Fans haben wir uns diese einmalige Chance natürlich nicht entgehen lassen und haben die Stadt im Ulmer Trikot geentert! Am nächsten Morgen steht dann auch hier die obligatorische Stadtbesichtigung an.

In den zwei Wochen, die wir nun unterwegs sind, haben wir knapp 300 Kilometer zurückgelegt, bei zweistelligen Minusgraden gezeltet (dringende Empfehlung: Bitte nur mit entsprechender Ausrüstung nachmachen) und haben zwei Tage Blitzeis und Orkan über uns ergehen lassen (und hatten dabei nur einen Sturz zu verkraften).

Aber alles in allem auch hier das Wichtigste zum Schluss: Uns geht es gut und es kann weitergehen... !

Liebe Grüße
Eure Philip/ps

Woche 1: Sechs Tage Kälte

150 Kilometer haben wir nun schon geschafft und es geht uns erstaunlich gut. Jetzt liegen wir nach einer warmen Suppe und einer ordentlichen Portion gefriergetrockneten Nudeln im Zelt und genießen vergleichsweise sommerliche Temperaturen von bis zu 1°C. Im Vergleich zu den -8°C welche wir nachts in der Nähe von Nördlingen beim Zelten hatten, ist das heute ja alles easy. Überhaupt haben wir bisher noch kein einziges mal dort übernachtet, wo wir es eigentlich vorgesehen hatten. Dank taktischer Flexibilität und jeder Menge netter Leute haben wir trotzdem jede Nacht gut geschlafen.

Körperlich nimmt uns die Belastung nicht so schlimm mit wie befürchtet und wir sehen den kommenden Tagen, Wochen und Monaten optimistisch entgegen. Auch die Kälte stecken wir dank unserer guten Ausrüstung fast problemlos weg. Zwar laufen wir jeden Tag gefühlt etwas weniger als am Tag zuvor, konnten unseren angestrebten Schnitt von etwas über 24 Kilometer pro Tag trotzdem halten.

Bisher führen unsere Wege meist über verschneite Wiesen und Wälder, welche den den Blick auf die traumhafte, weiße Winterlandschaft freigeben, die sich eisern hält. Das Gehen auf der dünnen Schneedecke strengt zwar an, ist aber auch schön.

Unser erstes großes Etappenziel lautet dann am Samstag Nürnberg, wo wir auch erstmals einen Tag Pause machen und im Sight-Seeing-Bus sitzend die Stadt erkunden werden...

Bis bald
Eure Philip(p)s

Mehr zum Thema

Ulmer wandern zum Nordkap

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Kriminelle tarnen sich als Polizisten: Fünf Anklagen

Fünf Männer sind wegen Betrugs angeklagt, weil sie als falsche Polizisten mehrere Menschen um Zigtausende Euro gebracht haben sollen. weiter lesen

Mann nimmt Hörer ab-