Unterricht an der Musikschule teurer

Die Musikschule Blaubeuren-Laichingen-Schelklingen will verstärkt mit Schulen kooperieren. Eine Gebührenerhöhung um acht Prozent steht an.

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Die neuen Schulformen G 8 und Gemeinschaftsschule bleiben nicht ohne Konsequenzen für die Musikschule. Das hat Schulleiter Tim Beck bei der Sitzung des Laichinger Gemeinderats gesagt. Kinder und Jugendliche, die mehr Zeit in den Schulen, beim Lernen zu Hause oder im Nachhilfeunterricht verbringen, haben weniger Zeit zum Erlernen eines Musikinstruments, stellte Beck fest. "Wenn die Schüler nicht mehr zu uns kommen, müssen wir in die Schulen gehen", lautet sein Fazit. Konkret bedeutet dies: die Schulen kaufen Stundenkontingente für den Musikunterricht bei der Musikschule ein. Freilich in einem angemessenen Kostenverhältnis, sagte Beck. Das praktiziere die Musikschule mit Schulen in Blaubeuren schon sehr gut und wolle dies auch auf Laichinger und Schelklinger Schulen ausdehnen. Damit warb der Schulleiter beim Gemeinderat um Wohlwollen in der Frage der Finanzierung.

Geschäftsführer Reiner Striebel legte einige Zahlen aus dem abgeschlossenen Geschäftsjahr 2014 dar. Das Gesamtvolumen betrug knapp 680.000 Euro. Die Einnahmen aus den Gebühren blieben um rund 4200 Euro unter denen des Vorjahres, zur Deckung des Haushalts mussten 6100 Euro aus den Rücklagen entnommen werden. Der Laichinger Anteil des Defizits beträgt 53.700 Euro. Für das aktuelle Schuljahr rechnet Striebel mit einem Abmangelanteil von 63.000 Euro und einer Rücklagenentnahme von 25.500 Euro. Zugleich will die Geschäftsführung in der Verbandsversammlung nach vier Jahren wieder eine Gebührenerhöhung vorschlagen, im September 2016 sollen die Gebühren um acht Prozent steigen. Die Verbandsversammlung tagt am Dienstag, 5. April, von 18 Uhr an im Alten Rathaus in Laichingen.

Musikschulleiter Beck betonte abschließend: "Wir sehen uns als Bildungseinrichtung." Er bezog sich auf eine Entwicklung in der Elternschaft, die er schade finde: Immer mehr Eltern würden den Instrumentalunterricht als Freizeitgestaltung für ihre Kinder sehen, die Spaß machen müsse - auch beim Üben. Sei dies nicht mehr der Fall, werde das "Spaßhindernis" mittels Kündigung aus dem Weg geräumt. "Bildung kann Spaß machen, aber Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen sind erforderlich", bekräftigte Beck.

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