Überschaubares Publikum

Wolfgang Walker kam am Samstag als prominenter Gast auf die Mundartbühne des Albvereins Laichingen. Mit nur 13 Besuchern war das Interesse an seinem Auftritt allerdings sehr gering.

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Wolfgang Walker bei seinem Auftritt in Laichingen.  Foto: 

An die einst populäre Sendung "Um Antwort wird gebeten" erinnern sich heute überwiegend ältere Menschen. Erfunden und moderiert hat sie Wolfgang Walker beim Süddeutschen Rundfunk, nach der Programmreform im Jahr 2006 zum Südwest Rundfunk umbenannt. Seit seinem Ruhestand tourt Walker mit einer Reihe von Gedichtbänden durch's Ländle und begeistert sein "altes" Publikum mit Gebrauchslyrik: Gedichte, so erklärt er, die über Jahre seiner Sendungen von Lesern eingesandt und von ihm gesammelt wurden. Immer wieder hätten Hörer nach Versen aus der Kindheit oder zu Erlebnissen gesucht und sich nur noch an Teile erinnert. Andere Hörer hätten versucht, die Lücken zu füllen und "bis zu zehn Seiten in Sütterlin geschrieben".

Sechs Bände fasst die so entstandene Sammlung, die längst vergriffen sind. Auch Walker hatte keines mehr in der Tasche für sein Publikum. Kurzweilig verfolgte dieses ein heiteres Sammelsurium von dem, was Walker ausgesucht hatte.

Natürlich gab dieser auch ein paar Einblicke in die Welt des Radiomachers: So plauderte Walker, der seit 2007 Herausgeber des Schwäbischen Heimatkalenders ist, auch über Kollegen, die sich ebenso wie er als Radiopersönlichkeit alter Schule beim damaligen SDR einen Namen gemacht hatten. In seiner Sendung "Um Antwort wird gebeten" mit rund 350 000 Hörern sei es ihm ein Anliegen gewesen, Menschen ins Gespräch zu bringen. Auch wegen der "Lebenshilfe und Seelsorge weitester Art" sei die Sendung von Tiefgang geprägt gewesen, sagte er bei seinem Auftritt in Laichingen.

In der Sendung "Biografie" war er unter anderem Gastgeber von Peter Frankenfeld, Peter Ustinov oder Erich Kästner: Begegnungen, die ihm nachhaltig in Erinnerung blieben und mit denen er das Laichinger Publikum erfreute. "40 Minuten Wort im Hörfunk, das waren noch seelige Zeiten", meinte Walker. "Heute kommt nach dreieinhalb Minuten Musik." Selbst hat sich Walker jedoch nie ans Dichten gewagt: "Wer einmal Erich Kästner interviewt hat, der weiß um dieses Können. Das überlasse ich lieber anderen."

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