Über vier Jahre Haft für Einbrecher

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Der Europa-Aufenthalt zweier Chilenen zieht sich in die Länge: Wegen Wohnungseinbruchsdiebstahl in fünf Fällen sind die beiden Männer von der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts Ulm zu Freiheitsstrafen von jeweils vier Jahren und drei Monaten verurteilt worden.

Der ursprüngliche Vorwurf des organisierten Bandendiebstahls konnte nicht aufrecht erhalten werden. Die Reisenden in Sachen Einbruchsdiebstahl wurden bereits wegen einschlägigen Delikten andernorts abgeurteilt und sitzen im Gefängnis ein. Deshalb hat die Kammer um die beiden Richter Wolfgang Fischer und Peter Philipp die Sanktionierung der fünf Einbrüche in Langenau in eine Gesamtstrafe einmünden lassen.

Das Geständnis der 26 und 33 Jahre alten Männer aus Santiago de Chile wirkte sich als strafmindernd aus, obwohl sie sich zum Vorwurf, einer Bande anzugehören, nicht eingelassen haben und keine Angaben zu einem möglichen dritten Tatbeteiligten machten. Wie sie beim Prozess aussagten, seien sie aus finanzieller Not nach Europa gereist, um Arbeit zu finden und sich mit dem verdienten Geld aus den Fängen von Kredithaien zu befreien, unter deren Druck ihren Familien gestanden hätten. Weil die Arbeitssuche letztendlich scheiterte, haben sich die Männer zum Diebstahl entschlossen und sind dabei auch in Langenauer Wohnungen eingestiegen. Dort erbeuteten sie im März 2016 Diebesgut im Wert von über 18 000 Euro.

 Mit zum Teil nachhaltigen Folgen für die Eigentümer, zumal der ungebetene Besuch zu regelrechten Traumata geführt hat, was bei der juristischen Aufarbeitung nicht ohne Einfluss blieb. So habe das Sicherheitsgefühl der Freundin eines bestohlenen Anwalts, dem neben teuren Uhren auch „hochwertige Unterwäsche“ entwendet wurde, Schaden genommen: „Bei jedem Geräusch nachts steht sie senkrecht im Bett.“

 Die Mutter einer Geschädigten, in deren Wohnung die Einbrecher übers Küchenfenster eingestiegen waren, musste gar längere Zeit in ärztliche Behandlung. „Seitdem geht sie zu keiner öffentlichen Veranstaltung mehr“ und sitze mitunter vor lauter Angst „mit einem Küchenmesser auf dem Sofa“. Für die Kinder eines weiteren Einbruchsopfers sei das Erlebnis „besonders schlimm“ gewesen: „Sie wollten anfangs nicht mehr in ihren Betten schlafen.“ Erst als sie gehört hatten, dass die Täter gefasst worden sind, sei es ihnen wieder gut gegangen.

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