Neues Infosystem für die Eiszeithöhlen

Hohe Tore, um die Größe der eiszeitlichen Jagdtiere zu veranschaulichen. Eine Sprunggrube, eine Höhle zum Krabbeln ... all das gehört zum neuen Infosystem für die Eiszeithöhlen.

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Conny Meister vom Landesamt für Denkmalpflege führt Vertreter des Wirtschaftsministeriums und der Landkreise Alb-Donau und Heidenheim sowie Bürgermeister der angrenzenden Kommunen zur Vogelherdhöhle, an der Spitze der Asselfinger Bürgermeister Armin Bollinger (links) Markus Müller vom Wirtschaftsministerium und der Niederstotzinger Bürgermeister Marcus Bremer.  Foto: 

Hohe Tore, um die Größe der eiszeitlichen Jagdtiere zu veranschaulichen. Eine Sprunggrube mit Sand, an der seitliche Markierungen die eindrucksvolle Länge der Eiszeit-Tiere verdeutlichen. Fauna der Eiszeit, nachgebildet mit Stahlplatten in Originalgröße. Klangspielgeräte aus Stein, eine Höhle zum Durchkrabbeln, zudem Trampoline und Klettertiere. Dazu ein Wassererlebnisbereich in Form des Lonetals. Aufenthaltsbereiche, Infotafeln und zusätzliche Informationen mittels QR-Code sind weitere Bestandteile des Konzepts für ein neues Informationssystem, um Besuchern das Unesco-Welterbe im Lonetal näher zu bringen.

Zwei Aspekte gilt es dabei unter einen Hut zu bringen: das Interesse der Kommunen an einer touristischen Nutzung der Eiszeithöhlen und -landschaft im Lonetal und die denkmalschutzrechtlichen Belange.

Vor diesem Hintergrund ist das „Interaktionsorientierte Informationssystem zur Eiszeitkunst im Lonetal“ zu sehen, dessen genaue Planung nun angegangen werden soll. Auf der Basis eines Grobkonzepts hatten die Kommunen Niederstotzingen, Asselfingen, Rammingen, Öllingen und die Stadt Herbrechtingen beim Land Baden-Württemberg dafür einen Zuschuss beantragt.

Nun kam die Zusage: Markus Müller, zuständiger Abteilungsleiter des Wirtschaftsministeriums, übergab am Mittwoch im Archäopark Vogelherd einen Förderbescheid über 189.000 Euro an den Niederstotzinger Bürgermeister Marcus Bremer. Bei bislang kalkulierten Gesamtkosten von etwa 380.000 Euro trägt das Land also 50 Prozent. Die andere Hälfte müssen die Kommunen selbst aufbringen. Wie Bremer erläuterte, werde dies in noch zu beschließenden, unterschiedlichen Anteilen erfolgen.

Nachdem er den Förderbescheid überreicht hatte, betonte Müller im Hinblick auf die Eiszeithöhlen in Lone- und im Achtal: „Es ist nicht typisch, dass ein Welterbe-Antrag so einfach durchläuft“. Aufgenommen worden seien die Fundorte und ihre Landschaft, sagte Müller. Die Geburtsstunde und der Geburtsort von Kunst und Musik lägen hier mit den ältesten bislang bekannten Kunstwerken und Musikinstrumenten. Im Zeitalter der Digitalisierung stelle sich die Frage: Was ist eigentlich der Mensch? Kunst zu schaffen, sei hier ein Punkt. „Es ist das Originärste, was es an Menschsein gibt. Und es hat hier stattgefunden. Hier beginnt der Humanismus.“

Als nächstes stehe die Vergabe für die mit dem Denkmalamt genau abzustimmende Feinplanung an, der alle beteiligten Kommunen zustimmen müssen, kündigte der Bürgermeister an. Federführend werde weiterhin die Stadt Niederstotzingen agieren. Dort wird der Gemeinderat am kommenden Mittwoch über die Vergabe beraten. Die weitere Planung könne aufgrund von Fragen des Denkmal- und des Naturschutzes auch vom Grobkonzept abweichen.

„Es gilt, die Höhlen vernünftig miteinander zu vernetzen“, sagte Bürgermeister Bremer im Archäopark in Anwesenheit seiner Amtskollegen aus den zugehörigen Gemeinden. Man wolle die Attraktivität für die Besucher des Lonetals steigern und es auch für Kinder interessant machen. Bremer würdigte die gute interkommunale Zusammenarbeit mit den Gemeinden im Alb-Donau-Kreis und ebenso mit den Kollegen im ebenfalls zum Unesco-Weltkulturerbe gehörenden Achtal: „Gemeinsam sind wir stark, und es geht voran.“

Die „optimale Schnittmenge“ für die touristische Vermarktung im Sinne der Kommunen und für die Aufgabe der Denkmalpflege müsse gefunden werden, sagte der Niederstotzinger Bürgermeister. Er warb auch für einen höheren Stellenanteil von Conny Meister, der beim Landesamt für Denkmalpflege die Welterbe-Eiszeithöhlen betreut und aktuell nur eine 75-Prozent-Stelle habe: Hier brauche man mehr.

Verschiedene Handlungsfelder sind bislang angedacht Zum einen betrifft das die Besucherlenkung mit Wegeführung und Beschilderung. So sind im Grobkonzept mehrere Vorschläge für Wege zu den drei Höhlen Bockstein, Hohlenstein und Vogelherd und um sie herum durchs Lonetal enthalten. Vorgeschlagen sind aktiv nutzbare Themenstationen mit geringem Pflegeaufwand und hoher Haltbarkeit, um das Interesse und die Begeisterung für das Thema „Eiszeit“ zu wecken und zum Besuch von Archäopark und Urgeschichtlichem Museum in Blaubeuren anzuregen.

Auf die Problematik von Funklöchern im Bereich Rammingen oder auch Stetten angesprochen, die eine Nutzung etwa von Smartphones zur Vermittlung von Inhalten erschweren, sagte Bremer, dass versucht werden soll, ohne entsprechende Technik auszukommen. Es sei nicht überall ein W-Lan-Aufbau vorgesehen.

Bremer dankte im Namen der beteiligten Kommunen. Ein von Conny Meister vom Landesamt für Denkmalpflege geführter Rundgang durch den Archäopark Vogelherd schloss sich an.

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