Theaterspielen für einen sozialen Zweck

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Bei dem Gespräch mit dem möglichen Auftraggeber Hubert (links) legen sich Justus, Konstanze und Ewald (von rechts) mächtig ins Zeug. Foto: Johannes Braun  Foto: 

Justus Feinbier alias Marcus Bähr kommt zur Türe herein und regt sich mächtig auf. Gerade jetzt, wo sein wichtiger Auftraggeber Hubert alias Maximilian Bähr einen Besuch für die neuen Vertragsverhandlungen angekündigt hat, ist es noch nicht richtig sauber in der guten Stube. Der Werbetexter möchte nämlich den besten Eindruck hinterlassen, um einen lukrativen Auftrag zu bekommen. Den braucht Justus schließlich, um sowohl seinen eigenen Lebensstil und seiner Frau Chantal alias Angelika Sipitzki eine Schönheits-Operation zu finanzieren. Unter diesem Druck lässt er seinem Ärger freien Lauf gegenüber dem arbeitslosen Ewald Brechwurz alias Rainer Schmollinger, der das Besuchszimmer reinigen sollte. Konstanze alias Susanne Kuhn, ehemalige Klassenkameradin von Justus, turtelt währenddessen mit ihrem Geliebten Ewald. „Das kann doch nicht sein. Jeden Augenblick kommt mein Auftraggeber, und nichts ist fertig hier! Sogar der Staubsauger steht noch herum!“, schimpft Justus mit gestikulierenden Armbewegungen.

Ehrliche Spielweise wichtig

„Stop, stop, stop“, tönt es plötzlich aus dem Off. Hans Vogt, für Regie und Maske beim Wangener Schützentheater mit dem Titel „Bussy, Baby!“ von Rolf Salomon zuständig, unterbricht die Aktion, um ein paar Korrekturen vorzunehmen. Dabei geht er vor allem auf die Positionen der einzelnen Schauspieler im Raum ein. Dann bittet er darum, die Szene gleich noch einmal zu spielen. „Mir kommt es auf eine saubere und ehrliche Spielweise an“, begründet der Regisseur seine kurze Unterbrechung, schließlich solle den Zuschauern  ein glaubwürdiges Spiel gezeigt werden. Hans Vogt weiß, worauf es ankommt, schließlich übt er seine Aufgabe schon seit rund 30 Jahren aus.

Die Theatergruppe des Schützenvereins Wendelinus Wangen hat bereits Ende Oktober mit zwei bis drei Proben pro Woche begonnen. Die Besetzung der einzelnen Rollen ändert sich zwar von Jahr zu Jahr nur wenig. Mal setze ein Akteur aus beruflichen oder privaten Gründen für ein Jahr aus. Aber unter dem Stich gibt es jedes Mal rund zehn Schauspieler. Das ist diesmal noch der Vater von Justus alias Werner Denzel, der zur Aufbesserung seiner Rente einen dubiosen Job annimmt und damit Justus in die Quere kommt. Für weitere Komplikationen sorgen die geldgierige und machtbesessene Bürgermeisterin alias Franziska Vogt und der aufschneiderische Trinker Adolf Nothdurft alias Matthias Zick. Damit alles flüssig läuft, wirken auch Souffleuse Inge Wiker und der für Kasse, Bühne und Technik zustänidge Gottfried Reißer mit.

Stücke werden zur Tradition

Auf ein gut einstudiertes Theaterstück ab Heilig Dreikönig freuen sich schließlich die Besucher, die schon seit vielen Jahrzehnten zu den Aufführungen des Schützenvereins Wendelinus Wangen kommen. „Wir hatten das Theaterspielen seinerzeit begonnen, um eine Einnahmequelle für unseren Verein zu haben“, erläutert Vorsitzender Andreas Brugger, der selbst zehn Jahre lang als Schützenschauspieler auf der Bühne stand. Die Resonanz bei der Bevölkerung sei dann so groß gewesen, dass es zur Tradition geworden ist. Erst später begannen die Wendelinus-Schützen, den Erlös zu spenden.

Gottfried Reißer untermauert als Kassier des Wangener Schützenvereins, dass der Schützenverein nun schon seit gut 30 Jahren vom Erlös des Theaterstücks an soziale Einrichtungen spendet. Oftmals wurde dabei der Ulmer Verein für tumor- und leukämiekranke Kinder, die Sendener Lebenshilfe oder einfach Leute in Not bedacht. Dieses Jahr spendet der Verein an das Deutsche Rote Kreuz Dorndorf.

Die Premiere für das Theaterstück des Schützenvereins Wendelinus Wangen mit dem Titel „Bussi, Baby!“ von Rolf Salomon findet an Heilig Dreikönig, Freitag, 6. Januar, um 19.30 Uhr im Schützenheim Wangen statt. Die weiteren Aufführungstermine sind immer freitags und samstags, 7., 13., 14. und 21. Januar, jeweils um 19.30 Uhr. Die Kindervorstellung mit freiem Eintritt für Kinder ist am Freitag, 6. Januar, um 13.30 Uhr, und der Seniorennachmittag am Sonntag, 15. Januar, um 14 Uhr. Einlass ist jeweils eine Stunde vor Aufführungsbeginn. Es wird gebeten, mindestens eine halbe Stunde vor Spielbeginn einzutreffen.

Eintrittskarten gibt es ab sofort bei Monika Ruepp unter einer der Telefonnummern 07306-4343 oder
0152-06772150, und zwar von montags bis donnerstags ab 16 Uhr sowie am Freitag und Samstag nach telefonischer Vereinbarung. An Sonn- und Feiertagen ist kein Kartenvorverkauf. job

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