Theater Arche in Amstetten spielt "Der nackte Wahnsinn"

Auf der Bühne soll Lustiges geboten werden, aber das eigentlich Komische geschieht hinter den Kulissen. Einfach "Der nackte Wahnsinn", den das Theater Arche in Amstetten temporeich inszeniert hat.

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Was tun, wenn bei der Generalprobe alles schief läuft und die Premiere zum Fiasko zu werden droht? Lloyd (Nico Schmelzle), der etwas abgehobene Regisseur, muss erkennen, dass er sein Ensemble nicht ruhigen Gewissens auf die Zuschauer loslassen kann. Die sechs Akteure machen alles, nur nicht das, was der Regisseur will.

Unter der Regie von Andrea Friedrich zeigt das Theater Arche die Komödie "Der nackte Wahnsinn" des britischen Dramatikers Michael Frayn. In der ehemaligen Fabrikhalle in Amstetten steht Bühnen-Regisseur Lloyd in all seiner Verzweiflung ganz nah beim realen Publikum. Dotty (Manuela Weber) soll eine schusselige Haushälterin spielen, kann sich aber nicht merken, was sie mit ihrer wichtigsten Requisite, den Sardinen, anfangen soll. Schlag auf Schlag öffnen sich die acht Kulissen-Türen und werden genauso schnell wieder geschossen. Durch eine kommt Freddy (Uli Fetzer), an dem plötzlich die öligen Fische kleben und dem "die Einkommensteuer" auf den Fersen ist. Auch Gary (Tobi Bittmann) fühlt sich verfolgt und argwöhnt, nicht als einziger eine Affäre mit der extravaganten Brooke (Karin Kiehlneker) zu haben.

Warum ein in Laken gehüllter Scheich mitmischt und ein ehemaliger auf Banken spezialisierter Einbrecher (Marco Costanza) durch ein Fenster steigt, erschließt sich dem Zuschauer nicht ganz. Vielleicht ist das auch gar nicht notwendig. Geradezu geordnet wirkt das bisherige Geschehen im Vergleich zu dem, was in den Akten zwei und drei kommt. Das Publikum sieht jetzt nicht nur die Rückseite der Kulisse, sondern erhält gleichzeitig tiefe Einblicke in die Eitelkeiten und Eifersuchtsdramen der Schauspieler. Das Theater wird zur Bühne des Lebens. Intrigen, Alkoholexzesse und Axtattacken bringen Chaos hervor. Ob Lloyd die Wogen mit Blumen wieder glätten kann? Wohl kaum. Mit leeren Händen und Kaktusstacheln im Hintern steht er da. Längst pfeifen seine Schauspieler auf den Text.

Die Arche-Darsteller meistern die Herausforderung "Der nackte Wahnsinn" mit Bravour. Das mit Pointen gespickte Stück lebt vom rasanten Tempo und perfekten Timing. Mit ausdrucksstarker Mimik und einem Höchstmaß an Impulsivität lassen die neun Hobby-Schauspieler die Emotionen ihrer Figuren geradezu explodieren.

Am Freitag, 23. Januar (20 Uhr), am Sonntag, 1. Februar (19 Uhr), und am Samstag, 7. Februar (20 Uhr), wird das Stück erneut gespielt: "Der nackte Wahnsinn" in der Industriestraße 24 in Amstetten. Kartenreservierung unter www.theater-arche.de

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