Teddys und Begleitung fahren kostenlos

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Trotz ihres hohen Alters ist der alten Dame keine Müdigkeit anzumerken. Tapfer erklimmt die 113 Jahre alte Dampflok 99 7203 die 87 Höhenmeter zwischen Amstetten und Oppingen und zieht eine mächtige Dampffahne hinter sich her. Zugführer Matthias Biro und Heizer Steffen Fassmann haben alle Hände voll zu tun, denn wenn es aufwärts geht, entwickelt die Lok einen Heißhunger auf Kohle.

Pünktlich um 12.35 Uhr ist das Alb-Bähnle der Ulmer Eisenbahnfreunde (UEF) gestern in Oppingen eingetroffen. UEF-Vorsitzender Bernd Scherer war auch an Bord, allerdings inkognito: im Teddybärenkostüm. Und so gut wie alle Kinder, die den drei Waggons entstiegen, hatten einen Plüsch-Teddy im Griff. Auf dem Alb-Bähnle war, wie jedes Jahr im August, Teddybärtag. Jedes Kind, das einen Teddy mitbrachte, durfte kostenlos fahren.

In Oppingen angekommen, fühlten sich die Fahrgäste um viele Jahrzehnte zurückversetzt. Der kleine Bahnhof wird von den Mitgliedern des Vereins liebevoll erhalten, seit die Schmalspurstrecke im Jahr 1984 von der damaligen Bundesbahn aufgegeben wurde. Die mit Holz verkleidete Giebelseite des Gebäudes hat zum Gleis hin eine Laderampe, das weiße Schild mit großen schwarzen Lettern macht unmissverständlich klar, dass man in Oppingen ist.

Die Fahrgäste, die mit derselben Bahn wieder zurück nach Amstetten rattern wollten, hatten 45 Minuten Zeit, um sich mit Grillwurst oder Kaffee und Kuchen zu stärken. Denn so lange dauerte es, bis Lokführer Matthias Biro und die anderen Vereinsmitglieder wieder genug Kohle in den Maschinenraum gefüllt hatten. Andere Ausflügler genossen bei einem ausgedehnten Spaziergang die herrliche Alblandschaft und nahmen eine der zwei späteren Bahnen zurück nach Amstetten. Viele waren schon am Vormittag samt Fahrrad mit der Nostalgie-Bahn hoch auf die Alb gefahren und rollten dann gemütlich nach Amstetten hinunter.

Der Verein hält freilich nicht nur den Bahnhof in Schuss, sondern ebenso die Strecke und die Fahrzeuge. Derzeit wird die 116 Jahre alte Lok 2S restauriert, die einst auf der Strecke Amstetten–Laichingen unterwegs war. 1961 wurde sie ausrangiert, 1964 bei der Laichinger Tiefenhöhle aufgestellt: als Spielgerät für Kinder. Die Jahre 1977 bis 2002 verbrachte die Lok in einem privaten „Fahrzeugmuseum“, was ihrem Zustand auch nicht zuträglich war. Nun arbeitet ein harter Kern von acht UEF-Mitgliedern an der 2S, wenn die Zeit reicht. Denn auch die 99 7203 braucht Zuwendung, um weiterhin den Anstieg nach Oppingen zu meistern.

Termine Noch vier Mal dampft es in diesem Jahr auf dem Alb-Bähnle: am 3. und 17. September, sowie am 1. Oktober. Am 29. Oktober heißt das Motto „Halloween-Züge“.

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