Tausendsassa von Kirchberg

Gudrun Diebold zieht sich nach 18 Jahren aus dem Gemeinderat zurück, will deshalb aber keinesfalls kürzer treten.

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Gudrun Diebold engagiert sich seit Jahren ehrenamtlich in Kirchberg.  Foto: 

Fast immer taucht bei Veranstaltungen, Aktionen oder Initiativen in Kirchberg auf der Liste der ehrenamtlichen Unterstützer ein Name auf: Gudrun Diebold. Ganz egal ob im musikalischen Bereich, bei gemeindlichen Vorhaben oder politischen Aktionen: Die 61-Jährige bringt sich in vielfacher Hinsicht ins Gemeindeleben ein. Sie ist quasi ein Tausendsassa der fast 2000 Einwohner zählenden Kommune. „Mir geht es darum, etwas zurückzugeben“, sagt Gudrun Diebold und ergänzt: „Uns allen geht es hier in Deutschland so gut, ohne dass wir allzu viel dafür getan haben. Dafür sollten wir dankbar sein und die Schwächeren unterstützen.“

Sich einbringen und für Schwächere da sein, war auch die Triebfeder, warum Diebold 18 Jahre lang im Gemeinderat tätig war. In der letzten Sitzung vor der Sommerpause ist sie von diesem Amt zurückgetreten. Aber nicht etwa, weil ihr die Arbeit zu mühsam war oder weil sie kein Interesse mehr daran gehabt hätte. „Ich wollte meinem Nachrücker Ismet Özkaya eine Chance im Gemeinderat geben“, begründet sie ihre Entscheidung, „mit seinen türkischen Wurzeln hätte er sonst womöglich keine Chance dazu gehabt“. Und Özkaya sei interessiert an der Gemeinde und dort auch jetzt schon sehr engagiert. „Ich wollte ein Signal setzen, dass er dazu gehört.“ Leicht gefallen ist Diebold ihr Schritt nicht. „Wo kann man sich besser einbringen in die Gesellschaft und wo kann man mehr für die Leute vor Ort da sein als im Gemeinderat“, erläutert sie ihre kleine Wehmut.

Als größte Erfolge während ihrer 18-jährigen Tätigkeit im Rat sieht sie die Renaturierungen des Gießenbachs durch Sinningen und des Mauchenbachs durch Kirchberg sowie die Renovierung des Josefsheims. Bei der Renaturierung des Gießenbachs war es ihr eine Freude, dass für Kinder eine Rinne zum Spielen geschaffen wurde, so dass sich der Freizeitwert des Bachs erhöhte. Beim Mauchenbach weist sie auf die vielen Stellen hin, die mit Bewuchs aufgewertet wurden. Und das Josefsheim sei ein Schmuckkästchen, auf das viele auswärtige Besucher von Veranstaltungen neidisch seien.

Trotz des Rückzugs aus dem Gemeinderat ist Diebolds Tatendrang ungebremst. So machte sie Bürgermeister Jochen Stuber das Angebot, bei ihr anzufragen, wenn Ehrenamtliche benötigt würden. Und sie stieß neue Projekte an, als Musiklehrerin natürlich in den Bereichen Musik und Politik. Ein großes Anliegen waren und sind ihr dabei stets Kinder und Jugendliche. So ist es nicht verwunderlich, dass sie und ihr Mann in ihrem Haus einen jungen Syrer aufgenommen haben und ihn bei der Integration zu unterstützen versuchen.  Schließlich stehen ihre vier Kinder schon auf eigenen Beinen. Das fünfte Enkelkind ist schon angekündigt.

Musik und Politik stehen bei den Aktivitäten von Gudrun Diebold im Mittelpunkt. Seit Jahren engagiert sich die 61-Jährige in der ÖdP, wo sie bei der anstehenden Bundestagswahl auch als Spitzenkandidatin des Landkreises Biberach antritt. Relativ neu ist ihre Mitarbeit im Kreis-Seniorenrat des Landkreises Biberach; dabei geht es darum, den neuen Kreis-Seniorenplan umzusetzen. Ebenfalls neu dabei ist sie im Friedensbündnis Biberach. Musikalisch ist Gudrud Diebold schon seit Jahrzehnten beim Illertal-Kammermusikkreis aktiv, der regelmäßige Auftritte hat. Neben vereinzeltem Flötenunterricht an der Kirchberger Schule dirigiert sie noch drei Chöre: den Katholischen Kirchenchor Sinningen, den Evangelischen Kirchenchor Kirchdorf und den neu gegründeten Chor „Chorwurm“ in Altenstadt. job

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