Suppinger genießen Lichtstube und feiern sich selbst

Die Älbler und ihre Eigenheiten standen im Zentrum der Suppinger Lichtstube am Samstag. Viele Besucher waren in die Kornberghalle gekommen und genossen es, dass "o'geniert Schwäbisch g'schwätzt" wurde.

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Die Stammtischbrüder haben zu allem eine Meinung - egal ob zur großen oder kleinen Politik.  Foto: 

Dem Motto der Suppinger Lichtstube "g'songa, g'spielt ond g'schwätzt" konnte man in diesem Jahr noch "ond 'tanzt" hinzufügen können. Denn zu den bewährten Akteuren hatte sich heuer die Volkstanzgruppe aus Heroldstatt gesellt.

Die Lacher ganz auf ihrer Seite hatten wieder einmal die Stammtischbrüder: Matze (Matthias Nüssle), Fuzzy (Hans Nüssle), Endres (Andreas Mutschler), Berti (Adalbert Röschl), Wasti (Walter Strohm) und Frieder (Friedrich Hettrich) nahmen sowohl die große Politik als auch das Geschehen im Flecken aufs Korn und streuten so manchen Witz und gescheiten Spruch ein. Die Schonzeit für den neuen Ortschaftsrat sei längst vorbei, aber von Aktivitäten sei nichts zu hören. Die Mitglieder sind wohl noch in der Selbstfindungsphase - vermuteten die Stammtischbrüder logischerweise. Und hatten dagegen selbst eine Idee für ihren Ort: Angesichts schlechten Handyempfangs und schlechter Internetverbindung könnte man Suppingen als Ort der absoluten Ruhe für Gestresste vermarkten. Lob erfuhr die neue, junge Pfarrerin von den Stammtischlern. Aber zum durchschnittlichen Suppinger Kirchgänger hätte ein alter Tattergreis besser gepasst.

Die Gegner der Bebauung der Mühlewiese in Laichingen, Ökofreaks und geschwätzige Weiber bekamen von den Stammtischbrüdern ihr Fett genauso ab wie die hohe Politik. Nicht Volksvertreter sondern Interessensvertreter müsste man die Abgeordneten nennen. Auch die Presse wurde nicht verschont. Die Journalisten schrieben auch nur über das, was ihnen ins Konzept passe und verbreiteten die Lügen ihrer Politikerfreunde.

Besonderen Applaus bekamen die Stammtischbrüder für ihr Lied über den Bahnhalt auf der Alb, den alle gut finden, aber den niemand bezahlen will. Sie besangen den Halt zur Melodie von "Auf der Schwäb'schen Eisenbahn".

Durch das Programm führte Bianca Röschl-Olhorn, die das Publikum bestens mit humorigen Sprüchen und kleinen Geschichten unterhielt. Zum Beispiel die vom superdünnen Draht. Den hatten die Amerikaner hergestellt, konnten aber den winzigen Durchmesser nicht messen. Nachdem auch Japaner und Engländer daran gescheitert waren, landete der Draht bei den Schwaben. Die vermeldeten nach kurzer Zeit: "Vermessen haben wir ihn, sollen wir ihn jetzt noch durchbohren oder was?" Ebenfalls für Heiterkeit sorgten die vorgetragenen Gedichte vom "Äpfelputza" oder vom "Regendach".

Auch die Musik kam bei der Lichtstube nicht zu kurz. Der Gemischte Chor unter Leitung von Christian Vogt, der Frauen- und Männerchor sowie Berti, Endres und Fuzzy mit ihren "Lumpaliedla", aber auch die Gruppe "Kaz und Co." aus Heroldstatt übernahmen den musikalischen Teil und auch das Publikum durfte bekannte Volkslieder mitsingen.

Die Volkstanzgruppe aus Heroldstatt führte den Hausschlüsseltanz und eine schwäbische Mazurka vor. Der Männerchor intonierte stolz "Mia send Schwoba" und sang ein Loblied auf die Heimat: "Es liegt ein Dörflein auf der Höh' im schönen Schwabenland, es ist das schöne Suppingen und hier sind wir zuhaus'. . ." Weil in diesem Jahr der Gemischte Chor 90 Jahre alt wird, wird das mit einem Jubiläumskonzert gefeiert. Und zwar am 9. April in der Kornberghalle.

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