Suppingen pflanzt Obstbäume

Der Ortschaftsrat Suppingen hat an der Straße nach Machtolsheim Obstbäume gepflanzt.

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Auch Familien packten mit an bei der Pflanzaktion des Ortschaftsrats Suppingen.  Foto: 

Erich Dukek vom Albverein erinnert sich noch an die Allee, durch die die Suppinger einst nach Machtolsheim fuhren. Obstbäume säumten die Gemeindeverbindungsstraße bis weit über den Ortsrand hinaus. Im Laufe der Jahre fielen viele Bäume dem Alter oder aber der Landwirtschaft zum Opfer. Fast bis unter die ausladenden Zweige der stolzen Bäume reichen mittlerweile die Äcker, für die Landwirte nicht immer einfach bei der Felderbewirtschaftung. „Heute haben wir uns damit arrangiert, die Bäume sind eben da.“, sagte Ortschafts- und Stadträtin Hilde Burkhardt am Samstag bei der großen Baumpflanzaktion. Die Lücken der Allee sollten wieder geschlossen werden. Zugleich will der Ortschaftsrat in Zeiten, wo es immer weniger Vögel und Insekten gibt, ein ökologisches Zeichen setzen.

Patenschaft zur Finanzierung

Initiator der Pflanzaktion ist Ortschaftsrat Ludwig Häberle. Im Februar hatte er in der Ratssitzung den Lückenschluss der alten Allee angeregt und war damit auf offene Ohren bei seinen Ratskollegen gestoßen. Einzig die Finanzierung musste diskutiert werden, weil die Stadt Laichingen keine Kostenstelle für zu pflanzende Bäume aufzuweisen hat. Eine Ausgabenstelle für Bäume wird dem Laichinger Kämmerer zufolge nur etwa bei der Ausweisung von Baugebieten im Rahmen des Planverfahrens eingerichtet. Häberles Vorschlag, die Ortschaftsräte sollten als Paten die Finanzierung übernehmen, fand Zustimmung. Neun Obstbäume sollten also gekauft werden – jetzt sind 14 daraus geworden, weil Häberle im Dorf kräftig die Werbetrommel gerührt hatte.

30 Euro, mehrere Stunden Zeit und vor allem viel Körperkraft mit dem Spaten setzten die Ortschaftsräte, die sich teilweise vertreten lassen haben, sowie die Familien Bauer und Wahl je Baum ein. Einiges an Arbeit abgenommen hat der örtliche Bauunternehmer Rolf Bucher, der mit seinem Bagger die 14 Löcher ausgehoben hat – gratis, im Sinn der guten Sache. Ortsvorsteher Bernd Kühnle, der mit Traktor und Wasserfass zu jeder Pflanzstelle eilte, freute sich über den Aktionismus und vor allem, dass „das Wetter heute so schön ist“.

Bei der Wahl der Apfelbäume hat sich Ludwig Häberle an den 1938 gepflanzten Bäumen orientiert, deren Namen wusste er von Erich Dukek. Häberle wollte Sorten pflanzen, die damals gängig waren. Allerdings wollte er anstelle des einstigen Mostobstes Tafelobst haben. So mischen sich jetzt unter „Gelber Richard“, „Maunzenapfel“ und „Oberösterreichische Birne“ die Tafelobstsorten „Goldparmäne“, „Schöner vom Oberland“, „Geheimrat Dr. Odenburg“ und der vom Nabu zum Baum des Jahres erhobene „Sonnenwirtsapfel“.

Apfel vom eigenen Baum

Nadine und Simon Wahl halfen ihrem Papa, ihre Bäume zu pflanzen – naja, sie guckten mehr zu. Aber sie freuen sich schon darauf, wie „ihr“ Apfel mal schmecken wird. „Wie unsere Sorten ,Kalterer Böhmer’ und ,Grüner Stettiner’ aussehen, wissen wir schon, das haben wir im Internet herausgefunden“, erzählte Simon. Die Eltern waren von der Aktion sofort überzeugt gewesen. „Für unsere Kinder, so denken wir, wäre es nett, einmal Äpfel vom eigenen Baum zu haben“, sagte die Mutter.

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