Stoppelcross durch Schlamm in Rammingen

Dauerregen machte die Stoppelcross-Rennen in Rammingen zum Härtetest für Mensch und Maschine. Etwa 60 Crosser traten in den Wertungsläufen an. Der „Große Preis von Rammingen“ fiel allerdings ins Wasser.

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Schlamm war am Sonntag beim Stoppelcross der Motorradfreunde Rammingen die beherrschende Farbe. Nur wenige Meter auf dem vom Dauerregen aufgeweichten Stoppelfeld machten aus den bunt ausgerüsteten Crossern einheitliche Matsch-Menschen. Das schlammige Erdreich klebte mitunter so dick auf der Schutzbrille, dass kurze Stopps mitten im Rennen notwendig waren, um das Blickfeld freizuwischen.

Von den 120 ursprünglich gemeldeten Fahrern hatte etwa die Hälfte gekniffen. Die unerschrockenen 60 waren mit großem Ehrgeiz bei der Sache: die Kleinen auf ihren 50-Kubikzentimeter-Maschinen mit fünf PS, die Großen mit bis zu 60 PS unterm Hintern, die Quad-Piloten und die Gespannfahrer. Ohne Ausrutscher schaffte es fast keiner, doch außer ein paar blauen Flecken und kleinen Prellungen gab es keine Verletzungen. Für manches Motorrad waren Wasser und Schlamm jedoch irgendwann zu viel.

Auch in diesem Jahr waren die Rennen der ganz jungen Fahrer gut besetzt. Mittendrin Jonas Gökelmann aus Altheim/Alb, neun Jahre alt und seit zwei Jahren begeisterter Motocrosser. Wenn möglich, trainiert er jeden Dienstag und Samstag, fährt sechs bis sieben Rennen im Jahr. Zu seiner Unterstützung war die ganze Familie mit nach Rammingen gekommen und bejubelte zusammen mit Jonas dessen vierten Platz in der Klasse bis 65 Kubikzentimeter.

Fünf der 13 Starter in dieser Klasse waren Mädchen. Überhaupt ist Motocross längst keine Jungen- oder Männerdomäne mehr. Etwa zehn Prozent der für Rammingen gemeldeten Teilnehmer sind laut Wolfgang Klaiber von den Motorradfreunden Mädchen oder junge Frauen. Solche Stoppelcross-Veranstaltungen wie in Rammingen seien für den Nachwuchs grundsätzlich eine willkommene Gelegenheit, Rennerfahrungen zu sammeln, sagte Klaiber.

Jeder Wertungslauf dauert in Rammingen 13 Minuten und eine Runde. Sieger ist, wer in dieser Zeit die meisten Runden schafft. Spektakuläre Überholmanöver, Platzierungskämpfe in den engen Kurven und Schikanen – das gab es am laufenden Band zu sehen. Und immer wieder landeten Fahrer und Maschine im Matsch. Spätestens am Ende des zweiten Wertungslaufs sahen dann Sieger und Platzierte farblich genau gleich aus.

So ein Renntag verlangte auch den Streckenposten einiges ab. Dreck von unten, Dauerregen von oben. Im Start-und-Ziel-Bereich mussten die Rennfahrer immer wieder kurz anhalten, damit die Streckenposten die Startnummer sichtbar wischen konnten.

Beim Stoppelcross, das in diesem Jahr die 16. Auflage erlebte, werden die Motorradfreunde Rammingen vom ganzen Dorf unterstützt, sagte Wolfgang Klaiber. Man hilft beim Aufbau, backt Kuchen und Torten, oder besorgt noch schnell zwei Heizstrahler zum Aufwärmen und Trocknen im Verpflegungszelt.

Wie im vergangenen Jahr blieb es bei zwei Wertungsläufen pro Klasse. Wegen des Dauerregens konnte der „Große Preis von Rammingen“, das Finale der besten Drei jeder Klasse, nicht gestartet werden. Im Anschluss waren dann die Landwirte mit ihren großen Schleppern gefragt. Einige der Wohnmobile und der Autos mit Anhänger waren steckengeblieben und mussten aus dem Matsch im Fahrerlager befreit werden.

Im nächsten Jahr wird es in Rammingen natürlich wieder ein Stoppelcross-Rennen geben. Vielleicht war ja der kurze Sonnenstrahl während der Siegerehrungen am Sonntagnachmittag ein gutes Zeichen für besseres Wetter am Rennwochenende 2015.

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