Stets für andere engagiert

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Willi Singerer dirigiert zum „Bozner Bergsteigermarsch“ den Nellinger Musikverein.  Foto: 

Willi Singerer ist kein Lautsprecher. Aber wenn er was sagt, dann hat sein Wort Gewicht: Nach der Ehrenbürgerschaft seiner Heimatgemeinde hat der 65-Jährige als erster Nellinger am Montagabend auch das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik erhalten. Sichtlich gerührt und auch ein wenig stolz nahm Singerer die Auszeichnung aus der Hand des Landrats Heiner Scheffold entgegen. Damit wurde Singerers jahrzehntelanges, ehrenamtliches Engagement für die Gemeinde und die Vereine gewürdigt –  über 100 Weggefährten, Vereinsvertreter, Freunde und seine Familie waren in der festlich geschmückten Halle zugegen. Für die musikalische Umrahmung sorgte der Musikverein, in dem Singerer viele Jahre die Zugposaune spielte.

Begrüßt wurden die Gäste von Bürgermeister Franko Kopp.  „Willi Singerer hat sich mit voller Kraft für die Gemeinde Nellingen, ihren Bürgern und die Vereine eingesetzt. Er hat diese Ehrung verdient“, sagte der Schultes unter dem Applaus der Anwesenden. Durch sein fast vier Jahrzehnte langes Wirken habe Singerer an der positiven Entwicklung seiner Heimatgemeinde großen Anteil. Für Kopp hat sein langjähriger Stellvertreter die Vergaberichtlinien für den Verdienstorden mehr als erfüllt – in dem er beispielsweise sein Engagement „unter Zurückstellung der eigenen Interessen über einen längeren Zeitraum mit erheblichem Einsatz erbracht hat“. Mit dem Bundesverdienstkreuz bekomme Singerer jetzt symbolisch etwas zurück, sagte der Bürgermeister.

  Im Namen der Vereine sprach Carsten Piontek in Vertretung des erkrankten Vorsitzenden der Sportgemeinde, Heinz Eckle, ein Grußwort. Im Anschluss schritt Landrat Heiner Scheffold zur Tat. Auch für ihn ein Novum: Es war das erste Bundesverdienstkreuz, das er seit seinem Amtsantritt vor knapp einem Jahr vergeben durfte. Die Urkunde trage zwar noch die Unterschrift des ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck, „aber sie gilt trotzdem“, sagte Scheffold.

Für den Landrat hat Willi Singerer mit tiefster innerer Überzeugung die „kommunale Demokratie“ hochgehalten. „Sie haben ihre Gemeinde umsichtig und mit Herzblut mitgestaltet. Die Entwicklung Nellingens trägt ihre Handschrift.“ Unter stehendem Beifall der Anwesenden heftete Scheffold dem Nellinger Ehrenbürger den Verdienstorden ans Revers.

Willi Singerer vermied es, die lange Liste seiner ehrenamtlichen Tätigkeiten vorzustellen. Viel lieber bedankte er sich in launischen Worten und einigen Anekdoten für diese Auszeichnung. Eine „Herzensangelegenheit“ war es für ihn zudem, sich bei seiner Frau Waltraud und bei seiner Familie zu bedanken. Sie hätten ihm immer den Rücken gestärkt und freigehalten. Zum Abschluss des offiziellen Teils durfte Singerer noch auf die Bühne, um „seinen“ Musikverein beim „Bozner Bergsteigermarsch“ zu dirigieren.

Ehrenämter Willi Singerer saß von 1975 bis zu seinem Ausscheiden 2014 im Nellinger Gemeinderat, seit 1980 war er stellvertretender Bürgermeister. Auch abseits der Kommunalpolitik brachte sich der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer für seine Mitbürger ein. Durch seinen Beruf bedingt, übernahm er ehrenamtlich die Buchführung und Steuererklärungen vieler Vereine und Organisationen, wie etwa beim ASB Merklingen. Auch war er als Kassenprüfer sehr gefragt. Singerer war im Musikverein aktiv und arbeitete im Ausschuss mit, in der Sportgemeinde spielte er in der Jugend Fußball, war Schiedsrichter und ist dort Ehrenmitglied.  Im sozialen Bereich engagiert sich Singerer beim Lionsclub in Laichingen-Blaubeuren und bei dessen Förderverein, für den er bis heute als zweiter Vorsitzender fungiert. Für die Nellinger Grundschule hat er eine Patenschaft über ein Bewegungsprojekt übernommen. Außerdem war der er als Schöffe am Ulmer Landgericht tätig. Rechnet man die Zeiten aller ehrenamtlichen Tätigkeiten zusammen, kommt man auf sage und schreibe 575 Jahre. rh

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