Statt Frust mit dem Computer, viel Lust aufs Internet

|
Im Laichinger Internet-Café erklärt Gert Heyer (links) Hilfesuchenden direkt am Bildschirm, wo es denn klemmen könnte. Das Interesse an dem Angebot ist groß, deshalb soll es fortgeführt werden.  Foto: 

Ein Häkchen an der falschen Stelle, und schon bricht auf dem Bildschirm das Chaos aus. Oder es geht am Rechner gar nichts mehr. Solche oder ähnliche Nöte kennt jeder, der beruflich oder privat mit einem Computer umgeht. Ratlosigkeit mischt sich mit Ärger, Unwissenheit mit einem Anflug von Verzweiflung. Man könnte die Wände hochgehen.

In Laichingen gibt es einen Verein, der als Auffangbecken für Datenverzweifelte schon öfter gute Dienste anbot. Der Verein „Lust auf Internet“ besteht seit 20 Jahren und bietet im Vereinsheim jeden Mittwoch ab 20 Uhr praktische und theoretische Hilfe in Sachen Computer an. Um in der Bevölkerung etwas bekannter zu werden und Interessierten die Schwellenangst zu nehmen, haben die Verantwortlichen probeweise einen Nachmittag zum Internet-Café deklariert – und jeder durfte kommen, der irgendein Computerproblem hatte. Und es kamen viele.

Eine wurstelte sich erfolglos auf der eigenen Hompage durch, ein anderer hatte das berüchtigte Häkchen falsch gesetzt. Zugemüllte Smartphones waren ebenso ein Thema wie Festplatten und alte Programme. „Wir haben echt nicht damit gerechnet, dass um 14 Uhr schon die Leute vor der Tür standen“, sagte die Vereins-Kassiererin Irene Griesinger und war sich um 15.30 Uhr sicher, „dass der Nachmittag nach Wiederholung schreit“. Denn es passierte das, was sich jeder Verein bei solchen Aktionen insgeheim wünscht: Man konnte mindestens ein neues Mitglied gewinnen.

Und das lag sicherlich nicht nur am Kuchen, den Franz Kneer aus Westerheim zum Internet-Kaffeeplausch spendiert hatte. Die gefragte Person des Nachmittags war vor allem der Vorsitzende Thomas Speer, der in Laichingen mit Kollegen das evg mediastudio betreibt. Im Verein bietet er kostenlos und ehrenamtlich Computer-Hilfe an. Martin Baumeister aus Westerheim war mit seinem Sohn und einem Router gekommen. Der LAN-Router sollte zum WLAN-Router umgebaut werden, was im Selbstversuch nicht glückte. „Ich kam nicht in die Konfigurationsadresse rein“, meinte der Westerheimer.

Thomas Speer konnte helfen. Auch die Vereinskollegen Gert Heyer, Klaus Riebauer und Franz Kneer standen den Besuchern mit Rat und Tat zur Seite. „Nebenbei habe ich einen guten Tipp bekommen“, sagte Gisela Frank. „Bei mir zuhause steht noch ein alter Bildschirm rum“, erzählte die Laichingerin. „Dass ich den an den Laptop anschließen kann, war mir gar nicht klar.“

Auch Adolf Rösch, dem Leiter der Laichinger Parkinson- Selbsthilfegruppe, konnte geholfen werden. „Mir ist wichtig, dass ich ohne Probleme E-Mails versenden und empfangen kann“, meinte der Laichinger. Rund 30 Leute besuchten das Internet-Café in der Heinrich-Kahnstraße 34, das irgendwann nochmals öffnen will. Wer das nicht abwarten kann, ist jeden Mittwoch ab 20 Uhr willkommen.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Stellenabbau: Bittere Pille für Ratiopharm

Der Mutterkonzern Teva streicht weltweit 14.000 Stellen. Es bleibt vorerst offen, inwieweit Ulm betroffen ist. weiter lesen