Stadt sucht Unterkünfte für die Aufnahme weiterer 69 Flüchtlinge

Nach Schätzungen des Landratsamts muss Dietenheim dieses Jahr weitere 69 Flüchtlinge aufnehmen. Die Stadt plant eine Infoveranstaltung und die Gründung eines Helferkreises für den Ortsteil Dietenheim.

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Hauptamtsleiter Dietmar Kögel brachte den Dietenheimer Gemeinderat in der Sitzung am Montagabend auf den derzeitigen Stand der Erst- und Anschlussunterbringung von Flüchtlingen in Dietenheim und Regglisweiler. Danach seien aktuell 57 Flüchtlinge in der Stadt untergebracht. Bei maximaler Belegung der vorhandenen Unterkünfte könnten weitere 13 Erwachsene und fünf Kleinkinder aufgenommen werden. "Das reicht allerdings nicht", räumte Kögel ein, denn die Sollzahlen für die Anschlussunterbringung sehen für Dietenheim im Jahr 2016 weitere 69 Flüchtlinge vor. Dies gehe aus einer Hochrechnung des Landratsamts Alb-Donau-Kreis hervor, nach der dieses Jahr kreisweit 4000 Personen unterzubringen sind - davon 2000 in der Anschlussunterbringung.

"Wir müssen also Plätze schaffen - vor allem in Dietenheim, denn bei der Verteilung der Flüchtlinge möchten wir möglichst einen Ausgleich zwischen den Ortsteilen schaffen", sagte Bürgermeister Christopher Eh. Das Landratsamt sei ständig auf der Suche nach weiteren Objekten und nehme keine Rücksicht mehr auf örtliche Gegebenheiten. Allerdings werde die schon bestehende Gemeinschaftsunterkunft im Ort auch positiv angerechnet.

Zusätzlich gehe es laut Eh darum, einen Helferkreis speziell für Dietenheim aufzubauen, um die Flüchtlinge sozial betreuen und nach Kräften integrieren zu können. Gemeinderat Peter Beck, der sich von Anfang an für den Flüchtlingshelferkreis in Regglisweiler engagiert, appellierte diesbezüglich an seine Dietenheimer Ratskollegen, sich daran zu beteiligen: "Wir brauchen Gemeinderäte als Vorbildfunktion." Die Syrer, die derzeit neu in Dietenheim sind, könnten aus Regglisweiler nicht mehr betreut werden. "Wir können das nicht mehr leisten, wir sind absolut an unserer Kapazitätsgrenze", sagte Beck.

Bürgermeister Eh griff den Appell von Beck auf und lobte die gute Struktur des Regglisweiler Helferkreises, der in elf Arbeitsgruppen organisiert ist. "Da wird Enormes geleistet", sagte Eh. Für die künftigen Unterstützer im Ortsteil Dietenheim sicherte der Bürgermeister organisatorische und finanzielle Unterstützung durch die Stadt und den Alb-Donau-Kreis zu.

Zunächst soll es aber - ähnlich wie vor einem Jahr vor der Gründung des Regglisweiler Helferkreises - wieder eine Informationsveranstaltung geben, in der über die Flüchtlingsunterbringung insgesamt und die Möglichkeiten der ehrenamtlichen Unterstützung informiert. Stadt, Kirchen und Helferkreis hoffen auf möglichst große Resonanz. Danach gehe es darum, Räume zu finden, wo sich der Flüchtlingshelferkreis treffen kann.

Auf hauptamtlicher Ebene wurde bereits eine Stelle des Bundesfreiwilligendienstes geschaffen, die neben dem vorhandenen Personal der Stadt für die Flüchtlinge zuständig sein soll. Diese Stelle sei allerdings noch vakant. Zudem soll auf der Ebene des Gemeindeverwaltungsverbands die Stelle eine Flüchtlingskoordinators geschaffen werden.

Der Gemeinderat befürwortete diese Vorgehensweise der Stadtverwaltung Dietenheim einstimmig.

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