Stadt muss ihr Sparbuch plündern

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Investitionen auf Rekordniveau in Dietenheim seit vier Jahren: Das wird auch 2018 so bleiben. 4,3 Millionen will die Stadt für alle ihre Vorhaben in die Hand nehmen. „Das wird sportlich“, räumte Bürgermeister Christopher Eh ein, als er die Eckwerte des rund 22-Millionen-Haushalts im Gemeinderat vorstellte. Allerdings wird die Stadt dafür ihr Sparbuch um 1,3 Millionen Euro plündern und auch Kredite aufnehmen müssen. „Aber der Stand  unserer Verschuldung steigt nicht. Wir nehmen 250 000 auf und tilgen die gleiche Summe“, beruhigte der Bürgermeister. Seit 2011 habe die Stadt rund 2 Millionen Euro Schulden abgebaut.

Seiner rund 30-minütigen Haushaltsrede stellte der Rathaus-Chef eine Bilanz für das zu Ende gehende Jahr voran. Die Ertragskraft des Verwaltungshaushals bezeichnete er als gut, trotz eines unerwarteten Einbruchs um 350 000 auf 1,35 Millionen Euro bei den Gewerbesteuern. Für 2018 rechnet Eh wieder mit einem Eingang von rund 1,8 Millionen Euro. Angesichts der geringen Arbeitslosenquote, im Alb-Donau-Kreis aktuell 2,6 Prozent, dürfte der Anteil an der Einkommenssteuer rund 3,4 Millionen Euro in die Kasse spülen. Auf der anderen Seite ist mit weniger Schlüsselzuweisungen und einem Anstieg der Kreisumlage zu rechnen. Statt 1,8 Millionen wie in diesem Jahr, werden 2018 wohl 2,4 Millionen fällig. Das ist dem guten Rechnungsergebnis 2016 geschuldet. Der Umlagesatz im  Alb-Donau-Kreis ist mit 28 Prozent einer der niedrigsten im Land.

Kinderbetreuung kostet

Finanzfachmann Eh sieht einige Mehrbelastungen auf seine Kommune zukommen. Mit 2,5 Millionen Euro (plus 110 000 Euro) machen die Personalkosten den größten Brocken aus. Die Steigerung ergibt sich aus der Tarifanpassung und einer neuen Stelle für den Bauhof. Enorm ist auch der Zuschuss für die Kinderbetreuung, müssen doch neue Gruppen eingerichtet und Erzieherinnen eingestellt werden. Auf rund 1,37 Millionen Euro dürfte es letztlich hinauslaufen. „Seit ich Bürgermeister bin, haben wir diesen Zuschuss verdoppelt“, ließ Eh wissen.

Nach einem Rekord im laufenden Jahr mit 1,1 Millionen Euro könne der Ansatz für die Gebäude- und Straßenunterhaltung mit 800 000 Euro etwas zurückgefahren werden.

Die größten Investitionen in 2018 sind rund 1,3 Millionen Euro für die Kindertagesstätten, unter anderem für Anbauten in Regglisweiler und Dietenheim, 450 000 Euro für Ortsmitte und Friedhof Regglisweiler, 500  000 Euro für den dritten Bauabschnitt Königstraße, 600 000 Euro für die Erschließung des Baugebiets „Südliche Ortslage“ mit 25 Bauplätzen, 270 000 Euro für den Hochwasserschutz, sowie 300 000 Euro für den Breitbandausbau. Nicht zu vergessen ein Feuerwehr-Rüstwagen mit 240 000 Euro,  eine Abbiegespur und ein Kreisverkehr im Gewerbegebiet Süd und Dietenheim Nord und eine erste Summe für die Neugestaltung des Friedhofs. Unter’m Strich kommen 4,3 Millionen Euro zusammen.

Und was bleibt im Verwaltungshaushalt übrig, das im Vermögenshaushalt für Investitionen eingesetzt werden kann? Die so genannte „freie Spitze“ veranschlagte Eh auf 1,2 Millionen. Sie hat sich wegen hoher Umlagen und weniger Schlüsselzuweisungen im Vergleich zu 2017 halbiert.

Mittelfristig geplant Dietenheim hat einige Großprojekte im Visier, die sie bis zum Jahr 2021 geschultert oder zumindest begonnen haben will. Den größten Brocken mit 1,2 Millionen Euro Kosten machen die weiteren Maßnahmen der Stadtsanierung aus. Je 700 000 Euro  fließen in die Sanierung der Pfarrer Brunner- und der Christian-Heinrich-Müller Sraße. Berücksichtigt sind zudem die Neugestaltung des Friedhofs mit der Sanierung der Aussegnungshalle, eine Abbiegespur, beziehungsweise ein Kreisverkehr in Regglisweiler, die Sanierung der Gemeinschaftsschule Illertal, die Teilsanierung der Sporthalle und die Sanierung des Glockenstuhls an der Pfarrkirche St. Martinus. Nicht zuletzt sollen weitere Baugebiete  erschlossen werden.

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