Stadt Laichingen geht gegen Falschparker vor

In Laichingen wird wegen der Krankheit der Politesse nicht mehr kontrolliert. Jetzt schreibt die Stadt eine Stelle aus.

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Halteverbotstafeln werden ignoriert. Deshalb sucht die Stadt Laichingen einen Vollzugsbediensteten, der wieder für Ordnung sorgen soll.  Foto: 

Politesse dringend gesucht“. Unter diesem Aspekt schreibt die Stadt Laichingen im Amtsblatt eine Stelle aus. Seit Pfingsten ist die bei der Stadt angestellte Vollzugsbedienstete, die zugleich städtischer Feldschütz ist, krankgeschrieben. Wie lange noch, ist offen. Eine Vertretung aus dem Kollegenkreis sei derzeit unmöglich, weil kein Mitarbeiter die notwendige Ausbildung vorweisen könne, sagt Hauptamtsleiter Stefan Binder. Bisher habe die Verwaltung eine Stellenausschreibung gescheut, um zusätzliche Personalkosten zu vermeiden.

In Laichingen ist offensichtlich, dass – von den üblichen Parksündern abgesehen – vor allem im Bereich der vielen innerörtlichen Baustellen mit entsprechend ausgewiesenen Halteverboten, dringend Kontrollen notwendig wären. Sind die nämlich zugeparkt, ärgern sich die Bauarbeiter. Weichen die Autofahrer aus und parken Hofeinfahrten zu, bringt das verständlicherweise die betroffenen Bürger auf die Palme. Insbesondere während die Arbeiten in der Gartenstraße bei der Postagentur liefen und die Bushaltestelle in der Wilhelmstraße verlegt war, gab es Ärger, dem die Bürger im Rathaus Luft machten. Das Amt des Vollzugsbediensteten habe nun mal eine große Außenwirkung, „da bleibt Bürgerschelte nicht aus“, meint Stefan Binder.

Anwohner mussten mittlerweile feststellen, dass die kontrollfreie Situation manchem Verkehrsteilnehmer beim Parkverhalten offensichtlich grenzenlose Freiheit suggeriert. „Pampige Antworten, wenn wir Anwohner die Parksünder auf die Halteverbote verwiesen haben und uns beschwerten, dass Einfahrten zugeparkt sind, waren an der Tagesordnung“, berichtet Gudrun Briol. Die Anwohner seien dann die Bösen gewesen. Die Ausrede „Ich muss nur nur kurz auf die Post“ hätten sich die Anwohner täglich zig Mal anhören müssen. Klaus Schmidts Erlebnis zeigt, wie unverfroren die Leute waren: Zurück vom Einkaufen, war seine Hofeinfahrt zugeparkt. „Die ältere Frau meinte, drei schwere Pakete zu haben.“ Großzügig habe er für die Dauer ihres Postganges warten wollen. Doch dann habe sie vier Pakete aus dem Kofferraum geholt und unter einen Arm geklemmt. „So schwer konnten die also nicht gewesen sein.“ Auf Schmidts Aufforderung, in diesem Fall doch wegzufahren, habe die Frau obendrein sauer reagiert.

Busse kommen nicht durch

Nicht nur in der Pfeiferstraße kam es zu solchen Szenen, auch während der Bauzeit in der Feldstetterstraße parkten die Autofahrer ohne Rücksicht auf die Beschilderungen im Halteverbot. Anliegende Geschäftsinhaber mussten Kunden explizit auf die veränderte Verkehrssituation hinweisen, weil Busse nicht mehr durchkamen.

Damit die Situation nicht weiter eskaliert, hat sich die Verwaltung nun entschlossen, die Stelle des Gemeindevollzugsdienstes für die Überwachung des ruhenden Verkehrs sowie der „Wahrnehmung der ortspolizeilichen Aufgaben im  Außendienst“, trotz zusätzlich anfallender Personalkosten, auszuschreiben.  Befristet allerdings für die Ausfallzeit der Stelleninhaberin und in Teilzeit oder als geringfügige Beschäftigung. Den Bewerbern stellt die Stadt eine Übernahme in eine unbefristete Festanstellung in Aussicht. „Das Chaos muss ein Ende haben“, sagt Binder. Für die Zukunft überlege die Verwaltung, einen weiteren Mitarbeiter für diese Aufgabe zu schulen, um eine Vertretung parat zu haben.

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