Sportheim-Neubau sorgt für Turbulenzen

Kurzfristig abgesagt wurde die für Dienstag angesetzte Mitgliederversammlung des SC Heroldstatt zum Thema Sportheim-Neubau. Grund dafür ist der "spürbar fehlende Rückhalt im Verein", so der Vorsitzende.

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Auf dem Parkplatz (im Vordergrund) beim alten Sportheim soll das neue Sportheim in Sontheim gebaut werden.  Foto: 

Der Sportclub Heroldstatt (SCH) ist mit 1089 Mitgliedern der größte Verein in der Gemeinde. Beinahe jeder dritte Einwohner ist dort in einer oder in mehreren Abteilungen aktiv. Seit Jahren ist der Verein bemüht, das Sportheim in Ennabeuren zu verkaufen, um so alle Aktivitäten auf der Sportanlage in Sontheim zu bündeln. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, hatte die Vereinsführung bei der Gemeinde vor einem halben Jahr die Aufstellung des Bebauungsplanes "Sportanlagen Sontheim" beantragt, damit dort gebaut werden kann. Die Verwaltung hatte dem Sportclub kürzlich einen Zuschuss für ein neues Sportheim in Aussicht gestellt.

Bevor die Bagger anrollen, möchte der Verein aber das Sportheim in Ennabeuren samt Sportgelände verkaufen. Im Oktober 2011 hatte sich eine Zweidrittelmehrheit dafür ausgesprochen, sich auf einen Standort konzentrieren zu wollen. Nach 20 Jahren erfolgreicher Koexistenz müsse man handeln, bevor eine finanzielle Schieflage eintrete, hatte der damals amtierende Kassier Thomas Schöllhammer gesagt und von einem "enormen Kostenaufwand" durch den Doppelbetrieb gesprochen.

Inzwischen ist Schöllhammer Vorsitzender des SC Heroldstatt. Auch in seinem jetzigen Amt vertritt er, wie die fünf Beisitzer im Vorstand, nach wie vor die Auffassung, dass zwei Sportanlagen nicht zu halten seien. Kein anderer Sportverein im Alb-Donau-Kreis habe zwei Sportheime, gibt er zu bedenken. Aufgrund des großen finanziellen Aufwands könne das neue Sportheim in Sontheim nur dann gebaut werden, wenn das in Ennabeuren verkauft werde. Das Rathaus habe bereits Interesse an dem rund 3,5 Hektar großen Gelände bekundet, auf dem dann neue Bauplätze für die Heroldstatter ausgewiesen werden könnten.

Daraus wird vorerst nichts, bedauert Schöllhammer, der eigentlich am Dienstagabend Nägel mit Köpfen machen wollte. Am Sonntag hat der Vorstand entschieden, die für Dienstag vorgesehene außerordentliche Mitgliederversammlung abzusagen. "Innerhalb der sechs Abteilungen gibt es Unstimmigkeiten über die Zukunft des Vereins, insbesondere mit einer geänderten Sportanlage", bedauert der Vorsitzende in einem Gespräch mit dieser Zeitung. "Noch heute, 25 Jahre nach der Vereinsgründung, haben wir ein sehr ausgeprägtes Ortsteildenken in Heroldstatt." Daher sei es schwierig, ein solches Projekt durchzuziehen, wenn die Akzeptanz nicht bei mindestens 75 Prozent der Mitglieder vorhanden sei, so Schöllhammer. "Dies wurde der Vorstandschaft in den vergangenen beiden Wochen durch Leserbriefe, anonyme Brandbriefe, unzählige Gespräche und Telefonate erst richtig bewusst." Dabei gehe es in den meisten Fällen nicht um die Sache an sich, sondern darum, Stimmung zu machen, vermutet er.

Wie es weitergeht? Die Jahreshauptversammlung findet wie geplant am 18. März statt. Dann werden die Themen "Neubau des Sportheimes" und der "Verkauf des Geländes in Ennabeuren" erneut angesprochen. Außerdem stehen turnusgemäß Wahlen an. Ob Schöllhammer und seine Mitstreiter im Vorstand noch einmal kandieren, steht in den Sternen.

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