SPITZEN UND NOTIZEN vom 17. März

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Rat für reife Erwachsene

Kaffeefahrten, auf denen Ramsch für viel Geld verkauft wird. Angebliche Enkel oder Bekannte, die anrufen: "Rat mal, wer hier spricht?" und in einer üblen Notlage ganz dringend Geld brauchen. Minderwertige Teppiche, die an der Haustür als Geldanlage verhökert werden. All diese Tricks zählen nach Auskunft der Polizei zu den kriminellen Machenschaften, mit denen ältere Menschen vergleichsweise häufig betrogen werden. Zum Schutz davor gebe die Polizei Tipps in einer Broschüre, die sich an "reife Erwachsene" richtet, informierte gestern Reiner Durst von der Polizeidirektion Ulm. Reife Erwachsene - wie poetisch das klingt aus der Feder des Polizeisprechers, der sonst eher den nüchternen Stil pflegt. Nicht minder malerisch der Titel der Polizei-Broschüre: Sie heißt der "Der goldene Herbst" und ist erhältlich bei Polizeidienststellen und auf www.polizei-beratung.de. Jetzt stellt sich die Frage, ob die Polizei auch eine Broschüre für "unreife Erwachsene" herausgibt, und ob sie dafür schon einen Titel hat? So was wie "Der bibabunte Frühling".

153 Mal zur Madonna

Die Munderkingerin Luise John ist als Halden-Luisle in die Geschichte eingegangen. 1930 starb die berühmte Wallfahrerin im gesegneten Alter von 100 Jahren. In einem Roman hat Carl Oskar Renner 1998 ihre Lebensgeschichte gewürdigt - der bayerische Autor war durch den Roman "Der Müllner-Peter von Sachrang" bekannt geworden. "Doch was ist Legende und was ist aus der Heimatgeschichte überliefert?" Das versuchte am Mittwochabend Josef Ott, Leiter der Volkshochschule Munderkingen, in einem Vortrag zu klären. Gesichert sei, dass Luise John mit acht Geschwistern im Haldenweg aufgewachsen ist und die Lateinschule besucht hat. 83 Mal pilgerte die Munderkingerin zu Fuß und 70 Mal mit der Bahn zur Schwarzen Madonna im 200 Kilometer entfernten Wallfahrtsort Einsiedeln am Züricher See, um dort auch für die Anliegen ihrer Mitbürger zu beten. Als Beleg brachte sie Andachtsbildchen mit. Für ihre Wallfahrten habe sie insgesamt 33 000 Kilometer zurückgelegt, berichtete Ott. Er nimmt an, dass sie deshalb nur im Winter ihrem Beruf als Wäscherin nachgehen konnte und Zeit hatte, die Krippe im Haus herzurichten. Zuhörer im Saal berichteten, dass die Weihnachtskrippe im Hause John das ganze Jahr über besichtigt werden konnte und Besucher mit Küchle belohnt wurden. Diesen stand offen, einen Obulus in das Kässle hinter dem Krippenstall zu werfen. Viele Glückwünsche erhielt das Halden-Luisle zum 100. Geburtstag, doch eigentlich sei die fromme Rentnerin erst nach ihrem Tod richtig bekannt geworden, sagte Ott. Im Bildband der Stadt Munderkingen ist ihr ein kleiner Beitrag gewidmet. Anton Heuter hat Luise John, wie auch den früheren Munderkinger Ortspolizisten "Golde", in Ton modelliert - die Büste steht im Museum.

Brett spielt Stele

Eine gläserne Stele mit dem Namenszug "Hohlensteinhalle" und den Umrissen der Löwenmensch-Figur wird den Eingang zur neuen Mehrzweckhalle in Asselfingen zieren. Mehr als ein Jahr nach Eröffnung der Hohlensteinhalle hat der Gemeinderat jetzt diese Entscheidung getroffen. Nach reiflicher Überlegung und nach einem Lokaltermin: Um herauszufinden, wie die 2,20 Meter hohe und 90 Zentimeter breite Stele aus bruchfestem Spezialglas vor der Halle wirken wird, war zu Demonstrationszwecken eine Art Modell angefertigt worden. Dabei griffen die Asselfinger auch die einfachste aller Stelen zurück: ein Brett. Nicht durchsichtig zwar, aber eindrucksvoll. So fiel der Entschluss zum Kauf des 2000-Euro-Originals einmütig aus. Nur eine Enthaltung.

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