SPD: Bahnhalt in Merklingen nicht auf Kosten der S-Bahn

Ein Gewinn für die Gemeinden auf der Laichinger, Blaubeurer und Ulmer Alb: So sieht die SPD-Fraktion im Kreistag Alb-Donau einen Bahnhalt in Merklingen. Er dürfe aber nicht auf Kosten des S-Bahn-Ausbaus gehen.

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Die SPD-Fraktion im Kreistag Alb-Donau befürwortet einen Bahnhalt in Merklingen. Ein Alb-Bahnhof wäre ein Gewinn für die Gemeinden auf der Laichinger, Blaubeurer und Ulmer Alb, er dürfe aber nicht auf Kosten des S-Bahn-Ausbaus gehen, lautet das Fazit der jüngsten Fraktionssitzung. Für den Bahnhalt im Rahmen der ICE-Neubaustrecke Stuttgart-Ulm spreche, dass ihn Pendler auf kurzem Weg erreichen und somit auch schnell Richtung Stuttgart oder München aufbrechen könnten. "Das Vorhaben wäre ein deutliches Zeichen zur Stärkung des nördlichen Kreisgebietes", erklärt die SPD-Fraktion.

Trotz der positiven Signale müssten noch Fragen beantwortet werden. Etwa, ob mit der Finanzierung des Bahnhalts die Regio-S-Bahn-Konzeption finanziell ins Hintertreffen gerate. Unklar sei auch, ob der Bahnhof zeitgleich mit der neuen Bahnstrecke gebaut werden muss. Möglicherweise reiche es aus, den Bahnhalt vorzubereiten und erst später umzusetzen. So könnten finanzielle Kraftakte vermieden werden, die andere Vorhaben verzögern oder zum Erliegen bringen.

Wie berichtet, ist die Landesregierung in Stuttgart bereit, den Bahnhalt finanziell zu fördern. Für Planung und Bau des Alb-Bahnhofs in Merklingen müsste die Region jedoch 14,6 Millionen Euro beisteuern. Die Folgekosten für die Region würden dazu bei rund 2,2 Millionen Euro pro Jahr liegen.

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Kommentare

26.09.2014 18:33 Uhr

Luftschloss Bahnhalt Merklingen

Da wundert es einen doch sehr, wie hier - namentlich von den Vertretern der Tunnelparteien - populistisch Hirngespinste ersonnen werden und vollkommen naiv von einem Halt auf der angeblich so dringend zu beschleunigenden europäischen Schnellbahn-Transversale Paris-Bratislava mitten auf der Albhochfläche geträumt wird. Wohl ein "Alb"traum für die vielen Traumtänzer aus der Region Ulm und Oberschwabens, die doch so eifrig gegen einen Ausstieg aus S21 votiert haben, weil sie schnellstens in ca. 20 Minuten zum Stuttgarter Flughafen kommen wollten und nun äußerst bemitleidenswert durch einen willkürlichen Bahnstopp in der Provinz wertvolle Zeit verlieren würden und dadurch wohl ihren Flieger verpassen.

Das war wohl nicht im Sinne der Erfinder des Milliardengrabes Stuttgart 21 und schon gar nicht der SPD-Fraktion im Alb-Donau-Kreis, die doch einigermaßen realistisch auf die Folgekosten aufmerksam macht, auch im Hinblick darauf, dass Ulm nun auf den fünften Bahnsteig, Grundvoraussetzung für die angestrebte Regio-S-Bahn, verzichten muss und die Elektrifizierung der Südbahn vom Bund nun endgültig auf einen St.-Nimmerleinstag verschoben wurde.

Weil der Milliardenwahnsinn S21 eben sämtliche Mittel bindet und kein Geld mehr da ist. Wenn dies auch so manche dürftigen CDU-Koryphäen zwischen Donau und Bodensee so nicht sehen wollen und geradezu missionarisch immer noch dieselbe langweilige Leier vom der angeblichen baldigen Fertigstellung dieses so wichtigen Bahnprojektes für Vorderösterreich anstimmen. Wie weiland gehabt, Volksverdummung pur!

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