Sogar freie Lehrstellen als Mechatroniker

Der Bedarf an Nachwuchs im schwäbischen Handwerk ist hoch: Die Kammer meldet viele Neuverträge - und: immer mehr unbesetzte Stellen.

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Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im schwäbischen Handwerk ist stabil. Die Kammer in Schwaben meldet für den gesamten Bezirk 2935, für den Landkreis Neu-Ulm 183. Gleichwohl gibt es zum Start des Ausbildungsjahrs mehr unbesetzte Lehrstellen als vor einem Jahr um diese Zeit, nämlich insgesamt 1292 (über 500 mehr), davon 84 in der Region (35 mehr). Selbst in Traumberufen wie dem KFZ-Mechatroniker konnten noch nicht alle Plätze besetzt werden.

Angesichts sinkender Schulabgänger-Zahlen und des starken Trends hin zu weiterführenden Schulen sei eine konstante Zahl an Ausbildungsverträgen doch sehr erfreulich, meint der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Schwaben, Ulrich Wagner. Es zeige, wie attraktiv eine Ausbildung im Handwerk ist. In den Betrieben ist allerdings auch die Einsicht gewachsen, dass der Nachwuchs nicht mehr automatisch ins Haus kommt - sie bemühen sich inzwischen stärker um Auszubildende, was sich nicht zuletzt darin bemerkbar macht, dass sie ihre Ausbildungsplätze in die Lehrstellenbörse der Kammer eintragen lassen. Offene Stellen werden durch diesen Effekt also auch besser sichtbar.

Unterdessen nimmt das Handwerk neue Zielgruppen in den Blick, berichtet die Kammer. Wer Kinder zu betreuen oder Angehörige zu pflegen hat, könne eine Teilzeitausbildung absolvieren. Die Betriebe seien auch offen für Flüchtlinge , sofern sie die nötigen Voraussetzungen mitbringen. Die Kammer unterstützt die Firmen bei der Abwicklung der Formalitäten. Bei aller Flexibilität müsse aber das Ziel, die Prüfung zu bestehen, im Mittelpunkt stehen. Wagner: "Ausbildung ist keine Beschäftigungstherapie, sondern muss - auf welchem Weg auch immer - zum Erfolg, nämlich zum Abschluss mit der Gesellenprüfung und zur Handlungsfähigkeit im Beruf führen." Und: Wenn eine Ausbildung erfolgreich verlaufen soll, müssen sich in den Betrieben nicht nur die Ausbilder, sondern das ganze Team um ihre Nachwuchskräfte kümmern und die Ausbildung begleiten. "Nur so können die Unternehmen gute Kräfte auch in den Betrieben halten."

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