Sexueller Missbrauch von Kindern: Elf Monate auf Bewährung

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Elf Monate und drei Wochen Gesamtfreiheitsstrafe auf Bewährung, so lautet das Urteil gegen einen Mitvierziger, der sich in der Jugendschöffensitzung des Amtsgerichts Ulm am Mittwoch wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verantworten musste. Wie Gerichtssprecher Michael Klausner gestern schriftlich mitgeteilt hat, gelten drei Wochen der Freiheitsstrafe „wegen der überlangen Verfahrensdauer“ bereits als vollstreckt. Das Gericht deutete in der Verhandlung an, dass sich die Eröffnung des Verfahrens aus nicht näher genannten Gründen verzögert hatte.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann sich in den Jahren zwischen 2000 und 2006 an vier Jungen, damals im Alter zwischen 8 und 13 Jahren, vergangen hat.

Geständnis und Therapie

Mildernd auf die Strafe hat sich der Umstand ausgewirkt, dass der Mann ein frühes Geständnis ablegte. Wie berichtet, hatte er bereits in der Vernehmung bei der Polizei Taten eingeräumt, mehr als damals eigentlich im Raum standen. Auch der „lange zurückliegende Tatzeitraum“ habe sich strafreduzierend ausgewirkt, schreibt Michael Klausner weiter. Ebenso ein „Täter-Opfer-Ausgleich und eine absolvierte Therapie“. Zur Bewährungsauflage wurde zudem noch eine Geldauflage festgesetzt.

Die Verteidigung hatte in dem Verfahren am Mittwoch gleich zu Beginn und noch vor der Anklageverlesung den Antrag gestellt, die Öffentlichkeit von der Verhandlung auszuschließen, sofern „Umstände aus dem persönlichen Lebensbereich“ eines Prozessbeteiligten behandelt werden. Das Gericht hatte dem Antrag nach einer Unterbrechung zugestimmt, die Zuhörer mussten daraufhin den Saal verlassen. Zeugen sagten im Verlauf des Verfahrens dann aber wieder öffentlich aus, die Besprechung des Lebenslaufs des Angeklagten und die Plädoyers liefen nicht öffentlich ab.

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Kommentare

02.12.2016 13:47 Uhr

Lächerlich

Wer dem Staat 10€ schuldig bleibt fährt ein.
Ich plädiere beim nächsten Strafzettel auch auf mildernde Umstände,schließlich
hatte ich eine schwere Kindheit und hab kein Geld für Parkgebühren übrig.
Wie wäre das Urteil ausgefallen,hätte es sich beim Opfer um den Sohn des Richters
gehandelt?Lächerlich und zum Kotzen,da wundern sie sich über die Wahlergebnisse in USA und
Österreich (Genau wegen solcher Urteile gewinnt Hofer morgen).

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02.12.2016 13:42 Uhr

Strafmildernd

war auch das der Angeklagte sich gestern die Haare hat schneiden lassen. Täterschutz in Maximalform. Im Namen des Volkes.

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