Selbständig trotz Handicaps

Beim Sommerfest der LWV-Eingliederungshilfe haben behinderte Menschen zusammen mit vielen Gästen gefeiert. Wenn das Umfeld stimmt, können sie ihre Kreativität zeigen.

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Die Integration behinderter Menschen in ihr lokales Umfeld ist nicht so einfach. Umso wichtiger sind Veranstaltungen wie am Wochenende das Sommerfest der LWV-Eingliederungshilfe. Behinderten Menschen und ihren Gästen hat es sichtlich Spaß bereitet. Die Freude über den Besucherandrang in der LWV-Werkstatt war groß. Die vorbereiteten Tische und Bänke mussten sogar aufgestockt werden. Geboten war ein unterhaltsames Programm, teils von Beschäftigten der Behindertenwerkstatt selbst, teils durch Musik des Jugendakkordeonorchesters aus Donnstetten. Außerdem fanden interessante Führungen durch die Werkstatt und das nur wenige Gehminuten entfernte Wohnhaus „Goethestraße“ der LWV statt.

Es reihten sich durchaus auch fremde Gäste unter die Besucher, die sich für den Alltag der Menschen und ihre Einschränkungen interessierten. Organisiert wurde das Fest durch die Werkstatt, das Wohnhaus und den zugehörigen Förderverein. Für Sibylle Meyer, Vorsitzende des Fördervereins für Arbeit und Wohnen in der LWV, ist das gemeinsame Feiern von behinderten und nicht behinderten Menschen ein erklärtes Ziel. Denn die Werkstatt in Laichingen und die dazu gehörigen zwei Wohnhäuser in der Laichinger Goethestraße und in Heroldstatt wurden einst ausgegliedert aus dem Tannenhof Ulm, um den Menschen eine Nähe zwischen Wohnung und Arbeitsplatz zu bieten und um ihnen mehr Teilhabe am gesellschaftlichen Alltag zu ermöglichen.

Kontakte ergeben sich selten

Wer in der Laichinger Betriebsstätte arbeitet oder im Wohnhaus Goethe­­straße lebt, hat immer noch wenig Kontakt zu anderen Laichinger Einwohnern. Beide Standorte liegen am Stadtrand oder am Rande des Wohngebietes. „Den Weg in die Innenstadt finden diese Leute kaum. Höchstens gehen sie bis zu den nächstgelegenen Supermärkten“, berichtete Sibylle Meyer.

Beim Sommerfest funktionierte die Inklusion andersherum: „Die Leute kommen zu uns, und beide, Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen, können sich erleben“, sagte Meyer. Die Beschäftigten und Bewohner der LWV-Einrichtungen gingen offen auf jeden Gast zu und freuten sich über jedes kleine Gespräch und jeden Beifall für ihre Darbietungen. Etwa die Musik der Veeh-Harfengruppe oder die „Hip Hopper aus LA“. Die „Hip Hopper“ sind eine Gruppe Tanzfreudiger, für die Florian Bäuerle aus der LWV-Werkstatt eine eigene Choreografie kreiert und dann einstudiert hatte. Bei der Aufführung bot seine Gruppe im roten T-Shirt den Zuschauern ein sehr schönes, einheitliches Bild.

Eigene Choreografie

So, wie sich die Mitglieder dieser Tanzgruppe über den Beifall gefreut hatten, so erstaunt zeigten sich viele Zuschauer über die Selbstständigkeit von Florian Bäuerle oder über die selbstbewusste Fabienne Manich, die aus dem Rollstuhl heraus die Darbietung fröhlich ankündigte.

Für einige aufschlussreiche Einblicke bei Außenstehenden sorgten außerdem die Führungen durch Werkstatt und Wohnhaus der behinderten Menschen. Hier konnten modernste Möglichkeiten betrachtet werden, wie die Lebensqualität behinderter Menschen gefördert und gesteigert werden kann. Dabei wurde deutlich, mit welch hohem Anteil an Selbstständigkeit viele dieser Menschen ihr Leben meistern.

Wichtig ist allerdings, dass die behinderten Menschen die Chance haben, sich etwa in den eigenen vier Wänden oder bei einer Arbeit weiterentwickeln zu können.

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