Seit 25 Jahren vermarktet Familie Dangel Geflügel

Besonders zu Weihnachten ist das Geflügel von Familie Dangel aus Altheim-Alb beliebt: Kunden aus einem weiten Umkreis steuern den Hofladen an.

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  • Klaus und Antia Dangel (von rechts) mit Sohn Uwe, Schwiegertochter Christine und den Enkeln Luca, Pia und Luisa. 1/2
    Klaus und Antia Dangel (von rechts) mit Sohn Uwe, Schwiegertochter Christine und den Enkeln Luca, Pia und Luisa. Foto: 
  • Tagsüber dürfen die Gänse raus auf die Weide. 2/2
    Tagsüber dürfen die Gänse raus auf die Weide. Foto: 
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Auf dem Dangelhof haben die Gänse die Wahl. Etwa 2000 Küken werden von Frühjahr an zunächst im Stall aufgezogen, wenn die Tiere groß genug sind, können sie selbst entscheiden, ob sie lieber im überdachten Laufstall bleiben oder nach draußen auf die Weide gehen. Jetzt im Herbst steht ihnen auch das angrenzende Maisfeld zur Futtersuche offen. Am Abend geht’s dann zurück in den Stall.

Die Freilandhaltung kann allerdings auch Probleme bereiten, sagt Klaus Dangel, der den Hof bei Altheim/Alb mit seiner Familie bewirtschaftet. „Die Vogelgrippe im vergangenen Jahr machte uns da ganz schön zu schaffen.“ Nachdem das Virus H5N8 bei verendeten Wildvögeln festgestellt worden war, verordnete das Ministerium für Ländlichen Raum in Stuttgart eine landesweite Stallpflicht. Die galt vom 18. November bis Mitte März dieses Jahres. „Da hieß es von heute auf morgen Türen zu, und der Tierschutz spielt keine Rolle mehr“, erinnert sich Dangel. Die Gänse seien den täglichen Weidegang jedoch gewöhnt, würden unruhig und langweilten sich. „Da müssen wir dann für Beschäftigung und Abwechslung sorgen, indem wir den Tieren beispielsweise Abfall von Heckenschnitten zum Anknabbern und Fressen geben“, erläutert Uwe Dangel.

Keine „Meetings“

Der Landwirtschaftsmeister ist auf dem Hof für Aufzucht und Fütterung des Geflügels sowie den Ackerbau zuständig. Vater Klaus kümmert sich um die Schlachtung und die Vermarktung, seine Frau Anita und Schwiegertochter Christine Dangel betreiben den Hofladen und arbeiten die Bestellungen ab. „So haben alle ihren genau festgelegten Arbeitsbereich“, sagt Uwe Dangel, „aber alles wird gemeinsam besprochen.“ Arbeitssitzungen oder „Meetings“, wie es  Neudeutsch heißt, sind in dem Familienbetrieb aber nicht notwendig. „Das fließt meist beim Mittag- oder Abendessen mit ins Gespräch ein“, erklärt Anita Dangel. Dabei sei es wichtig, dass man gut miteinander auskomme. Klar gebe es auch mal Spannungen, aber im Großen und Ganzen harmonierten die vier Generationen, die auf dem Hof leben, prima.

Vor mehr als 40 Jahren, 1974, beschlossen Klaus Dangel und sein Vater Leonhard, den damalige Milchviehbetrieb aus der beengten Dorfmitte Altheims auf das nahe gelegene Feld auszusiedeln. Dort bauten sie den ersten modernen Boxenlaufstall im Alb-Donau-Kreis und stockten den Tierbestand von 15 auf 50 Kühe auf. 1984 kam die Milchkontigentierung in der EU mit harten Einschnitten für die Erzeuger. Das brachte die immer schon für Neues offene Familie im Laufe der Zeit zum Umdenken. Die Idee zur Aufzucht von Weidegänsen wurde vor gut 25 Jahren, im Frühjahr 1992, mit den ersten 100 Küken in die Tat umgesetzt. Die Direktvermarktung war von Anfang an ein Erfolg, und aufgrund der großen Nachfrage kamen bald Enten, Puten und Hähnchen dazu.

„Das war ein brutal langer Weg von damals bis heute“, sagt Uwe Dangel in Anerkennung der Leistung seiner Eltern. „Neue Ideen waren stets wichtig, und die kamen oft von den Kunden, die uns über all die Jahre immer weiter getragen haben.“ Dabei hatten die Dangels anfangs keine Ahnung von Geflügelzucht, sie eigneten sich alles selbst an. Zunächst besuchten sie regelmäßig Fachmessen und gewannen Metzgereien, Feinkostläden und Gastronomiebetriebe bis in den Stuttgarter Raum als Kunden. Die Stammkunden im Hofladen kommen meist aus einem Umkreis von 25 bis 30 Kilometern, zu Weihnachten nehmen Käufer auch längere Wege auf sich, um sich eine Dangelhof-Gans fürs Fest zu sichern.

In der Regel wird auf dem Dangelhof einmal pro Woche geschlachtet. Die Arbeit macht die Familie mit Unterstützung von acht Teilzeitkräften selbst, die Wurstherstellung übernimmt ein Metzger aus der Umgebung. Vor dem Martinstag am 11. November und vor Weihnachten, wenn viel mehr Tiere geschlachtet werden, benötigen die Dangels auch Saisonkräfte. Schon seit 17 Jahren kommt eine Familie aus Ungarn auf die Alb, deren Mitglieder inzwischen jeden Arbeitsschritt auf dem Dangelhof kennen. Bei anderen ausländischen Saisonkräften sieht Uwe Dangel das Problem mangelnder Sprachkenntnisse. Und deutsche Kräfte? Die, sagt der Landwirt, mögen die Arbeit rund ums Schlachten nicht und winken meistens ab.

Transparenz Auf Kundennähe habe die Familie stets Wert gelegt, sagt Klaus Dangel, der Hof könne jederzeit besichtigt werden. Eine gute Gelegenheit bietet das Hoffest am Sonntag, 8. Oktober. Mit dem Fest, das um 11 Uhr beginnt, wird auch das 25-jährige Bestehen als Geflügelhof gefeiert.

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