Schwäbischer Imkertag: Illertissen als Bienenstadt

Im Naturkreislauf sind Bienen extrem wichtig. So lautete die Botschaft beim Schwäbischen Imkertag in Illertissen. Der Mensch muss sie schützen.

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Honigkönigin Sabrina I eröffnet zusammen mit Bürgermeister Jürgen Eisen (links), dem Vorsitzenden des Bezirksverbands Imker Schwaben, Eckard Radke, und dem ehemaligen Bauhofleiter Johann Biber (rechts) den neuen Bienenrundwanderweg.  Foto: 

4665 aktive Mitglieder zählt der Bezirksverband der Schwäbischen Imker mittlerweile, brachte dessen Vorsitzender Eckard Radke am Sonntag als aktuelle Zahl mit zum Schwäbischen Imkertag nach Illertissen. Zwölf Prozent der Imker sind mittlerweile Frauen, fügte die Bayerische Honigkönigin Sabrina I hinzu. Es war viel Freude darüber zu erkennen, dass die Imkerei derzeit so richtig boomt. „Manche Vereine können die Nachfrage nach der Ausbildung gar nicht mehr bewältigen“, sagte Radke. Das Interesse an Biene und Imkerei war auch am Sonntag in Illertissen groß. Der Präsident des Deutschen Imkerbunds, Peter Maske, wünscht sich, dass angehende Imker ihre Bienenvölker auch wirklich pflegen.

Ein ganzer Tag im Zeichen der Biene: Morgens ging es schon los mit einem Festakt in der Historischen Schranne, anschließend schnitt die bayerische Honigkönigin Sabrina I das Band zur offiziellen Eröffnung des Bienenrundwanderwegs durch. Danach gab es erste Führungen im teilweise fertig gestellten Bayerischen Bienenmuseum, und auf der Jungviehweide startete eine ganze Reihe von Vorträgen und Vorführungen zum Thema Bienen und deren enormem ökologischen Nutzen. „Illertissen war und ist eine Bienenstadt“ betonte Bürgermeister Jürgen Eisen in einer kurzen Ansprache. Die Wiege liegt in der ehemaligen Firma Mack (heute R-Pharm), bei der einst mit Hilfe von Bienengift das Arzneimittel Forapin entwickelt wurde. Ohne den Inhaber des Unternehmens, Karl August Forster, gäbe es das Bienenmuseum nicht, und auch der Auer Kindergarten geht auf die Familie zurück.

Vor zwei Jahren brachte die Kunstaktion „Illertisser Bienenschwarm“  37  farbenfrohe Kunstbienen hervor. Der neu eröffnete Bienenrundwanderweg geht auf eine Idee von Dr. Reinhard Hemmer zurück, Vorstandsmitglied der Stiftung Gartenkultur. Ein neues Bienenhaus auf dem Gelände des Museums der Gartenkultur wurde durch die Nachkommen der Familie Forster ermöglicht. „Schwärmen Sie aus, sehen Sie sich alles an, es lohnt sich“, forderte der Bürgermeister stolz auf.

„Und wäre nicht der Bauer, so hätten wir kein Brot, und wäre nicht die Biene, so litten alle Not.“ Diesen Leitspruch stellte der Vorsitzende des Kreises Neu-Ulm im Schwäbischen Imkerverband, Walter Burger, an den Anfang seiner Betrachtungen. Landrat Thorsten Freudenberger baute ihn aus:  „Ihre Bestäubungsleistung macht die Honigbiene zu einem der wichtigsten landwirtschaftlichen Nutztiere in Mitteleuropa“, betonte er.

„Ohne das herausragende Engagement der Imker wäre das Bienensterben, das in den letzten Jahren dramatische Ausmaße angenommen hat, noch viel schlimmer.“ Peter Maske, Präsident des Deutschen Imkerbunds, ging auf das Zusammenwirken von Ökologie und Ökonomie ein. Ganz ohne Pflanzenschutzmittel zu arbeiten, sei in der Landwirtschaft nicht möglich, betonte er. Um mehr Naturschutz zu erwirken, wäre es vor allem wichtig, dass die Gesellschaft mehr  Geld für Nahrungsmittel ausgibt.

Wie die menschliche Gesellschaft von der Biene lernen könnte, machte Gerd Steinwand zu Beginn des Festakts in einer kurzen geistlichen Andacht deutlich. Er zog Parallelen zum Bienenstaat: Wenn Menschen Strukturen aus dem Leben im Bienenstock  übernehmen würden,  würde auf politischer Ebene Vieles besser funktionieren, meinte er und forderte die Besucher des Festakts zum Schwäbischen Imkertag auf, den Bienenstock als Vorbild zu nutzen.

Ehrungen beim Imkertag

Ehrungen Landrat Thorsten Freudenberger hat es in seiner zweijährigen Amtszeit zur guten Übung gemacht, bei Ehrungen und Jubiläen  als heimisches Produkt  Honig zu verschenken. Dafür wurde er am Sonntag als Botschafter für die Imkerei und die Biene geehrt. Der Kreisvorsitzende Walter Burger, der die Ehrung aussprach, erhielt im Gegenzug anschließend aus Eckard Radkes Hand selber die Urkunde in Gold als Auszeichnung für sein Engagement. In Abwesenheit wurde auch der Neu-Ulmer Altlandrat Franz Josef Schick geehrt.

Bienenmuseum Das neue Bayerische Bienenmuseum kann ab 4. August regulär besucht werden. Offizielle Eröffnung ist am 21. September, teilte Landrat Freudenberger am Sonntag mit. Das Bienenmuseum war seit 2009 geschlossen für Sanierungs- und Umbauarbeiten.

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