Schulsozialarbeiterin berichtet im Erbacher Ausschuss über ihre Arbeit

Schulsozialarbeiter und Lehrer arbeiten am Erbacher Schulzentrum immer mehr zusammen, um bei Problemen zu helfen, aber auch das Schulklima zu verbessern. Das wurde im Verwaltungsausschuss berichtet.

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Die Schulsozialarbeiterinnen des Oberlin-Hauses, die am Schulzentrum in Erbach arbeiten (von links): Jenny Schemmer, Ines Kretschmer und Nicole Demel.  Foto: 

Seit Herbst 2009 gibt es am Erbacher Schulzentrum eine eigene Schulsozialarbeit. Die drei Sozialarbeiterinnen hat die Stadt vom Oberlin-Haus geleast, einer evangelischen Jugendhilfeeinrichtung in Ulm. Eine von ihnen, Jenny Schemmer, hat am Montag gemeinsam mit Kathrin Modsching, Bereichsleiterin des Oberlin-Hauses, im Verwaltungsausschuss über ihre Arbeit im vergangenen Jahr berichtet. Eine Zahl fiel Bürgermeister Achim Gaus in dem Bericht besonders ins Auge: Während 2014 gegenüber dem Vorjahr die Beratungen von Schülern und Eltern jeweils leicht zurückgegangen sind, nahm die der Lehrer um ein Drittel auf 132 zu. "Einzelberatung Lehrer" sei wohl etwas missverständlich, erläuterte Modsching, denn es gehe dabei um Gespräche zwischen Schulsozialarbeiter und Pädagogen, in denen Hilfe für einzelne Schüler oder die Klasse besprochen und ausgelotet würden. Die Zunahme sei also erfreulich, denn das zeige, dass gemeinsam an Verbesserungen gearbeitet werde.

Der geschäftsführende Schulleiter Karl Nusser bestätigte, dass die gegenseitige Akzeptanz von Lehrer und Sozialpädagogen größer geworden sei. "Erziehungsfragen werden von den beiden Professionen vermehrt Hand in Hand angegangen. Es ist heute Usus, gemeinsam über Probleme Einzelner, aber auch von Gruppen oder Klassen zu reden."

Eine weitere Rückfrage aus dem Gremium betraf Alkohol- und Drogenmissbrauch. An der Schule seien kein Auffälligkeiten zu erkennen, die ein Handeln erforderlich machten, sagte Jenny Schemmer. Das gelte auch für Gewalt. Ungeachtet dessen, würden aber nicht die Augen vor möglichen Problemen verschlossen. Der Umgang damit werde aber nicht isoliert gesehen beziehungsweise besprochen, sondern immer in einen Zusammenhang gestellt. Ziel der Arbeit sei, Schüler in ihrer Persönlichkeit zu stärken, ihnen Werte und Regeln zu vermitteln und ein Gefühl für sich und den Mitschüler. Der Einzelne solle sich so "wie er ist" akzeptiert fühlen. Ein so gestärkter Schüler sei besser davor gefeit, Gewalt anzuwenden oder zu Alkohol zu greifen, sagte Schemmer.

Weiter gab die Sozialarbeiterin einen Überblick über die Projekte am Schulzentrum, wie beispielsweise die Bewerbung zur "Fair-Trade-School", gesundes Essen und Klassentraining zu Klassenklima und sozialer Kompetenz - auch an Grundschulen. Nusser schätzt die Schulsozialarbeit am Schulzentrum sowie an der Grund- und Werkrealschule Dellmensingen. "Es läuft sehr gut." Der Schulleiter wies überdies darauf hin, dass auch die kleinen Grundschulen in Ringingen und Donaurieden einen Bedarf an Schulsozialarbeit haben.

Drei Sozialarbeiterinnen betreuen rund 1000 Schüler

Schulsozialarbeit Für die 1000 Schüler des Erbacher Schulzentrums und der Grund- und Werkrealschule in Dellmensingen hat die Stadt Erbach vom Oberlin-Haus insgesamt 1,6 Stellen geleast. Die teilen sich Nicole Demel mit 60 Prozent, Ines Kretschmer mit 50 und Jenny Schemmer mit ebenfalls 50 Prozent. Letztere ist mit einer 0,2 Stelle nach Dellmensingen abgeordnet. Im Haushalt 2015 der Stadt sind dafür 113.000 Euro eingestellt. 54.000 Euro kommen vom Land und Kreis.

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