Schulen platzen aus allen Nähten

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In der Anne-Frank-Realschule gibt es in diesem Schuljahr nur noch so genannte „Wanderklassen“, die kein eigenes Zimmer besitzen, sondern je nach Schulstunde an verschiedenen Orten unterrichtet werden.  Foto: 

Die Schulleiter des Albert-Schweitzer-Gymnasiums (ASG) und der Anne-Frank-Realschule (AFR) haben auf Wunsch dem Gemeinderat die pädagogischen Konzepte ihrer Schulen vorgestellt. Für Bürgermeister Klaus Kaufmann eine „absolut notwendige“ Sache, weil man sich in jüngster Zeit doch hauptsächlich mit der Gemeinschaftsschule befasst habe. Die Vorträge der Schulleiter warfen unterdessen auch Problematiken und fehlende Strukturen auf.

Unterm Strich sind sich Cordula Plappert vom ASG und Johannes Treß von der AFR einig: Es werden dringend weitere Räume benötigt, vorzugsweise in einer vom Gemeinderat im Zusammenhang mit einem Schulzentrum jüngst diskutierten Campusmensa (wir berichteten). Die Gymnasialschulleiterin liebäugelt damit, weil sie sich für die Zukunft ein Nachmittagsangebot für die Schüler wünscht, schulnah, aber nicht rein fürs Lernen gedacht. Sie stellt sich  für die Gymnasiasten verbindliche, nachmittägliche Zusatzangebote vor. „Das wäre super, ein ganz neues Modell, das jedoch erst noch durch viele Gremien, einschließlich des Regierungspräsidiums müsste.“

Sie stimmte Bernhard Schweizer zu, den die kaum vorhandene Förderung sozialer Kompetenz im pädagogischen Konzept des Gymnasiums störte: „Hier kann man nachlegen, möglicherweise sogar mit außerschulischen Partnern.“ Realschulleiter Treß hat jetzt schon aus Raumnot nur noch Wanderklassen an seiner Schule. „Das funktioniert ganz gut, alle Zimmer sind nun Fachräume.“ Da werde sogar gespart, etwa weil zum Teil keine ganzen Klassensätze an Schulbüchern mehr anzuschaffen sind, weil die Bücher für die Schüler in den Fachräumen ohnehin bereit liegen.

Obendrein gehe so der Vandalismus zurück, weil die Schüler nicht mehr ohne Lehreraufsicht in ihren Klassenzimmern sind, ergänzte Treß. Dann folgte das große Aber: „Optimal ist das nicht. Eine Campusmensa wäre für uns eine gute Alternative“, betonte der Schulleiter. Schon allein die 470 Busschüler blieben zur Zeit quasi im Regen stehen, weil es nicht einmal einen Aufenthaltsraum gibt.

Nach zusätzlichen Räumen steht bei Cordula Plappert die Digitalisierung des Gymnasiums ganz oben auf der Wunschliste, auch wenn sie das noch „in den Sternen“ sieht. Tablets für die Schüler, Wlan-Anbindung sowie Wartungsfachleute, die nicht vom Stundenkontingent der Lehrer abhängig sind, das wünsche sie sich, beantwortete sie die Frage von Ratsmitglied Werner Schneck.

Außerdem hält der neue Bildungsplan eine weitere Herausforderung für das Gymnasium bereit: Deutsch und Mathematik sind nicht mehr zwingend schriftlich zu prüfen, mündlich jedoch schon. „Das bedeutet für uns sehr viel mehr mündliche Prüfungen.“ Die Realschulen haben mit dem neuen, für sie ebenso wie für die Gemeinschaftsschulen gültigen Bildungsplan ebenfalls Bürden auferlegt bekommen.

Kinder leiden unter M-Niveau

Völlig neu für viele Räte war, dass an der Realschule nicht nur die Mittlere Reife, sondern ebenfalls der Hauptschulabschluss möglich ist. Ab der siebten Klasse müssen sich die Kinder entscheiden, von da an werden sie im jeweiligen Lernniveau M (Realschule) oder G (Hauptschule) unterrichtet, sagte Treß. Schwierig sei es die zwei Schuljahre zuvor, weil da alle Schüler im M-Niveau unterrichtet würden. „Darunter leiden einige“, bestätigte Treß die Befürchtung von Ulrich Rößler. Den wiederum erstaunte es, dass ein Hauptschulabschluss nicht nur an der neuen  Gemeinschaftsschule, sondern ebenso an der Realschule möglich ist. „Wozu brauchen wir da zwei Schulen?“, fragte er.

Den Räten obliegt es nun, Lösungen zu finden und in das neu aufzustellende Schulkonzept zu integrieren. Das sieht die Ballung aller Laichinger Schularten in einem zukunftsfähigen Schulzentrum vor. „Alle Aspekte zusammenzuführen zu einem guten und schlüssigen Konzept, ist eine schwierige Aufgabe“, meinte Rätin Margit Nägele (BWV) nach der Sitzung auf Nachfrage.

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