Schüler debattieren für eine Erneuerung der Kirche

Jugendliche vom Seminar in Blaubeuren haben zum Reformationsjubiläum 17 neue Thesen entwickelt.

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Seminar-Schüler haben ihre Thesen am Kloster Maulbronn angenagelt.  Foto: 

Seminar-Schüler aus Blaubeuren und Maulbronn fordern anlässlich 500 Jahre Reformation mit 17 neuen Thesen den Oberkirchenrat der Evangelischen Landeskirche zu einer Debatte heraus. 16 Schüler werden dazu heute im Hospitalhof in Stuttgart auf einem Podium diskutieren, auch die Seminargemeinschaften sind mit dabei.

Mit dem symbolischen Anschlag ihrer selbst erarbeiteten Thesen an einer der Türen des Klosters Maulbronn haben die Schüler ihre Herausforderung an die Kirchen-Oberen ausgesprochen. Die Seminaristen diskutieren unter anderem mit Landesbischof Frank Otfried July und Inge Schneider, Präsidentin der Landessynode. Die Moderation wird Kirchenrätin Carmen Rivuzumwami übernehmen.

Die Vorfreude unter den debattierenden Schülern ist groß. Sie wollen selbstbewusst ihre Meinung vertreten und haben Impulse für eine Kirche der Zukunft, die Stellung bezieht zu den brennenden Fragen unserer Zeit.

Erstmals Debatte in dieser Form

In den Thesen der Schüler geht es um Gerechtigkeit, andere Religionen, neue Lebensformen und Populismus: „…im Geist der Gerechtigkeit Jesu fordern wir von der Kirche eine bessere Bezahlung als die der öffentlichen Arbeitgeber und unbefristete Verträge“, heißt es in der These 4. Die These 8 beginnt: „Da der Mensch direkt im Anfang den göttlichen Segen erhalten hat und in der Folge diesen als Stellvertreter Gottes weitergibt, steht es uns nicht zu, Einzelnen den göttlichen Segen auf Grund ihrer Lebensform zu verweigern…“ Zum Thema Populismus heißt es in These 13: „Oft missbrauchen Populisten die Unwissenheit von Menschen, um sie für ihre Positionen einzunehmen. Wir erwarten von unserer Kirche, dass sie für Millionen von Menschen als Vorbild auftritt und klar Stellung bezieht angesichts menschenverachtender Aussagen.“

Die Idee einer Debatte wurde beim Wettbewerb „Kirche macht was“ im Rahmen des Reformationsjubiläums eingereicht und zählte zu den Gewinner-Projekten. Eine kirchliche Debatte in dieser Form hat es noch nie gegeben, künftig sollen solche Diskussionen regelmäßig stattfinden.

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