Schnürpflingen: Bodypainting auf dem Herbstfest

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Bodypainterin Sandra Buchmann aus Ulm sprüht Liesa Redl, Saxophonistin im Musikverein Schnürpflingen, eine Tracht ganz aus Farben auf die Haut und verziert Arme und Backen mit Musik-Ornamenten.  Foto: 

Liesa Redl steht auf der Bühne. Für sie als Saxophonistin des Musikvereins „Harmonie“ Schnürpflingen kein ungewöhnlicher Ort. Allerdings hat sie kein Instrument bei sich, auch sind ihre Bewegungen etwas ungewöhnlich und sie trägt nur Unterwäsche. Mal führt sie die Hände über dem Kopf zusammen, mal spannt sie den Rücken oder beugt den Kopf über die eine, dann über die andere Schulter. Zwischendurch schüttelt sie sich, vertritt sich die Beine, gönnt sich die eine oder andere Zigarettenpause. Vier Stunden geht das so. So lange gibt Sandra Buchmann die Anweisungen. Für die Ulmer Face- und Bodypainterin steht Liesa bei „Kunst im Zelt“ Modell. Die Aktion fand am Samstag im Rahmen des Herbstfestes des Musikvereins Schnürpflingen statt.

Als Motiv hat sich die Musikerin – ganz standesgemäß – die Tracht des Vereins ausgesucht. Weiße Bluse und grünes Oberteil, statt Rock aber eine Lederhose. Ein voluminöses Kleidungsstück ganz aus Farbe wäre ja auch ein Ding der Unmöglichkeit.

Als sie von Vereinsseite gefragt wurde, ob sie Modell stehen würde, überlegte sie keine Sekunde: „Klar, mach ich.“ Mit Bodypainting liebäugelt sie ohnehin schon seit längerem. „Das hat etwas, mal was ganz anderes.“

Nach einer Stunde keinerlei Anzeichen von Reue. „Es tut nicht weh und mir ist nicht kalt“, sagt die 21-Jährige. Nur mit den von Sandra Buchmann eingeforderten Posen kommt sie sich gelegentlich albern vor und das regungslose Stehen bereitet ihr Probleme. Die Blutzirkulation wird mit Schütteln und auf der Stelle treten wieder in Schwung gebracht.

Am Ende der Aktion ist Liesa begeistert. „Sogar die Stickereien auf unseren Ärmeln sind da, und die Lederhose hat Nähte“, sagt sie, während sie die aufgesprühte Kleidung im Spiegel begutachtet. Als Schmankerl hat Sandra Buchmann Backe und Arm mit Noten und Notenschlüssel verziert. Schließlich sollen die Leute sehen, mit was sich der Verein beschäftigt. Haferlschuh und Kniestrümpfe runden das Bild ab. „Wenn man nicht genau hinschaut, glaubt man, die Kleidung wäre echt“, sagt eine Besucherin.

Das Herbstfest nähert sich der 50. Auflage. An diesem Wochenende ging es am Freitag mit einer „End of Summer Party“ los. Mit Musik aus vergangenen Jahrzehnten lockte die Band „Tonwerk“ Jung und Alt ins Zelt. „Die Gäste waren zufrieden – folglich sind wir es auch“, sagt der zweite Vorsitzende Hans-Peter Bosch. Der Samstag ist aus seiner Sicht „überwältigend“. Außer dem Bodypainting präsentieren 16 Aussteller Kunsthandwerk.

Eleonore Aich aus Ammerstetten zeigt beispielsweise, wie aus alten Buchseiten origineller Tischschmuck entstehen kann, etwa Birnen und Äpfel, angeordnet um einen echten Zweig. Marie-Luise Vogt aus Staig-Altheim näht Puppenkleider. Von den Details ist ein Besucher hin und weg. „Unglaublich, welche Mühe und Arbeit dahinter stecken muss.“ Zu den Angeboten zählen Fotokarten, Holzarbeiten, Schmuck, Getöpfertes und Filzarbeiten.

Gestern, am Sonntag, begann das Fest mit einem Gottesdienst. Anschließend standen Mittagstisch, Blasmusik und Auftritte der Volkstanzgruppe aus dem Teilort Ammerstetten im Mittelpunkt. Das ständige Kommen und Gehen sowie ein stets gefülltes Zelt verhalfen Bosch zu einem zufriedenen, breiten Grinsen. „Das Wetter spielt uns in die Karten. Nicht gut genug, um zum Baden zu gehen, aber doch trocken, um einen Ausflug zu uns zu unternehmen.“

Mit zünftigem Vesper, Kesselfleisch und Sauerkraut sowie Blasmusik von den Hausherrn geht Am Montag das Fest von 18 Uhr an zu Ende. Gespielt wird nach Wunsch der Gäste, die aus 20 Titeln eine Hitparade wählen können, die dann gespielt wird.

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