Schmuckstück Dorfladen - Am Donnerstag eröffnet Pächterin Camila Preljevic in Neenstetten

Zweieinhalb Jahre nach dem Aus des örtlichen Lebensmittelladens, eröffnet am Donnerstag in Neenstetten der neue Dorfladen. Gebaut hat ihn die Gemeinde, betrieben wird er von Pächterin Camila Preljevic.

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Die Pächterin Camila Preljevic (links) und ihre langjährige Mitarbeiterin Annerose Schlumberger haben für die heutige Eröffnung des Dorfladens in Neenstetten alles vorbereitet. Auch Pflanzen gehören zum Sortiment.  Foto: 
Über Wochen und Monate haben Camila Preljevic und ihr Team geplant, überlegt und vorbereitet, in den vergangenen Tagen tausende Artikel ausgezeichnet und in die Regale geräumt. Nun ist es geschafft: Am Donnerstag, 16. Juli, um 11 Uhr öffnet der Dorfladen in der Ulmer Straße in Neenstetten – nach etwa 16 Monaten Bauzeit – zum ersten Mal seine Türen.

Mit der Eröffnung erreicht ein beispielhaftes Gemeinschaftsprojekt seine nächste Etappe: Knapp eine halbe Million Euro hat die Gemeinde Neenstetten selbst in die Planung und den Bau des Ladengebäudes investiert. Knapp 90 000 Euro flossen zusätzlich aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) des Landes Baden-Württemberg in das Projekt. Einen weiteren Betrag im sechsstelligen Bereich hat Camila Preljevic als Betreiberin für Inneneinrichtung und Ausstattung eingebracht: „Es ist ein Risiko“, das sei ihr durchaus klar. Dennoch sagte die gelernte Einzelhandelskauffrau zu, als die Gemeinde Neenstetten sie vergangenes Jahr ansprach, ob sie sich vorstellen könnte, den Dorfladen zu betreiben.

Neu ist diese Arbeit für Preljevic nicht, führt sie doch bereits seit 18 Jahren in Weidenstetten das „Dorflädele Um’s Eck“. Gemeinsam mit einem schlagkräftigen Team bietet die 42-Jährige dort ihren Kunden sämtliche Lebensmittel des täglichen Bedarfs, frische Backwaren und eine Postfiliale. All das soll es jetzt an auch in Neenstetten geben – ausgenommen die Lotto-Annahmestelle, die es in Weidenstetten zusätzlich gibt.

„Wenn ich etwas mache, mache ich es richtig“, verspricht die Geschäftsfrau. Ihr neuer Laden soll „ein Schmuckstück“ sein; ein Anspruch, den Preljevic sich mit viel Engagement und Herzblut erfüllt hat: Eine auffällige orange-rote Fassade macht den Dorfladen zum Blickfang, sein Außenbereich ist liebevoll bepflanzt. Die Wände im modern gestalteten und hochwertig ausgestatteten Inneren zieren großformatige historische Aufnahmen des Neenstetter Dorfschullehrers Eugen Sauter, der zwischen 1949 und 1960 das alte Dorf und den Alltag seiner Bewohner dokumentiert hat. Eine Kaffee-Ecke lädt zum Verweilen ein.

Im Sortiment des Ladens treffen auf 120 Quadratmetern Vielfalt und Regionalität aufeinander: Die angebotenen Eier stammen von freilaufenden Hühnern aus Langenau, das Mehl und die Backwaren aus Lonsee, die Wurst und das Fleisch aus dem benachbarten Altheim. Eine eigene Feinkostabteilung bringt italienische Delikatessen in die Gemeinde, eine große Käsetheke, Pflanzen und frische Schnittblumen runden das Sortiment ab.

Obwohl sie viel Geld in die Hand genommen hat, ist Preljevic vor der Eröffnung nicht bange: „Wir haben in Weidenstetten schon zahlreiche Kunden aus Neenstetten“, sagt sie. Und: „Die Neenstetter sind all die Jahre sehr hinter ihrem alten Laden gestanden.“ Auf diese Treue und das Vertrauen hofft sie nun. „Der Erfolg eines Dorfladens steht und fällt mit den Einwohnern einer Gemeinde.“ Mit Service und Freundlichkeit, einem kostenlosen Heimlieferservice für die gekauften Waren und einem immer offenen Ohr für die Wünsche ihrer Kunden will Camila Preljevic punkten. Ihr Laden soll ein Treffpunkt für den Ort werden. „Das wird nicht von heute auf morgen klappen. So etwas muss sich entwickeln.“

Für Bürgermeister Martin Wiedenmann ist der Dorfladen eine „wichtige Einrichtung“, die ihm nicht zuletzt für die älteren Neenstetter besonders am Herzen liegt: „Die Freiheit, selbst einkaufen zu können, ist ein großes Stück Lebensqualität“, sagt der Bürgermeister. Den Entschluss, als Kommune selbst als Bauherr aufzutreten, hat er nie bereut. Eine Gemeinde dürfe für die Sicherung ihrer Nahversorgung durchaus Geld in die Hand nehmen, findet Wiedenmann: „Es war die absolut richtige Entscheidung“ – eine Investition „für Neenstetten und seine Bewohner“.

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