Sanierungspreis: Ausstellung macht Halt in Langenau

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Eva-Britta Wind, Fachdienstleiterin Bauen, Brand- und Katastrophenschutz (rechts), zeigt die Ausstellung.  Foto: 

Viele alte Hofstellen und andere prägende Gebäude stehen leer, Ortskerne veröden, an den Rändern aber wachsen die Neubaugebiete immer weiter in die freie Landschaft. Eine Entwicklung, die scheinbar unaufhaltsam ist – mit allen unliebsamen Nebenwirkungen wie Flächenfraß und unattraktiver Ortsbilder. Verschwinden markante historische Gebäude, verlieren Orte ihr einprägsames Gesicht.

Hürden überwinden

Dass es auch anders ginge, demonstriert der Alb-Donau-Kreis mit seinem Sanierungspreis „Vorbildliche Innenentwicklung“ anhand beispielhafter Projekte. Entschieden bereits im Winter, macht die daraus entstandene Wanderausstellung derzeit im Langenauer Rathaus Station, von wo aus die Botschaft an die Bürger gestreut werden soll. Denn aus Verwaltungssicht, das bekräftigte Bürgermeister Daniel Salemi in seiner Eröffnungsansprache, ist unstrittig: „Innenentwicklung geht vor Außenentwicklung.“ Wäre dem nicht so, ginge über kurz oder lang die Attraktivität des Kerns verloren.

Doch anhand der je fünf mit einer Auszeichnung oder einer Anerkennung bedachten Projekte (wir berichteten), lassen sich zugleich die Hürden erkennen, die zu überwinden sind. Davon wurden bei der anschließenden lockeren Diskussionsrunde um Eva-Brittta Wind gleich mehrere angesprochen. Wind ist Leiterin des Fachdienstes Bauen, Brand und Katastrophenschutz im Alb-Donau-Kreis und dort zugleich die personifizierte Untere Denkmalschutzbehörde.

Natürlich kam die Kostenfrage zur Sprache. Sanierung bringe oft höhere Kosten als ein Neubau mit sich. Bei der Mehrzahl der unter privater Regie umgesetzten Projekte wurden diese durch hohe Eigenleistungen verringert, etwa bei den zu Wohnzwecken umgebauten Scheunen in Oberstadion und Nerenstetten sowie beim revitalisierten Kleinbauernhaus in Berghülen. Allesamt nicht unter Denkmalschutz stehend, musste hier viel Herzblut und gestalterisches Gespür fehlende Zuschüsse und Vorgaben ausgleichen.

Die Beispiele der Scheunen zeigen noch mehr: Nicht selten ist es die Enkel-Generation, die sich solcher „antiker“ Objekte annimmt und sie saniert. Verkäufe aus altem Familienbesitz an Außenstehende, so Winds Erfahrung, kämen in ländlichen Regionen eher selten zustande.

Ein weiteres sensibles Thema, von Salemi aufgebracht, betrifft nicht mehr genutzte Stallungen. Da diese jedoch Bestandsschutz genießen und irgendwann reaktiviert werden könnten, greifen hier weiterhin die Bestimmungen für den notwendigen „Emissionsradius“.  In Langenau gebe es gleich mehrere solcher Fälle, die die bauliche Entwicklung verhindern würden. Das Problem begegnet auch Fachdienstleiterin Wind ständig – sie hofft nun auf eine anstehende Gesetzesänderung.

Mut zum Risiko

Der Preis und die Ausstellung liefern vorbildhafte Sanierungsbeispiele. In Dietenheim (Stadtcafé), Ehingen (Oberschaffnei) und Blaubeuren (Urgeschichtliches Museum) haben die Kommunen selbst beherzt und mit Mut zum Risiko die Initiative ergriffen. Mut brauche es auf jeden Fall, betonte Wind. Schließlich ließe sich nur selten vorher genau abschätzen, „was genau auf einen zukommt“.

Info Die Ausstellung im Langenauer Rathaus ist noch bis Freitag, 27. Oktober, zu sehen.

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