Runder Tisch zu umstrittener Fahrplanänderung in Blaustein

765 Arnegger, Markbronner und Dietinger haben gegen die Fahrplanänderung und für eine stündliche Busanbindung von Arnegg unterschrieben. Die Probleme wurden bei einem Runden Tisch besprochen.

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Mit einer dicken Mappe voller Unterschriftenblätter ist die Bürgerinitiative (BI) "für eine stündliche Anbindung von Arnegg" am Mittwochabend im Blausteiner Rathaus erschienen: 765 Bürger der Teilorte Arnegg, Markbronn und Dietingen haben unterschrieben, um eine Verbesserung der Anbindung ihrer Teilorte an den öffentlichen Nahverkehr zu erreichen. Wie mehrfach berichtet, fahren seit der Fahrplanänderung im Dezember vergangenen Jahres weniger Busse in die drei Orte, zudem müssen die Fahrgäste häufiger umsteigen, um nach Ulm und wieder nach Hause zu kommen. Das sorgt für Unmut und Ärger.

Die Forderungen der BI erläuterte deren Sprecher Johannes Mack bei der Übergabe der Unterschriften an Bürgermeister Thomas Kayser. "Wir fordern wieder eine stündliche Anbindung von Arnegg, direkte Verbindungen ohne Umsteigen nach Ulm, Gelenkbusse in den Stoßzeiten und mehr Verkehrssicherheit", sagte Mack. Er gab zudem bekannt, das Amt des Sprechers der BI nicht mehr zu übernehmen. "Ich fahre selbst nicht mit dem Bus, deshalb bin ich bei dem Thema gar nicht kompetent." Von nun an ist Michael Krug aus Arnegg Sprecher der BI.

Rund 20 Bürger waren mit zu der Unterschriftenübergabe ins Rathaus gekommen. Sie wurden von Bürgermeister Kayser eingeladen, sofort im Anschluss am "Runden Tisch" zu der Fahrplanänderung teilzunehmen. Wie die Gemeinde angekündigt hatte, fand der Runde Tisch mit Vertretern vom Regionalverkehr Alb-Bodensee (RAB), der Gemeinde und dem Verkehrsplaner des Alb-Donau-Kreises, Florian Weixler, statt. Ziel war, die Probleme - sachlich - zu benennen und Lösungen zu suchen.

"Das war eine gute Sache", sagte Dieter Denk auf Nachfrage. Er hat für die BI offiziell an dem Runden Tisch teilgenommen. "Wir haben die Probleme angesprochen, die Verantwortlichen haben sie notiert, und nun hoffen wir, dass sich was tut." Allerdings sei kaum davon auszugehen, dass Verbesserungen vor der nächsten Fahrplanänderung im Dezember umgesetzt werden. Dennoch sei schon einiges in die Wege geleitet. So habe Seylan Nogaybel, Verkehrsmanagerin der RAB, zugesagt, dass die Busfahrer angewiesen werden, künftig die Umsteigemöglichkeiten im Bus anzusagen. "Damit die Leute wissen, wo ihr Bus für die Weiterfahrt abfährt", sagt Denk. Denn das sei vor allem vielen Älteren nicht klar. Ebenfalls geändert werde, dass die Anzeigetafeln künftig das endgültige Ziel des Busses anzeigen. So fahre ein Bus von Ulm um 16.50 Uhr los, die Anzeige zeige Linie 36 mit Ziel Herrlingen. "Erst in Herrlingen stellt die Anzeige um auf Linie 38 mit Ziel Markbronn", erklärt Denk. Viele Leute steigen aber in der Annahme, dass der Bus in Herrlingen endet, aus. "Wenn ein Busfahrer dann nichts sagt, fährt der Bus leer nach Arnegg und Markbronn, und die Leute, die eben dort hin wollen, stehen in Herrlingen und warten auf ihren Anschluss."

Auch Thomas Schwäble, Hauptamtsleiter der Gemeinde Blaustein, ist mit dem Verlauf des Runden Tisches zufrieden. "Es hat sich herausgestellt, dass den Leuten viele Informationen fehlen." Nicht zuletzt sei bei jedem neuen Fahrplan eine Zeit der Gewöhnung nötig. "Man muss sich erstmal darauf einstellen und für sich selbst die besten Verbindungen herausfinden. Klar ist auch, dass mit den Umstiegen die Sache komplizierter geworden ist." Diese seien aber nun mal nötig, um auch den anderen Blausteiner Ortsteilen eine gute Anbindung an den Nahverkehr zu ermöglichen.

Einen Kritikpunkt wird die Gemeinde angehen: die Verkehrssicherheit. Denn weder am Herrlinger Bahnhof noch am Blausteiner Rathaus gibt es Querungshilfen. "Da rennen die Kinder dann einfach über die Straße, um ihren Bus für die Weiterfahrt zu erwischen", sagt Schwäble. Hier wird die Gemeinde gemeinsam mit der RAB nun eine Verkehrsschau machen, um Lösungen zu suchen.

Die Bürgerinitiative ihrerseits wird mit ihren Mitgliedern zusammentragen, wo tatsächlich Busse fehlen und wie viele Nutzer davon betroffen sind. "Das Interesse jedes Einzelnen kann man da nicht berücksichtigen, aber wenn eine Verbindung wirklich nötig ist, wird die RAB das prüfen", erklärt Schwäble. Bei einem weiteren Treffen im Mai oder Juni werden sich die Beteiligten des Runden Tisches erneut zusammensetzen.

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Kommentare

02.03.2012 12:57 Uhr

Fahrplanänderung Arnegg - Runder Tisch

Nach über zwei Monaten haben wir sehr viele Erfahrungen mit dem neuen Fahrplan und Informationen gesammelt, um die deutliche Verschlechterung unseres öffentlichen Nahverkehrs zu beurteilen. Wir konnten früher mit einer Fahrtzeit von knapp einer halben Stunde für die 10 km von Ulm nach Arnegg rechnen. Nun gibt es Busverbindungen mit einem Umstieg in Blaustein oder Herrlingen, dies bedeutet für manche Busverbindungen ca. 1 Stunde Fahrtzeit für diese relativ kurze Strecke.
z.B.: Für die restlichen 5 Minuten Busfahrt von Herrlingen bis nach Arnegg stehen die Fahrgäste dann schon mal 30 Minuten da und warten auf ihren Anschluss!
Was diese Zeit für gebrechliche Menschen bedeutet -
können wir uns das vorstellen?
Maria Holzwarth

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