Banken: Rückzug aus manchen Dörfern

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Banken müssen sparen. Das gilt für die großen Investmentbanken, die öffentlich-rechtlichen Sparkassen, die großen und die kleinen Genossenschaftsbanken. „Es gibt keine Regionalbank, die das Thema nicht angeht“, sagt Wolfgang Hirmer, Vorstandssprecher der VR-Bank Langenau-Ulmer Alb.

Vor dem Hintergrund des sich dramatisch verändernden Kundenverhaltens stelle die VR-Bank seit mehr als einem Jahr alle Geschäftsstellen auf den Prüfstand. Die Frequenz-Analysen hätten gezeigt, dass die Zahl der Kundenkontakte in den Filialen sinkt. Eine Konsequenz war, dass die Öffnungszeiten der Filialen in Ober- und in Unterelchingen verkürzt wurden. Nunmehr, erläutert Hirmer, sind die Filialen abwechselnd vor- und nachmittags geöffnet, so dass beide von einem Team betreut werden können. So ähnlich werde das auch in den Filialen Weidenstetten und Neenstetten praktiziert.

Für die Filiale in Urspring hat sich keine solche Lösung angeboten, sie wird Ende des Jahres geschlossen. Auch die Selbstbedienungsgeräte – Geldautomat und Auszugsdrucker – werden Hirmer zufolge abgebaut. Im Gegenzug werde die Filiale in Lonsee, die täglich und in der Woche insgesamt 33 Stunden geöffnet ist, personell verstärkt.

Aus dem Dornstadter Teilort Temmenhausen zieht sich die VR-Bank komplett zurück. Vor etwa drei Jahren ist der Schalter in der dortigen Geschäftsstelle geschlossen worden. Nach einem Appell aus dem Aufsichtsrat habe die Bank dann Geldautomat und Auszugsdrucker installiert, erläutert Hirmer. Für die heimischen Kunden und wegen der Arbeiter auf den Baustellen von Autobahn und Schnellbahntrasse. „Aber es hat überhaupt nicht funktioniert“, sagt Hirmer. Der Geldautomat werde kaum benutzt, und daher Anfang Januar ebenfalls abgebaut.

Technische Gründe erleichterten diese Entscheidung, fügt der Vorstandsvorsitzende hinzu. Vom 10. Januar an werde für diesen Typ Geldautomat kein Service mehr angeboten, so dass die Bank ein neues Gerät installieren müsste. Das und die jährlichen Kosten für die eigene Leitung – „ein vierstelliger Betrag“ – seien angesichts der wenigen Abhebungen nicht gerechtfertigt.

Einkaufsmöglichkeiten fehlen

Hirmers Erklärung für geringe Nachfrage in Orten wie Urspring und Temmenhausen: keine Einkaufsmöglichkeiten. Und dort, wo es in der Nähe Einkaufsmöglichkeiten gebe, zum Beispiel in Lonsee beziehungsweise in Tomerdingen, sei die VR-Bank nach wie vor mit Geschäftsstellen und Automaten präsent. Außerdem biete die Bank einen Bring-Service an: bei Anruf Bargeld. Diese Dienstleistung sei „noch gebührenfrei“, sagt Hirmer, werde jedoch nicht stark genutzt.

Mitglieder und Kunden in den betroffenen Orten sind Hirmer zufolge über die bevorstehenden Schließungen informiert worden. Bis auf wenige Ausnahmen hab es keine negative Resonanz gegeben.

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