Roland Maier überlässt Archäopark Vogelherd sein Geburtstagsgeschenk

Der eine erfreut sich an Modellautos in der Vitrine, Roland Maier aus Rammingen an Knochen vom Riesenhirsch, Auerochsen und Steppenbison. Nun übergab er die Raritäten dem Archäopark Vogelherd.

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Übergabe der Eiszeit-Knochen an den Archäopark (von links): Patricia Friderich vom Archäopark, Spender Roland Maier und Ehefrau Heidi aus Rammingen, sowie Archäologin Ewa Dutkiewicz von der Uni Tübingen.  Foto: 

Zum 50. Geburtstag von Roland Maier haben sich die Freunde etwas Besonderes einfallen lassen. Sie schenkten dem Ramminger Überreste von Eiszeit-Tieren: gewaltige Knochen vom Riesenhirsch, vom Auerochsen, vom Steppenbison und vom Rothirsch (siehe Infokasten).

Zum einen als Anspielung darauf, dass er nun ein "alter Knochen" sei, erzählt Maier. Zum anderen, weil er sich für Archäologie interessiere, er ist Mitglied in der Gesellschaft für Archäologie. Woher die Freunde die Knochen hatten, weiß er nicht: "Die gibt es zu kaufen, so wie Fossilien auch."

Inzwischen ist Maier 70 Jahre alt. Viele Jahre habe er sich an den seltenen Knochen erfreut, die er in einer Vitrine in einem Kellerzimmer aufbewahrte, erzählt er. Seinem Sammlerzimmer, in dem er auch "Zeugen" ausgestellt hatte, die er bei seiner Arbeit als Geometer sammelte. Die Tonscheiben lagen als Marken unter Grenzsteinen, versehen mit Initialen, Wappen oder Jahreszahlen. Als der Raum vor einiger Zeit renoviert wurde, landeten die fossilen Knochen auf dem Dachboden.

Da er und seine Frau Heidi keine Kinder haben, hätten sie sich Gedanken gemacht, was mit ihren Sachen mal passieren wird, erzählt Maier. Es wäre doch schade, wenn die Eiszeit-Relikte in der Mülltonne landeten. So kam er auf die Idee, sich beim Archäopark Vogelherd im Niederstotzinger Stadtteil Stetten ob Lontal zu melden, um diesem für den Eiszeit-Park die Knochen dauerhaft zu überlassen.

Die Tübinger Archäologin Eva Dutkewiecz, die den Archäopark wissenschaftlich betreut, holte die großen Tierknochen vergangenen Herbst in Rammingen ab. Sie wurden konserviert und von Spezialisten der Uni Tübingen wissenschaftlich bestimmt. Im Zuge dessen seien die Tierarten bestätigt worden, berichtet Maier. Es handelt sich um Riesenhirsch, Auerochse, Steppenbison und Rothirsch aus der letzten Eiszeit. Eine genaue Datierung sei allerdings nicht möglich, da der Fundort der Knochen unbekannt ist, erklärt Patricia Friderich, Leiterin des Archäoparks.

Nun sind die fossilen Knochen Teil der Präsentation am "Platz der Jagd" im Parkgelände an der Vogelherd-Höhle. Bei Führungen werden sie herumgereicht. Sie verdeutlichten eindrucksvoll die Dimension der Eiszeit-Tiere. Der größte der Knochen sei rund 60 Zentimeter lang, sein Durchmesser betrage rund 20 Zentimeter. Friderich: "Eine beeindruckende Leihgabe."

Geweih mit einer Spannweite von vier Metern

Riesenhirsch Die extrem großen Hirsche lebten vor 400 000 bis 9500 Jahren in weiten Teilen des heutigen Europas. Die Schulterhöhe der Pflanzenfresser betrug bis zu 2,1 Meter; sie trugen ein mächtiges Geweih, das eine Spannweite von über vier Metern haben konnte.

Steppenbison Die ausgestorbene Bisonart war während der Eiszeit in Europa verbreitet. Der Steppenbison war größer als andere Arten, seine Hörner waren länger. Er erreichte eine Schulterhöhe von zwei Metern, war drei Meter lang und wog bis zu 800 Kilo.

Auerochse Ausgestorbenes Wildrind aus der Eiszeit, Stammform unseres Hausrinds. Seine Länge betrug bis zu 3,10 Meter, seine Schulterhöhe fast zwei Meter, sein Gewicht 800 bis 1000 Kilo.

Rothirsch Der Rothirsch ist mit einer Schulterhöhe von bis zu 1,30 Meter und einem Gewicht von bis zu 250 Kilo das größte heimische Wildtier. Sein Namen kommt vom rotbraunen Sommerfell.

 

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