Ringtausch auf den Langenauer Kirchenkanzeln

Katholisch, evangelisch, methodistisch: Die Prediger haben für Kollegen den Predigtdienst übernommen.

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    Pfarrerin Mechthild Martzy und Pfarrer Thomas de Jong in der Martinskirche. Foto: 
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    Pfarrer Martin Hauff hat in der katholischen Kirche gepredigt. Foto: 
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Ungewohnter Anblick im Gottesdienst der katholischen Kirche Mater Dolorosa: Während der Predigt steht der evangelische Pfarrer Martin Hauff am Lesepult, die Liturgie wird von Gemeindepfarrer Claus Stoll gehalten. Die katholische, evangelische und die methodistische Kirchengemeinde in der Stadt haben einen ökumenischen „Kanzeltausch“ vereinbart – mit Gastpredigern einer anderen Konfession.

Hauff sprach über den alttestamentlichen Bruderzwist zwischen Jakob und Esau. Dieser endet mit einer Versöhnung, für die sich keiner der Beteiligten verbiegen müsse. „Auch zwischen unseren Konfessionen ist der Konflikt gewichen, ist in der Ökumene Gemeinschaft gewachsen, für die wir sehr dankbar sind“, sagte er. Der Anstoß zu dem Predigertausch kommt von dem Methodistenpfarrer Thomas de Jong, der, wie er berichtet, während seiner Studienzeit bereits einen ökumenischen Kanzeltausch erlebt hatte. In Langenau treffe sich mehrmals im Jahr ein Ökumene-Ausschuss, und dieser habe die Idee angenommen worden. Die Ökumene sei in Langenau insgesamt „gut eingespielt“, gemeinsame Gottesdienste wie zum Jahresschluss oder zum Turmfest gehörten seit langem dazu. „Aber dass wir einen Ringtausch machen, das ist etwas Neues.“ Er freue sich, als Gast in der katholischen Kirche zu sprechen. „Es ist ein anderer Raum, eine andere Hörerschaft.“

Insgesamt drei Mal hielt Hauff seine Predigt im Gottesdienst von Pfarrer Stoll: in Göttingen, in Langenau und in Rammingen. Stoll: „Ich finde es stets bereichernd, wenn auch mal jemand anderes den Predigtdienst übernimmt, denn jeder hat ja so seinen Stil. Ich denke, für die Gemeinde gilt das auch.“

„Gott hat alles im Griff.“

Im evangelischen Gottesdienst von Pfarrerin Mechthild Martzy predigte Methodistenpfarrer Thomas de Jong von der Kanzel. Er sprach über die Heilung eines kranken Jungen durch Jesus, ermutigt die Zuhörer, in schwierigen Situationen auf Gott zu vertrauen. „Wenn das Leben außer Kontrolle gerät, hilft das Wissen: Gott hat alles im Griff.“ Dreimal hielt er seine Predigt: in der Leonhardskirche, der Martinskirche und in Wettingen. De Jong, erst seit 2016 in Langenau tätig, erlebt die Ökumene in der Stadt als „gutes Miteinander“, wie er sagt. Man habe ihn gut aufgenommen und er könne sich gut einbringen. Auch wenn seine Gemeinde mit 88 Mitgliedern im Vergleich relativ klein sei, sei die Ökumene ein Gespräch auf Augenhöhe.

Einblicke in die Glaubenspraxis

Auch die katholische Pastoralreferentin Corina Müller schätzt das ökumenische Miteinander in Langenau. Den Kanzeltausch sieht sie als Bereicherung an: „Es ist ein Zeichen gelebter Ökumene. Durch solche Projekte erhalten wir Einblick in die Glaubenspraxis der jeweiligen anderen Konfession.“ Sie selbst predigte in der evangelisch-methodistischen Christuskirche. Passend zur Ökumene sprach sie über das paulinische Bildwort vom Leib mit den vielen Gliedern aus dem Korintherbrief. „Natürlich hätte ich auch die anderen Predigten – von Pfarrer Hauff und Pastor de Jong – sehr gern gehört. Aber vielleicht habe ich dazu ja ein anderes Mal Gelegenheit.“ Sie hofft, dass die Langenauer den ökumenischen Kanzeltausch gut annehmen. „Dann kann er vielleicht schon im nächsten Jahr seine Fortsetzung finden.“

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