Ringinger Eltern setzen sich für eine Grundsanierung des Kindergartens ein

Bislang ist nicht absehbar, wann der katholische Kindergarten in Ringingen nach dem Wasserschaden wieder bezogen werden kann. Die Eltern fordern im Zuge der Arbeiten die Innensanierung.

|

Ortsvorsteher Georg Mack sprach von einer "kleinen" Katastrophe, die der Rohrbruch vergangene Woche im Ringinger Kindergarten ausgelöst habe. Die ernsten Mienen der Eltern aber zeigten, dass sie den Schaden wohl eher als "große" Katastrophe sehen.

Mehrere Dutzend Bürger waren am Dienstagabend ins Ringinger Dorfgemeinschaftshaus gekommen. Die Stadt Erbach, die Ortsverwaltung und die katholische Kirchengemeinde hatten Eltern eingeladen, um sie über den Sachstand zum Wasserschaden im katholischen Kindergarten St. Josef zu informieren. Die Verantwortlichen des Kindergartens erachteten die Unterbringung der 50 Sprösslinge in zwei Gruppen im alten Schul- und im Pfarrhaus als erträglich, in Rekordzeit seien die Räume sicherheitstauglich gemacht worden, berichtete Sandra Dolderer. Die Erbacher Stadtbaumeisterin verhehlte aber nicht, dass sich die Auslagerung über mehrere Monate hinziehen werde, wenn nicht gar noch länger. "Wir müssen warten, welche Schadenshöhe die Versicherung ansetzt. Erst dann können Stadt und Kirchengemeinde planen."

Derzeit seien 25 Trocknungsgeräte im Einsatz, die täglich zwischen 130 und 150 Liter Wasser aus den Wänden und Böden ziehen. Fakt sei, dass der Kindergarten vom Dach bis zum Keller durchfeuchtet ist und die Trocknung mindestens drei bis vier Wochen dauern wird. Durch das Wasser komplett zerstörte Bodenbeläge, Tapeten und ein Großteil der Deckenverkleidung habe eine Firma ausgebaut und entsorgt. Priorität habe, aus dem Inventar zu retten, was noch geht. "Wir müssen jetzt alle viel Geduld mitbringen", sagte die Stadtbaumeisterin. Sie sprach dann die zwei Punkte an, die den Eltern offensichtlich seit Jahren ein Dorn im Auge sind: den Schimmel, der nach umfassender Sanierung ausgeräumt war. "Bevor jetzt wieder ein Kind in die Räume gelassen wird, nehmen wir erst Messungen vor", kündigte sie an.

Es gebe Überlegungen, im Zuge der Behebung der Rohrbruch-Schäden gleich die seit Jahren geplante Sanierung vorzuziehen, sagte Sandra Dolderer. "Da kann ja nichts anderes im Raum stehen. Man kann doch nicht jetzt den Wasserschaden sanieren und im nächsten Jahr muss der Kindergarten wieder geräumt werden, um den Rest zu richten", monierte ein Bürger. Eine Mutter sagte geradeaus: "Wenn man andere Kindergärten anschaut, stehen wir in Ringingen vom Standard weit hinten." Eine andere Frau sagte: "Hier im Ort muss man für alles kämpfen, was in anderen Gemeinden selbstverständlich ist."

Ein Zuhörer fand, dass es nicht ausreiche, nur den Wasserschaden zu beheben, sondern auch dessen Ursache. "Weil der Dachstuhl nicht richtig isoliert war, konnte die Leitung einfrieren und platzen." Ein anderer riet der Stadtbaumeisterin, sich nicht auf Gutachten der Versicherung zu verlassen. "Die rechnen immer zu ihren Gunsten." Ortsvorsteher Georg Mack will die Eltern auf dem Laufenden halten.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Kostenlos Bus fahren an vier Adventssamstagen

Alle Ulmer Fraktionen wollen den baustellengeplagten Handel vor Weihnachten unterstützen. Der Nahverkehr soll an Adventssamstagen kostenlos sein. weiter lesen