Reutti - ein Hort der Glückseligkeit

Im Neu-Ulmer Stadtteil Reutti lässt es sich gut leben. In der Bürgerversammlung ärgerten sich die Besucher über parkende Autos und Bäume.

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Nein, große Sorgen haben die Menschen in Reutti nicht, wie die Bürgerversammlung am Mittwoch in der Gemeinschaftshalle gezeigt hat. Angesichts dessen, was zu hören war, dürfte Reutti ein wahrer Hort der Glückseligkeit sein. Diskutiert wurde dennoch - und das auch recht munter. Dabei wurde beispielsweise die eine oder andere fehlende Straßenlaterne beklagt, dann stört ein parkendes Auto oder die abgestellte Lkw-Zugmaschine.

Und immer wieder reiben sich Menschen an Bäumen, auf verbale Art. Zum Beispiel an einer Linde, die im Auweg eine Küche verschattet und dafür sorgt, dass der Hauseigentümer sein Heiligsblechle jeden zweiten Tag waschen muss. Auch die große Pappel am Ortseingang ist ein Stein des Anstoßes: "Am Plessenteich hat man reihenweise Pappeln umgemacht", schimpfte einer, "und dieser eine Baum bleibt stehen". OB Gerold Noerenberg hatte sogar etwas Verständnis: "Wir beobachten die Pappel genau, sie gibt uns noch keinen Anlass zu sagen, dass sie weg muss." Noch! Vielleicht ergibt die nächste Untersuchung ja doch, dass der Baum erkrankt ist.

Die Reuttier leiden auch unter dem "Freizeitdruck" der Städter, die immer wieder durch Wälder und Wiesen streifen - und dabei die Hunde nicht anleinen. Die An- und Abfahrt der Feuerwehrwache ist zu eng, so dass fürs Manövrieren wertvolle Minuten verstreichen, hieß es.

Ein Thema taucht immer wieder auf: Von Schwaighofen kommend wird zu schnell nach Reutti hineingefahren. Die Stadt hatte gehofft, dass sie mit dem Bau eines Kreisels die Situation am Ortseingang verbessern könne. Nur: Sie kann die Grundstücke nicht erwerben. Bei stationären Radarfallen sei der Freistaat sehr zurückhaltend, erklärte der OB. Und sein Fachbereichsleiter für Sicherheit und Ordnung, Stephan Endreß, ist seinerseits zurückhaltend, wenn es um Geräte geht, die einfach nur anzeigen, wie schnell gerade gefahren wird. "Sie bringen nicht wirklich etwas", sagte er. Sie seien mit 3000 Euro nicht ganz billig, und deshalb werde die Stadt keine weiteren mehr kaufen.

Nach zwei Stunden war die Versammlung zu Ende, die von gut 60 Reuttiern und einem guten Dutzend Stadträte aus allen Fraktionen besucht war. "Nur die Grünen", so der OB bei der Begrüßung, "haben es heute nicht hier her geschafft".

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