Reparaturcafe Dorndorf

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  • Alles auf Anfang beim ersten Reparaturcafé der BUND-Ortsgruppe Illerrieden im Dorndorfer Bürgerhaus (von links): Lukas Brannath, Leo Regenbogen, Karl Löb (der erste Gast), Heinrich Brannath und Dietmar Jabusch (sitzend). 1/2
    Alles auf Anfang beim ersten Reparaturcafé der BUND-Ortsgruppe Illerrieden im Dorndorfer Bürgerhaus (von links): Lukas Brannath, Leo Regenbogen, Karl Löb (der erste Gast), Heinrich Brannath und Dietmar Jabusch (sitzend). Foto: 
  • Auch die Bohrmaschine von Heinz Kirsch kann Dietmar Jabusch (sitzend) wieder instand setzen. 2/2
    Auch die Bohrmaschine von Heinz Kirsch kann Dietmar Jabusch (sitzend) wieder instand setzen. Foto: 
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Ist das die Ruhe vor dem (An-)Sturm? Kurz nach 14 Uhr: Das erste Elektrogerät ist wieder intakt. Das war’s erst mal, keine Arbeit mehr. Jetzt heißt es abwarten und Kaffee trinken im Bund-Reparaturcafé, das im Dorndorfer Bürgerhaus an diesem Tag Premiere feiert.

Die Stimmung ist gut, vor allem auch bei Karl Löb, dem ersten Gast. „Der Weg hierher hat sich gelohnt“, freut sich der Aufheimer. Sein Problem: Die Fernbedienung seines Wohnmobils hatte nicht mehr funktioniert. Durch persönlichen Kontakt sei er auf das neue Angebot aufmerksam geworden: „Ich bin optimal zufrieden“, lobt er die Anwesenden.

Die Anwesenden, das sind Mitglieder der Bund-Ortsgruppe Illerrieden, die eine bewährte Idee aus Ulm nun auch hier umsetzen wollen. In Söflingen gibt es schon ein Reparaturcafé der Diakonie“, erklären Dietmar Jabusch und Leo Regenbogen. Die Resonanz dafür sei beachtlich.

Wie man sich das vorstellen darf, erläutert Susanne Bronner-Brannath, die Schatzmeisterin der Naturschützer. „Die Leute können sich gemütlich hinsetzen und bei der Reparatur zuschauen.“ Mehr noch: Es wird Kaffee und Kuchen serviert – gegen eine Spende. Der Hauptaspekt des neuen Angebots in Dorndorf ist aber ein anderer: „Es soll nicht alles gleich weggeworfen werden“, meint Uschi Jabusch. „Dadurch werden weniger Ressourcen verbraucht.“

Die Riege, zu der auch Ortsvorsitzender Lukas Brannath und Schriftführer Heinrich Brannath zählen, besteht aus (Fein-)Mechanikern und Elektriker, im Nähen, Stricken, Häkeln sind die weiblichen Mitglieder versiert. Schon von Berufs wegen brächten sie diese Kenntnisse mit, fügen die Bund-Mitglieder hinzu. Und noch eines ist bemerkenswert. Alle, die da sitzen, sind Dorndorfer. „Natürlich besteht unsere Ortsgruppe sowohl aus Illerriedern als auch aus Dorndorfern“, betonen sie.

Keine Wunderheiler

„Wenn sich irgendetwas nicht reparieren lässt, dann sagen wir das“, geht Leo Regenbogen ins Detail. „Wir sind keine Wunderheiler.“ Vielmehr erneuerten sie die Apparate, für die es noch Sinn mache. Was sie dagegen nicht wollten, sind Weißgeräte und Fernseher.

Angenommen wird alles, was man tragen kann. „Geschäftliche Gründe spielen keine Rolle“, bekundet Regenbogen, dessen Einsatzgebiet alles Mechanische betrifft. Spenden seien jedoch erwünscht. „Die Einnahmen wollen wir für andere Aktionen verwenden.“

 „Wir müssen abwarten, wie die Resonanz ausfällt“, findet Susanne Bronner-Brannath. Schließlich fehlten nach der Premiere die Erfahrungswerte für das Generationen übergreifende Angebot. Die Gemeinde Illerrieden stellt im übrigen den Raum im Bürgerhaus zur Verfügung.

Hausbesuche schließen die Umweltschützer nicht aus. Überhaupt seien sie flexibel. „Wir bieten zwei Telefonnummern an, da können die Leute auch anrufen“, erläutert die Schriftführerin. Was sehr zu empfehlen wäre: Zum einen wegen der Werkzeuge und Materialien, die die Helfer benötigen. „Wir haben heute alles auf gut Glück mitgebracht“, heißt es in der Runde. Zum anderen sei es dann möglich, das Reparaturcafé auch mal spontan zu öffnen.

Mittlerweile ist es fast drei Uhr. Klassische Kaffeezeit. Plötzlich schwappt eine Anzahl Interessierter herein. Darunter auch Heinz Kirsch, dessen Bohrmaschine den Geist aufgegeben hat. Dietmar Jabusch macht sich sofort ans Werk – und tatsächlich: Dem Mann kann geholfen werden. „Die Kohlen, die die Spannung auf den Motor übertragen, sind bis auf die Federn herunter geschliffen“, diagnostiziert er. „Das ist kein großer Aufwand.“

Info Anmelden und informieren kann man sich unter Telefon (07306) 85 31 oder (07306) 3 22 86. Der Termin für das nächste Reparatur-Café steht noch nicht fest.

Noch mehr Neues Die Bund-Ortsgruppe Illerrieden, deren Zukunft im Herbst 2016 auf der Kippe stand, will nicht nur mit dem Reparaturcafé Neues ausprobieren. Frischen Wind soll auch die Büchertauschkiste bringen. „Sie ist fertig, wird noch eingeweiht“, sagt Susanne Bronner-Brannath. Auch beim Ferienprogramm für Kinder haben die Naturschützer heuer mitgewirkt. Die Resonanz sei toll gewesen.

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