Regenwasser nicht in die Kanalisation

Selbst Planer wissen oft nicht, wie die Versickerung von Regenwasser auf Grundstücken erfolgen soll. Dies wurde im Bauausschuss deutlich.

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Befremdlich erschienen Ratsmitglied Martin Schwenkmezger Bemerkungen der Laichinger Verwaltung zu Bauanträgen, mit denen die Verwaltung die Ableitung von Oberflächenwasser kommentierte. Mehrfach vermerkte die Verwaltung, dass Bauherren keine Aussage dazu getroffen hätten, wie sie das Oberflächenwasser ableiten wollen, oder dass die in den Plänen oft vorgesehene Ableitung des Regenwassers in die Kanalisation nicht zulässig sei. Vom Gesetzgeber ist vorgesehen, dass Regenwasser grundsätzlich auf dem Grundstück versickern soll. Niederschlagswasser "muss breitflächig über belebte Bodenflächen" versickern, weil es unsinnig sei, weder chemisch noch biologisch oder sonstwie verunreinigtes Wasser mit Schmutzwasser zu mischen und hernach aufwendig und teuer zu klären. Aus diesem Gesetz erfolgte 2010 die Verordnung zur gesplitteten Abwassergebühr. Von diesem Grundsatz gebe es lediglich drei Ausnahmen, so Bauamtsleiter Günter Hascher.

Er betonte ausdrücklich: "Das gilt nicht nur für Neubauten, sondern bei allen genehmigungspflichtigen Änderungsmaßnahmen auch an bestehenden Gebäuden." Dazu gehören Gebäude, bei denen im Bebauungsplan etwa aus den 80er Jahren tatsächlich vorgeschrieben war, alle Abwässer, auch das Regenwasser von Dächern, in die Kanalisation einzuleiten. Sind bauliche Änderungen an solchen Häusern etwa mit neuen Gebäudeteilen und/oder an Dächern vorgesehen, müsse auf dem Grundstück eine Versickerung des Oberflächenwassers ermöglicht werden. Bereits bestehende Anschlüsse zum Kanalnetz dürfen nicht genutzt werden, so der Bauamtsleiter.

Sollte ein Bauantrag solches nicht berücksichtigen, müsse das Landratsamt als Baubehörde dies vom Bauherrn einfordern. Der Gemeinderat könne einen Bauantrag auch ohne detaillierte Versickerungsmethode nicht ablehnen. Gehe es aber um die Einleitung des Regenwassers in die Kanalisation, die ja in drei Ausnahmefällen zulässig sein, müssten auch die Gemeinden ihr Einverständnis erteilen.

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