Reaktionen in Herrlingen auf den Tot Manfred Rommels

Der langjährige Stuttgarter OB Manfred Rommel ist tot. Zeitlebens war er seinem Ulmer Freund Ernst Ludwig verbunden und Herrlingen, seinem Schicksalsort.

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Manfred Rommel (links) besuchte regelmäßig das Grab seines Vaters Erwin in Herrlingen, hier bei einer Gedenkfeier im Oktober 1999. Foto: Volkmar Könneke

"Er hatte Humor, so wie man ihn auch aus seinen Büchern kennt", sagt Thomas Kayser über Manfred Rommel. Der Blausteiner Bürgermeister besuchte den früheren Stuttgarter OB am 7. August in der Landeshauptstadt. Ein Jahr zuvor hatte Rommel zum letzten Mal einen Besuch in Herrlingen abgestattet, wo er als Jugendlicher mit seiner Familie von 1943 an in der Wippinger Steige (heute: Erwin-Rommel-Steige) wohnte. Kayser und die Ortsvorsteherin Mechthild Laur gingen mit Manfred Rommel ans Grab des Vaters Erwin, der 1944 von den Nazis zum Selbstmord gezwungen worden war. Manfred Rommel besichtigte, wie schon häufiger zuvor, das in der Lindenhof-Villa untergebrachte Rommel-Archiv, wo er sich ins Gästebuch und ins Goldende Buch der Gemeinde Blaustein eintrug. "Beim Vespern haben wir gute Gespräche geführt", erinnert sich Kayser. Trotz seiner Parkinson-Krankheit habe Manfred Rommel damals Scherze gemacht.

Dabei war die Villa in Herrlingen, wie der Stuttgarter Journalist Josef Schunder in seiner im vergangenen Jahr erschienen Biografie "Manfred Rommel" (Theiss-Verlag) herausgearbeitet hat, für den Sohn des prominenten Generalfeldmarschalls ein Schicksalsort. Die Bilder des Vaters auf dem Weg zum Zwangssuizid sollten ihn ein Leben lang verfolgen. "Er sah mir lange in die Augen, ohne sich zu bewegen", schrieb Rommel in seinen Erinnerungen. In seinem letzten großen Interview, das er 2008 mit Schunder führte, antwortete er auf die Frage, ob ihn Besuche am Grab des - zum einen verehrten und auch geschmähten - Vaters in Herrlingen immer noch bewegten: "Ja, sicher. Aber manches ist natürlich Routine."

Bewegt war am Donnerstag auch Ulms Alt-OB Ernst Ludwig. "Einfach nur Trauer", beschrieb er am Telefon seine Gefühle. Seit 1943 als Pennäler der Kepler-Oberschule kannten sich beide und wurden kurz vor Kriegsende zusammen Flakhelfer. Ludwig: "Wir sind bis zum Ende Freude geblieben und hatten immer Kontakt." Im Frühsommer besuchte Ludwig den 84-Jährigen zum letzten Mal in Stuttgart.

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